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© Kurier / Gerhard Deutsch

Wirtschaft
11/23/2021

Handel: Durchschnittlich 2,8 Prozent mehr Gehalt

Zudem haben sich die Sozialpartner auf auf einen Nachtzuschlag in Höhe von 50 Prozent geeinigt.

von Simone Hoepke

Eines vorweg: „Den Handel“ gibt es nicht. Es gibt vielmehr eine Vielzahl von Handelssparten, die sich in der Pandemie völlig unterschiedlich entwickelt haben. Die Palette reicht von Modehändlern, deren Umsätze noch weit unter dem Vorkrisenniveau liegen, bis hin zum florierenden Lebensmitteleinzelhandel, der vom Lockdown profitiert.

Womit auch schon erklärt ist, warum die Gehaltsverhandlungen für die rund 415.000 Angestellten und 15.000 Lehrlinge im Handel heuer besonders schwierig waren. In der vierten Verhandlungsrunde sind die Sozialpartner am Dienstag dennoch relativ rasch zu einer Einigung gekommen.

Die Einstiegsgehälter steigen ab 1. Jänner kommenden Jahres von bisher 1.740 auf 1.800 Euro brutto im Monat. Damit  steigt das Gehalt von jedem dritten  Handelsangestellten um 3,45 Prozent, rechnet die Gewerkschaft vor.

„Diese Einstiegsschwelle zu überschreiten, war für uns besonders wichtig“, betont auch Arbeitgeber-Chefverhandler Rainer Trefelik. Es sei schließlich auch ein Signal dafür, dass sich ein Lehrabschluss im Handel rechnet. Und ein Zeichen, dass die Branche im Vergleich zu anderen gehaltlich aufschließt.

Für alle anderen Handelsbeschäftigten steigen die Gehälter um 2,55 Prozent. Das ergibt laut Gewerkschaft ein durchschnittliches Plus (gewichtet) von 2,8 Prozent. Zum Vergleich: Die Metaller hatten sich Anfang des Monats auf ein Gehaltsplus von 3,55 Prozent geeinigt. Richtschnur für die KV-Verhandlungen ist die Inflationsrate der vergangenen 12 Monate. Die Teuerung von Oktober 2020 bis September 2021 lag in Österreich bei 2,1 Prozent. Im Oktober stieg die Teuerungsrate auf 3,7 Prozent und damit den höchsten Wert seit 13 Jahren.

Nachtzuschlag

Durchgesetzt hat die Gewerkschaft auch ihre Forderung nach einem Nachtzuschlag in Höhe von 50 Prozent für Arbeit bis fünf Uhr morgens. Eine neue Regelung, die vor allem den Lebensmitteleinzelhandel trifft, der übrigens auch der größte Arbeitgeber (ein knappes Drittel der Beschäftigten) der Branche ist. Der Nachtzuschlag wird hier unter anderem vor Weihnachten fällig, wenn  im Akkord Feinkost-Platten  vorbereitet werden. In vielen anderen Handelssparten ist Nachtarbeit dagegen kein Thema. Schon gar nicht in Zeiten des Lockdowns, wenn die Geschäfte selbst tagsüber geschlossen bleiben.

Das Recht der Beschäftigten, ihre Teilzeit aufstocken zu können, dürfen künftig die betrieblichen Sozialpartner per Betriebsvereinbarung regeln. Die Lehrlingseinkommen steigen um durchschnittlich 2,8 Prozent. Darüber hinaus gibt es einen Digitalisierungsbonus von 100 Euro.
Laut Handelsverband liegt die Tarifanpassung im Handel auf absoluter Oberkante. Über der Branche schwebt das Damoklesschwert Lockdown.  Laut der Johannes Kepler Universität Linz kostet jeder  Lockdown-Tag im Dezember dem Handel 140 Mio. Euro Umsatz.

 

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