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Wirtschaft
03/25/2021

Handelsobmann zu Tests: „Das ist nur das Vorspiel“

Rainer Trefelik fordert eine Sortimentsabgrenzung in Supermärkten, wenn diese von den Eintrittstests ausgenommen bleiben

von Simone Hoepke

Es klingt eher nach einem Würfchen als nach dem großen Wurf: Vier Werktage Lockdown und ein paar Tage Eintrittstest im Osten Österreichs. Doch aus Sicht von Handelsobmann Rainer Trefelik ist es „ein Horror“. Denn als Händler könne man sich ausmalen, zu welcher Reaktion das alles bei Kunden führen wird. „Konsumenten werden diese vier Tage aussitzen. Wer etwas kauft, wird es dort tun, wo keine Tests nötig sind.“

Der Großteil der Betriebe werde also so viel Geschäft machen wie im Lockdown – keines. Nur, dass die Kosten weiterlaufen. „Und die vier Tage sind erst das Vorspiel“, ist Trefelik überzeugt, dass die Eintrittstests mit der Novelle des Covid-Gesetzes Schule machen werden. Je nach Inzidenz auch in anderen Regionen des Landes.

Ihn ärgert, dass die Lebensmittelhändler und Drogeriemärkte bei den Eintrittstests einmal mehr außen vor gelassen werden. „Stellen Sie sich ein Einkaufszentrum mit Fachhändlern vor, dazwischen eine Drogeriemarktkette die so gut wie alles verkauft. Wo werden die Kunden hingehen, wenn überall außer im Drogeriemarkt Eintrittstests verlangt werden?“ Er fordert, wie berichtet, dass die Testpflicht für alle Handelsbetriebe gilt.

Das Argument, dass man keine Zugangsbarrieren zu Gütern des täglichen Bedarfs aufbauen kann, lässt er nicht gelten. „Der Großteil der Produktpalette in den Großflächen hat doch mit der Grundversorgung überhaupt nichts zu tun.“ In Frankreich habe man deshalb eine Sortimentsabgrenzung durchgezogen, aber in Österreich sei darüber seit Beginn der Pandemie nur diskutiert worden. Supermärkte, Diskonter und Drogeriemärkte dürfen also weiterhin branchenfremde Artikel wie Waschmaschinen, Fernseher oder Spielzeug verkaufen.

Ostern ohne Friseur

Wenig Freunde mit der zwangsverordneten Osterruhe haben auch die Friseure, die ebenfalls von 1. bis 6. April geschlossen bleiben müssen. „Es ist eine schlimme Situation, weil das Ostergeschäft wichtig ist“, sagte Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder zur APA. Zumal die Kunden seit Beginn der Testpflicht ohnehin großteils ausgeblieben sind.

Der Modehändler Günther Rossmanith argumentiert, dass Eintrittstests in seiner Branche viel aufwendiger als beim Friseur sind. Wegen der höheren Kundenfrequenz. Vor Corona tummelten sich in seiner Mango-Filiale in der Mariahilfer Straße samstags bis zu 3.000 Leute, aktuell nur um die 1.000. Rossmanith: „Mode wird spontan gekauft, derzeit also so gut wie gar nicht. Es gibt ja auch keine Anlässe, sich neu einzukleiden.“ Jede weitere Eintrittsbarriere würde die prekäre Lage verschärfen. Dieser Meinung ist auch der Interessensverband ACSB, der vor allem Einkaufszentren vertritt. Eintrittstests seien ein „Umsatzkiller“ und „E-Commerce-Förderungsprogramm“. „Wir sind überzeugt, dass viele Händler unter diesen Bedingungen nicht öffnen würden, da sich ein Betrieb so nicht rechnen kann. Da aber keine Sperre verordnet sein wird, sind wohl auch keine Kompensationszahlungen zu erwarten“, heißt es in einer Aussendung.

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