Start-ups erhielten Investitionen in Millionenhöhe

© APA - Austria Presse Agentur

Rekordjahr
01/19/2021

Fonds haben Privatanlegern aus der Zinsfalle geholfen

Heimische Wertpapierfonds verwalten bereits 191,9 Milliarden Euro - ein Rekordwert.

von Robert Kleedorfer

Österreicher gelten als Aktienmuffel. Doch ausgerechnet im Krisenjahr 2020 haben sie deren Vorzüge entdeckt. Abzulesen ist dies an der Bilanz der heimischen Investmentfonds. Sie weisen mit einem Veranlagungsvolumen von 191,9 Milliarden Euro ihr bisher stärkstes Jahr in der Geschichte auf (siehe Grafik unten).

„Es gibt ein bisschen einen Nachholbedarf und wir haben einiges an Boden gutgemacht“, sagt Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG). Der Zuwachs von sieben Milliarden Euro im Vorjahr sei nicht nur auf Kursgewinne, sondern zum Großteil auf Nettomittelzuflüsse zurückzuführen. Davon würden alleine knapp drei Milliarden auf Privatanleger entfallen.

Als Grund nennt er die anhaltend tiefen Geldmarktzinsen. „Um aus der Krise herauszukommen, werden die Zinsen global niedrig bleiben müssen“, sagt Bednar. Dies spiegelt sich auch in der Performance der Anleihen- bzw. Rentenfonds wieder. „Sie werfen nichts ab.“

Verteilung der Gelder

Daher ist deren Anteil unter den Investmentfonds weiter rückläufig. Lagen in diesen im Jahr 2012 noch 47,6 Prozent aller betreuten Gelder, sind es jetzt nur noch 35,5 Prozent. Gewinner sind die gemischten Fonds, also jene, wo sich neben Anleihen auch Aktien finden. Reine Aktienfonds verharren bei einem Anteil von rund 18 Prozent.

Dabei waren Aktienfonds die großen Gewinner des Vorjahres – und zugleich auch die größten Verlierer (siehe Grafik oben). Während Investoren bei asiatischen, und da vor allem japanischen Aktienfonds, die höchsten Zugewinne verzeichnen konnten, schmierten ost- und mitteleuropäische Aktienfonds regelrecht ab.

Mit den beliebten Mischfonds machten Anleger zwar keine überproportionalen Gewinne, sie konnten aber das Jahr ohne gröbere Schwierigkeiten bestehen. Ebenfalls hoch in der Gunst stehen Immobilienfonds. „Reich wird man damit nicht, aber es ist eine stabile Veranlagung“, konstatiert Bednar. Die Nachfrage seitens Privatanleger sei aber sehr groß.

Nachhaltigkeit

Immer beliebter würden Nachhaltigkeitsfonds, also Investments in Aktien und Anleihen von Unternehmen, die versuchen, ihre Geschäfte an Umwelt- und Menschenrechtsstandards anzupassen. „Durch die Klimakrise und den Aktionsplan der Europäischen Union – Stichwort Green Deal – sind die nachhaltigen Investmentfonds in den Fokus vieler Anleger gerückt“, sagt Bednar.

Hohe Nachfrage

So erhöhte sich das Volumen dieser Fonds im Vorjahr um rund 6,8 Mrd. Euro bzw. 64,6 Prozent auf 17,4 Mrd. Euro. Davon betrug das Aktienfondsvolumen 4,2 Mrd. Euro, das der nachhaltigen Rentenfonds 5,5 Mrd. Euro. Die 1-Jahres-Performance der nachhaltigen Aktienfonds liegt bei 20,1 Prozent, gemischte nachhaltige Portfolios legten um 1,7 Prozent zu. Bednar hofft, dass die im Regierungsübereinkommen festgelegte Befreiung von der Kapitalertragssteuer für nachhaltige Investmentfonds auch umgesetzt wird.

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