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Wirtschaft
01/16/2020

Wirtschaft: Gute Nachrichten aus Österreich, schlechte aus Deutschland

Österreichische Firmen liefern gute Zahlen und Start-ups kriegen mehr Geld. In Deutschland explodieren hingegen die Preise.

von Wolfgang Unterhuber

100 Mio. für Start-ups

Die staatliche Förderbank aws bereitet einen neuen Start-up-Fonds vor, der in junge, innovative Unternehmen investieren soll. Ein sogenannter Technologie-, Innovations- und Wachstums-Fonds steht im Regierungsprogramm der türkis-grünen Regierung.

Der geplante Technologie-, Innovations- und Wachstums-Fonds soll in den nächsten Monaten auf Schiene gebracht werden und könnte im zweiten Halbjahr operativ starten.

Der Fonds soll mit 100 Mio. Euro dotiert werden, 50 Mio. Euro von der öffentlichen Hand und rund 50 Mio. Euro von privaten Geldgebern, unter anderem Investoren, Banken und Stiftungen.

In den nächsten drei bis vier Jahren könnten dann mit dem neuen Fonds weitere 500 Mio. Euro privates Risikokapital von Business Angels mobilisiert werden.

Mehr Gewinn

Der börsennotierte niederösterreichische Ölfeldausrüster Schoeller Bleckmann Oilfield Equipment SBO hat sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn zugelegt: Der Umsatz stieg nach vorläufigen Zahlen um 5,9 Prozent auf 445 Mio. Euro.

Das Betriebsergebnis (EBIT) betrug rund 60 Mio. Euro, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

FACC: mehr Umsatz

Der oberösterreichisch-chinesische Flugzeugzulieferer FACC hat seine Prognose für das Rumpfgeschäftsjahr 2019 angepasst.

Statt der erwarteten 600 Mio. Euro sollen es nunmehr 668 Mio. Euro Umsatz werden, die Ertragsmarge (Ebit) wird aber von den anvisierten fast sechs Prozent auf 5,2 bis 5,7 Prozent nach unten revidiert.

Höhere Inflation

Die deutschen Verbraucherpreise sind Ende 2019 so stark gestiegen wie seit fünf Monaten nicht mehr. Im Schnitt lagen sie um 1,5 Prozent höher als ein Jahr zuvor. Im November lag die Inflationsrate noch bei 1,1 Prozent.

Für die stärkere Teuerung am Jahresende war die Entwicklung bei Nahrungsmitteln mitverantwortlich.

Diese kosteten um 2,1 Prozent mehr als im Dezember 2018. Deutlich teurer waren Fleisch und Fleischwaren. Hier gab es ein Plus von 5,5 Prozent.

Beiersdorf geht es so lala

Der deutsche Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat 2019 trotz schleppender Geschäfte in seiner Klebstoff-Sparte seinen Umsatz gesteigert.

Denn im Konsumgüterbereich, zu dem die Luxus-Kosmetikprodukte von La Prairie, Nivea, Eucerin, Labello-Lippenpflege oder 8x4-Deos gehören, lief es rund.

Die Klebstoffsparte Tesa kam dagegen kaum voran, im Industrie-Geschäft mit der kriselnden Autobranche verzeichnete sie sogar ein Umsatzrückgang.

Die Erlöse kletterten 2019 insgesamt um 5,8 Prozent auf 7,65 Mrd. Euro. Allerdings getrieben durch Zukäufe.

Henkel hat Probleme

Damit lief es bei Beiersdorf besser als beim Rivalen Henkel. Der Hersteller von Pritt und Persil hatte im Dezember eingeräumt, der Umsatz werde 2019 wohl stagnieren.

Henkel kämpft mit Problemen im Kosmetikgeschäft sowie mit dem Abschwung bei wichtigen Kunden seiner Klebstoffsparte wie etwa der Automobilindustrie.