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Chronik Österreich
03/24/2021

Lockdown im Osten Österreichs ab Gründonnerstag - hier sind die Details

Von 1. bis 6. April gilt: In Wien, Niederösterreich und im Burgenland schließen Handel und Dienstleister, FFP2-Maskenpflicht wird ausgeweitet, Distance Learning in der Woche nach Ostern.

Es war ein zähes Ringen beim "Ostgipfel" im Gesundheitsministerium, und erst am späten Abend gab es ein Ergebnis. Verkündet wurde dieses bei einer Pressekonferenz von Gesundheitsminister Rudolf Anschober gemeinsam mit den Landeshauptleuten Michael Ludwig, Johanna Mikl-Leitner und Hans-Peter Doskozil.

Wien, Niederösterreich und das Burgenland sollen ab Gründonnerstag, den 1. April, bis 6. April in den harten Lockdown. Grund sind die hohen Infektionszahlen und die drohende Überbelastung der Intensivstationen im Osten Österreichs.

Die wichtigsten Maßnahmen:

  • Die körpernahen Dienstleister wie Friseure sind in dieser Zeit wieder geschlossen
  • Geschlossen ist auch der Handel - bis auf Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte oder Apotheken
  • Wenn der Handel ab 7. wieder aufsperrt, soll es Zugangstests geben, so wie derzeit etwa beim Friseur
  • Draußen soll FFP2-Maskenpflicht herrschen, und zwar in Bereichen, in denen es zu Menschenansammlungen kommt
  • Diese FFP2-Maskenpflicht herrscht auch in geschlossenen Innenräumen, wenn man nicht alleine ist
  • In den Betrieben soll ein Mal pro Woche getestet werden, auch das Homeoffice soll intensiviert werden
  • An den Schulen gibt es nach den Osterferien für den Rest der Woche Distance Learning (bis 9.4.)
  • Tests für Pendler gelten nur noch 72 Stunden, es braucht also zwei Tests pro Woche
  • An den Grenzen zu "Risikogebieten" wie Tschechien, der Slowakei und Ungarn soll verstärkt kontrolliert werden
  • Die Ausgangsbeschränkungen gelten wieder rund um die Uhr
  • Von Familienbesuchen und Reisen zu Ostern wird abgeraten

Die Rufe der Landeshauptleute gingen zuletzt eher in Richtung Öffnungsschritte. Angesichts der Zahlen rieten Experten aber zum Gegenteil. Gesundheitsminister Rudolf Anschober erklärte bei der Pressekonferenz, er wäre selbst gerne "in Bälde in einem Schanigarten gesessen", aber: "Jetzt ist nicht die Zeit dazu." Es gehe nun darum, einen Wellenbrecher zu produzieren, um die dritte Welle wieder abzuflachen.

In einer Woche soll es wieder ein Gespräch geben, um die Ergebnisse zu evaluieren.

Schanigarten-Öffnung in weiter Ferne

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig erklärte: Dass die Ostregion derzeit stärker von Infektionen betroffen ist, liege an der Nähe zu Ländern wie Tschechien oder Slowakei, wo die britische Mutation besonders stark verbreitet ist. Was die Schanigärten-Saison betrifft, dämpft Ludwig die Erwartungen: "Das wird wohl in den kommenden sechs bis acht Wochen nichts werden. Jetzt müssen wir schauen, dass möglichst viele Menschen geimpft werden."

Die Landeshauptleute dürften hart verhandelt haben: Ursprünglich waren offenbar zwei Wochen Lockdown angedacht. Man habe sich aber "bewusst dagegen entschieden", sagte Niederösterreichs Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner. Man einigte sich auf eine nur wenige Tage andauernde "Ruhephase", oder eine "Cool Down Phase", wie Gesundheitsminister Anschober es ausdrückte.

Der burgenländische Landeshauptmann Hans-Peter Doskozil lobte die neue Diskussionskultur zwischen Bund und Ländern. Er, der vor Kurzem selbst noch Lockerungen gefordert hatte, begrüßt die Schritte, die nun vereinbart wurden. "Niemand in der Politik will verantwortlich sein, dass jemand, der ein Intensivbett braucht, keines bekommt." Und wenn es um die Eindämmung des Virus geht, betonte er: "Nicht nur wir vier, die wir hier stehen, haben eine Verantwortung, sondern alle."

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