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Pleite einer bekannten Baumarkt-Kette: 165 Mitarbeiter vor Job-Verlust

Zuletzt meldete schon die Unternehmensmutter in Deutschland Insolvenz an. In Österreich sind sechs Märkte betroffen.
Hellweg-Werbeschild vor blauem Himmel.

Nach der Insolvenz der deutschen Unternehmensmutter Mitte Juni hat die österreichische Hellweg Die Profi-Baumärkte GmbH am Montag beim Landesgericht Linz ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung beantragt. Ziel sei „die Fortführung und zukunftsfähige Aufstellung des Unternehmens“, teilte Hellweg in einer Aussendung mit. Das Unternehmen betreibt in Österreich mit rund 165 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sechs Bau- und Gartenmärkte. 

Hoher Verlust, hohe Verbindlichkeiten

Die sechs österreichischen Märkte in Kirchdorf an der Krems, Ried im Innkreis, Straßwalchen, Graz, Raaba und Fürstenfeld bleiben mit dem vollen Sortiment laut Firmenangaben geöffnet. Kundenkarten, Rabatte und laufende Aktionen behalten ihre Gültigkeit. Aus den zuletzt eingereichten Bilanzunterlagen für das Geschäftsjahr 2024 geht hervor, dass der Umsatz 36,83 Millionen Euro betrug, die Verbindlichkeiten 16,29 Millionen Euro, der Jahresverlust 6,31 Millionen Euro und der Bilanzverlust aufgrund des Gewinnvortrags aus den Vorjahren nur 4,47 Millionen Euro.

Schulden und Vermögen

„Gemäß den vorliegenden Unterlagen sind von diesem Verfahren derzeit eine Vielzahl von Gläubigern mit Gesamtforderungen von rund 23,8 Millionen Euro betroffen. Von diesen Verbindlichkeiten rund 7,94 Millionen Euro entfallen auf Kreditinstitute, rund 3,43 Millionen Euro auf Lieferanten und rund 3,08 Millionen Euro auf verbundene Unternehmen, sowie die restlichen 8,10 Millionen Euro auf sonstige Verbindlichkeiten“, so der AKV.

Die Aktiva sollen rund 20,82 Millionen Euro an Buchwerten betragen bzw. und  rund 7,42 Millionen Euro an Liquidationswerten. „Das Unternehmen verfügt über Vermögenswerte, insbesondere Betriebsanlagen, Warenbestände sowie eine im Eigentum stehende Liegenschaft in Ried im Inkreis. Diese Aktivwerte sollen jedoch mit Sonderbefriedigungsrechten einiger Gläubiger behaftet sein“, heißt es weiters.

Gedämpfte Kundennachfrage und gestiegene Miet- und Betriebskosten

Als Grund für das Sanierungsverfahren verwies die Hellweg-Gruppe auf eine zurückhaltende Konsumnachfrage, Belastungen entlang der Lieferketten und steigende Miet- und Betriebskosten. 

„Das Unternehmen möchte die Eigenverwaltung nutzen, um HELLWEG aus eigener Kraft geordnet und zukunftsfähig neu aufzustellen. Zur Begleitung des Verfahrens wird die Geschäftsführung des Unternehmens durch erfahrene Sanierungsexperten unterstützt. Gemeinsam mit den Sanierungsverwaltern wird ein Sanierungsplan mit dem Ziel der bestmöglichen Zukunftslösung erarbeitet; im Rahmen des Restrukturierungsprozesses werden sämtliche Geschäftsbereiche auf ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit hin analysiert“, heißt es in einer Aussendung des Unternehmens. „Dabei werden auch die bestehende Standortstruktur sowie deren künftige Ausgestaltung sorgfältig bewertet, um die Grundlage für langfristig tragfähige Entscheidungen zu schaffen.“

Hellweg Österreich will seine Mitarbeiter am Montag über die Lage informieren. Man werde die Belegschaft, Partner und Öffentlichkeit „frühzeitig und transparent auf dem Laufenden halten“. Die Gewerkschaft GPA bot Betroffenen ihre Unterstützung an und riet dazu, mögliche Kündigungen nicht ungeprüft zu unterschreiben.

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