Für 510 Millionen Euro: Bawag kauft niederländische Bank

Für 510 Millionen Euro: Bawag kauft niederländische Bank
Die Bawag Group hat die niederländische Knab-Bank erworben und sieht sich so für "künftiges Wachstum" gerüstet.

Die Bawag Group hat die niederländische Knab-Bank erworben. Wie die Unternehmensgruppe am Donnerstag mitteilte, beträgt der Kaufpreises 510 Mio. Euro und ist mit Vollzug der Transaktion fällig. Man habe sich damit "für künftiges Wachstum" in einem der Kernmärkte positioniert. Knab verfügte per 30. Juni 2023 über eine Bilanzsumme in Höhe von 17,1 Mrd. Euro, die sich hauptsächlich aus niederländischen Hypothekarkrediten zusammensetzt.

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Mit Abschluss der Transaktion wird für die zweite Jahreshälfte 2024 gerechnet. Der Deal unterliege den üblichen Bedingungen, es gelte daher auch, die notwendigen regulatorischen Genehmigungsstufen zu durchlaufen.

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Nettogewinn 2023 stieg um rund ein Drittel 

Die Bawag hat im Vorjahr um ein Drittel mehr Gewinn gemacht. Ende 2023 blieb ein Nettogewinn von 683 Mio. Euro übrig, das waren 34 Prozent mehr als im Jahr davor, teilte die Bank am Donnerstag mit. Ebenfalls heute Früh gab die Bawag bekannt, dass sie die niederländische Knab Bank für rund eine halbe Milliarde Euro (510 Mio. Euro) kaufen wird. Die Transaktion soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein.

Das Jahr sei von "hohen Zinsen, einer anhaltend hohen Inflation, einer Ausweitung der geopolitischen Konflikte, einer Verschlechterung des Umfeldes für den Bankensektor zu Beginn des Jahres sowie einer Verschlechterung des Umfeldes für Gewerbeimmobilien" geprägt gewesen, schreibt die Bank. Dennoch habe die Bank "all unsere 2023 Ziele erreicht, und das trotz eines Umfelds, das von einer gedämpften Markt- und Verbraucherstimmung geprägt war", sagte Bankchef Anas Abuzaakouk, laut Aussendung.

 

Dividende von 5 Euro je Aktie geplant

Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnte die Bawag ihre operativen Kernerträge um 16 Prozent erhöhen. Der Nettozinsüberschuss stieg um ein Fünftel auf 1,2 Mrd. Euro, während der Provisionsüberschuss um ein Prozent auf 307,2 Mio. Euro nachgab. Die Kosten (operative Aufwendungen) gingen um zwei Prozent auf 485,3 Mio. Euro nach oben. Die Auswirkungen der hohen Inflation konnten teilweise kompensiert werden, schreibt die Bank. Die Risikokosten lagen bei 93 Mio. Euro, das entspricht einer Risikokostenquote von 22 Basispunkten.

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Die Eigenkapitalquote (CET1) lag Ende 2023 bei 14,7 Prozent und berücksichtigt bereits die vorgesehene Dividende. Die Bank will für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 5,0 Euro je Aktie ausschütten, insgesamt soll die Ausschüttung 393 Mio. Euro betragen.

Für das laufende Jahr 2024 rechnet die Bawag mit leichten Anstiegen bei den Kernerträgen (plus 1 Prozent), aber auch bei den operativen Aufwendungen (plus 3 Prozent). Zudem wird ein Ergebnis vor Steuern von rund 920 Mio. Euro angepeilt, 2023 lag das es bei 910 Mio. Euro.

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