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Ärger über teure Pelletspreise: Kunden "würden Heizung am liebsten rausreißen"

Brennstoff kostet um 29 Prozent mehr als vor einem Jahr. Viele Kunden sind wütend, die Branche relativiert die Entwicklung.
Pellets auf einer Schaufel vor einem Pelletsofen.

Pelletsheizungen wurden neben Wärmepumpen in den vergangenen Jahren stets als ökologisch bestens verträgliche und günstige Heiztechnologie beworben, mit denen man unabhängig von Preisschwankungen fossiler Rohstoffe ist. Öl und Gas sind aufgrund des Iran-Kriegs teurer geworden, doch Pelletspreise sind nicht stabil geblieben. Gegenüber Juni 2025 zahlt man heute um 29 Prozent mehr dafür. Kunden zeigen dafür wenig Verständnis.

"Der Ärger ist enorm"

"Umsteiger werden zur Kassa gebeten", kritisiert ein KURIER-Leser. "Ich habe im September 2025 eine Pelletsheizung bekommen und fünf Tonnen Pellets gekauft. Heuer im April habe ich für den selben Preis nur mehr vier Tonnen bekommen." Ulrike Weiß, Leiterin der Abteilung Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Oberösterreich, schildert: "Der Ärger ist enorm. Eine betroffene Person hat uns gesagt, dass sie ihre Heizung am liebsten eigenhändig herausreißen würde."

Viele vermuten illegale Preisabsprachen, weil sämtliche Anbieter Preise erhöht haben. 2022, als dies schon einmal der Fall war, hat die Bundeswettbewerbsbehörde die Branche untersucht. Sie konnte damals keine Vergehen feststellen.

Wer seinen Vorrat an Pellets aufstocken will, muss heuer tiefer in die Tasche greifen.

Wer seinen Vorrat an Pellets aufstocken will, muss heuer tiefer in die Tasche greifen.

Jetzt wäre richtige Jahreszeit zum Einkaufen

Zwischen April bis Juni ist üblicherweise die beste Zeit, um Pellets günstig einzukaufen und für den kommenden Winter einzulagern. Die übliche Tiefpreisphase nach dem Winter kann man auch heuer beobachten, allerdings auf einem ganz anderen Niveau als in den vergangenen zwei Jahren. Aktuell liegt der Preis für eine Tonne Pellets bei rund 390 Euro. Im Juni 2025 waren es rund 300 Euro, im Juni 2024 rund 280 Euro.

Wieso es zum Anstieg gekommen ist

Für den Anstieg gibt es mehrere Gründe, wie Doris Stiksl, Geschäftsführerin des Verbands Propellets erklärt: "Der größte Faktor ist, dass Preise für Sägespäne massiv gestiegen sind. Innerhalb eines Jahres gab es eine Steigerung um 42 Prozent." Zuletzt sei weniger Rundholz produziert worden. Der Preis dafür ist gestiegen. Das habe auch zu einer Verteuerung der Holzspäne geführt, aus denen Pellets erzeugt werden. Zusätzlich seien auch Energiekosten, etwa für die Trocknung der Späne und für den Transport, gestiegen.

Ein weiterer Faktor sei die Witterung. In den vergangenen Jahren hätten Kunden ihre Lager gefüllt, die Winter fielen aber weniger streng aus. "Es hat diesen Winter deutlich mehr Heizgradtage gegeben als in den vergangenen fünf Jahren", so Stiksl.

Wo gehobelt wird, fallen Späne - manchmal aber weniger, dann steigt ihr Preis.

Wo gehobelt wird, fallen Späne - manchmal aber weniger, dann steigt ihr Preis.

Vergleich mit anderen Brennstoffen zeigt Vorteil

Man dürfe nicht vergessen, dass Pellets immer noch "der mit Abstand günstigste Komfortbrennstoff" sind. Laut einem Heizkostenvergleich der TU Wien trifft das zumindest auf unsanierte Einfamilienhäuser und Mehrfamilienhäuser zu. Bei sanierten Eigenheimen und im Neubau liegen Wärmepumpen vorne.

"Menschen, die mit Pellets heizen, sparen im Vergleich immer noch ein halbes oder ganzes Netto-Monatsgehalt pro Jahr, wenn sie mit Pellets heizen", sagt Stefan Ortner, CEO des Mühlviertler Pelletsheizung-Weltmarktführers Ökofen. Der derzeitige Pelletspreis entspreche 8,11 Cent pro Kilowattstunde. Die Kosten seien im Vergleich zu fossilen Brennstoffen (Heizöl: 14,56 Cent/kWh, Gas: 17,06 Cent/kWh) "immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau". Man müsse sich keine Sorgen machen, mit einer Pelletsheizung schlecht auszusteigen.

Vorräte könnten Preise stabilisieren

Kunden wünschen sich jedenfalls stabilere Preise. "Wenn das so weitergeht, bin ich für eine Einführung einer Pelletspreisbremse wie seinerzeit bei Strom", schreibt ein KURIER-Leser. Propellets schildert die Idee einer Bevorratungspflicht. "Jeder Inverkehrbringer muss dabei etwa 10 Prozent seines Jahresabsatzes auf Lager halten", sagt Stiksl. "Wenn eine Krisensituation eintritt, sollen die in Verkehr gebracht werden." Für eine Umsetzung dieser Idee sei aber noch "politische Überzeugungsarbeit" notwendig.

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