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Barbershops und steigende Kosten setzen Friseuren zu

Der Preisdruck in der Branche steigt. Die Bundesinnung fordert eine Halbierung der Umsatzsteuer auf zehn Prozent.
Haare schneiden

Zusammenfassung

  • Friseurbetriebe in Österreich stehen durch steigende Kosten, mehr Konkurrenz und sinkende Umsätze unter Druck.
  • Die Zahl der Lehrlinge und unselbstständig Beschäftigten ist deutlich zurückgegangen, während Ein-Personen-Unternehmen zunehmen.
  • Die Branche fordert eine Senkung der Umsatzsteuer auf 10 Prozent, um wirtschaftliche Entlastung zu schaffen und Wettbewerbsnachteile auszugleichen.

Bei Österreichs Friseuren kann von Entspannung derzeit keine Rede sein. Die Branche sieht sich zunehmend unter Druck. Steuern und steigende Kosten für Energie, Personal, Wareneinsatz und Mieten belasten. Dazu kommt die zunehmende Konkurrenz

Seit 2010 ist die Zahl der Betriebe um fast die Hälfte auf 10.415 gestiegen. Zugenommen haben vor allem Ein-Personen-Unternehmen (EPU): Mobile Friseurinnen und Friseure und Betriebe mit eingeschränktem Angebot, unter die auch Barbershops fallen, die auf Herrenhaarschnitte und Bartpflege spezialisiert sind. EPU machen mittlerweile fast 58 Prozent der Betriebe aus.

Weniger Beschäftigte 

Die Zahl der unselbstständig Beschäftigten ist seit 2010 um ein Viertel auf rund 15.500 gesunken. Die Umsätze gingen im vergangenen Jahr weiter zurück. Branchenweit betrug das Minus 3,4 Prozent . Auch heuer berichten mehr als ein Drittel der Betriebe von rückläufigen Einnahmen. Gerade einmal bei 13 Prozent  steigen die Umsätze. 

Der Kostendruck lasse viele Friseurbetriebe um die wirtschaftliche Existenz kämpfen, heißt es aus der Bundesinnung der Stylisten und Friseure in der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Betroffen sind vor allem die „Systemerhalter“ der Branche, wie die Wirtschaftskammer sie nennt, Betriebe, die Lehrlinge ausbilden und Beschäftigung schaffen.

An der Deckelung der Basisförderung bei der Lehrlingsausbildung lässt man deshalb kein gutes Haar. Sie treffe besonders kleine Ausbildungsbetriebe, kritisieren Branchenvertreter. Die Zahl der Lehrlinge sei in den vergangenen zehn Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Im vergangenen Jahr wurden nur noch etwas mehr als 2.200 Lehrlinge ausgebildet.

Ruf nach Mehrwertsteuersenkung

Urgiert wird die Forderung an die Regierung, die Umsatzsteuer von derzeit 20 Prozent auf 10 Prozent zurechtzustutzen. Über 85 Prozent der Kosten entfallen auf den Faktor Arbeit, der Wareneinkauf sei geringer als in anderen Branchen, weshalb der Vorsteuerabzug kaum zum Tragen komme, sagt Bundesinnungsmeister Wolfgang Eder

Eine Senkung der Mehrwertsteuer würde auch die steuerlichen Ungleichheiten zwischen Dienstgeberbetrieben und EPU reduzieren. Denn Letztere sind  durch die Kleinunternehmerregelung von der Mehrwertsteuer befreit, wenn der Umsatz 55.000 Euro im Jahr nicht übersteigt.

Der Einnahmeausfall  für das Budget wäre verkraftbar, rechnet Stefan Jenewein von der Gesellschaft für Angewandte Wirtschaftsforschung (GAW) vor. Die Friseure seien nur für 0,2 Prozent des Umsatzsteueraufkommens in Österreich verantwortlich. Die Netto-Steuerausfälle für den Staat würden sich nach Refinanzierungseffekten auf lediglich 25,3 Mio. Euro belaufen. Denn die geringere Umsatzsteuer würde auch dazu führen, dass sich knapp 10 Mio. Euro aus der Schattenwirtschaft in die offizielle Wirtschaft verlagern, so Jenewein.  

Mehr Friseurbesuche

Sinkende Preise würden  auch häufigere Friseurbesuche mit sich bringen, heißt es. Bei einer von der WKO in Auftrag gegebenen Umfrage gaben immerhin 35 Prozent der Befragten an, dann öfter zum Friseur gehen zu wollen.

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