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Wirtschaft Immobiz
08/29/2020

Alte Möbel einfach aufgepeppt

Der Wechsel der Jahreszeiten bringt Wunsch nach Veränderung. Wie der Wohnraum neu gestaltet wird, ohne einen Besuch im Möbelhaus

von Julia Beirer

Der Wind ist kühler, die Tage kürzer und die Blätter auf den Bäumen nicht mehr saftig grün, sondern rötlich-orange. Sonnenanbeter müssen der Tatsache ins Auge sehen: Der Sommer neigt sich dem Ende zu. Das verändert auch die Stimmung im Wohnraum – sie wird gemütlicher. „Jetzt stehen Rückzug und Cocooning an.

Leichte Sommerfarben wie Weiß, Grün und Blau weichen, dafür ziehen Rot, Gold, Braun und dunkleres Orange ein. Der Herbst ist eine atmosphärische Periode – auch für den Wohnraum“, sagt Interieur Designerin Elke Altenberger. Sie weiß, wie Akzente und auch Kontraste zum Sommerflair gesetzt werden können, ohne die Wohnung neu einrichten zu müssen.

Um dem Ohrensessel neues Leben einzuhauchen, hat Sascha Johannik ihn zuerst in seine Einzelteile zerlegt und diese abgeschliffen und geölt.

Bevor die frisch wattierte Sitzfläche und die  Lehne eingebaut werden, hat Sascha Johannik neue Spanngurte aus Jute angenagelt, damit der Sitzkomfort angenehm ist.

Romana Fürst hat in der Zwischenzeit den Bezug vernäht, um zu guter Letzt alles wieder zusammenzubauen.

Profis brauchen dafür  vier bis fünf, Anfänger rund acht Stunden.

Neue Stoffe für den Wohnraum

Kissen tauschen und Herbstfarben in den Stoffen widerspiegeln lassen, genauso wie Tagesdecken aus Wolle, Kaschmir oder Kunstfell fürs Sofa. Laura Karasinski, ebenfalls Designerin und Gründerin des gleichnamigen Atelier Karasinski, empfiehlt zudem illustrative, große Muster. „So geben Decken auch ästhetisch etwas her.“

Denselben Effekt erfüllen Teppiche. Altenberger: „Großflächig aufgelegt in satten dunklen Farben wird neue Stimmung und enorme Wärme kreiert.“

Schalen, Kerzen und Düfte

Gekonnt in Szene gesetzte Deko wie Obst- und Gemüseschalen, gefüllt mit Kürbissen, Kastanien oder Zwetschken lassen auf einen Blick wissen, welche Jahreszeit eingezogen ist. Genauso wie ein schönes Tablett mit Teeschalen und Gläsern sowie Kerzenleuchtern. Laura Karasinski setzt zudem auf Duftkerzen. „Die gesamte Raumatmosphäre verändert sich mit dem Geruch.“ Laut der Expertin ist ein olfaktorisches Erlebnis zu jeder Jahreszeit wichtig. Dabei helfen außerdem frische Blumen und Herbstpflanzen.

Im Werksalon Wien stehen Tischler Hobbyhandwerkern zur Seite. Zuerst muss das alte Stück zerlegt und der Lack abgeschliffen werden. Wichtig dabei: mit feinem Schleifpapier beginnen. Ist der Schleifgrad zu grob, entstehen unschöne Rillen. Sollte sich der Lack nicht lösen, zum Heißluftföhn greifen – eventuell löst sich die Schicht durch Hitze. Schleifen und Heißluftföhn an nicht sichtbaren Stellen, wie der unteren Sitz- oder Tischfläche testen.“  

Ist die Oberfläche sauber, kann das Holz durch Öl oder Lack versiegelt werden. Sollten gewisse Teile des Möbelstücks nicht ausreichend gereinigt (abgeschliffen) werden können, empfiehlt die Expertin diese Stellen zu lackieren. „Zu lackierende Möbel dürfen aber nicht geölt werden, ansonsten hält der Lack nicht.“

Flair durch Farbe

Neue Akzente setzen auch Farben und Tapeten an der Wand. Karasinski: „Farben verändern Räume.“ Wichtig dabei: Vorher überlegen, wohin der Blick gelenkt werden soll und einen Probetopf bestellen. „Die Farbe an einer kleinen Stelle auftragen, an der viel Licht und Schatten ist, um zu sehen, wie sich der Ton verhält und, ob er gefällt.“

Nicht vergessen: Auch Weiß ist eine Farbe, die bewusst eingesetzt werden kann. Neue Blickachsen kreieren auch Bilder an den Wänden. Altenberger: „Am besten alte Bilder durchstöbern und dann nach Belieben und Jahreszeit tauschen.“

Interieur Designerin Laura Karasinski stöbert gerne auf Flohmärkten – auch online. Ihr Sofa „Constanze“ von Wittmann hat sie ebenfalls gebraucht auf einer Onlineplattform gefunden. Damals noch schmutzig und rosa, wie sie sagt.

Das Wiener Traditionsunternehmen Kohlmaier hat den Sessel in korallenrotem Stoff neu gepolstert. Wer so ein Projekt selbst angehen möchte, sollte sich das Handwerk zunächst beibringen lassen. Während der „Polster-Workshop-Tage“ im Werksalon Wien bieten Profis Anleitung und Hilfestellung. www.werksalon.at

Wer den alten Holztisch in der Küche oder das Fauteuil im Wohnzimmer überhaupt nicht mehr sehen kann, dem raten die beiden Expertinnen sich näher mit den Stücken auseinanderzusetzen. Wenn das Regal oder der Kleiderschrank aus Studienzeiten noch Bücher und Kleidung verstauen, können farbige Tapeten oder hochwertige Oberflächen neuen Glanz verleihen. Angeschraubte Beine bringen zudem so manche Kommode zum Schweben.

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