Flughafen Wien: "Ticketpreise werden um 20 bis 30 Prozent teurer werden"

Flughafen-Passagiere gab es in Österreich 2025 deutlich mehr.
Wien, Innsbruck Graz, Linz und Klagenfurt verzeichneten letztes Jahr gestiegene Passagierzahlen. Für 2026 ist man deutlich pessimistischer. Auch die Preise dürften bald steigen.

Zusammenfassung

  • Passagierzahlen an den Flughäfen Wien, Graz, Linz und Klagenfurt sind 2025 deutlich gestiegen, Wien verzeichnet einen neuen Rekord.
  • Für 2026 wird in Wien ein Rückgang der Passagierzahlen erwartet, vor allem wegen des Wegfalls von Wizz Air und der Reduktion von Ryanair.
  • Ticketpreise dürften wegen EU-Regulierungen steigen, während der Flughafen Wien Rekordinvestitionen plant und beim Personal spart.

Die großen Flughafenbetreiber des Landes haben am Dienstag Resümee über die Passagierzahlen im abgelaufenen Jahr gezogen und einen Ausblick für 2026 gegeben. "2025 ist sehr erfreulich verlaufen", sagt Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger zu einem Resultat, das auch für die Flughäfen Innsbruck, Graz, Linz und Klagenfurt gilt. In Wien wurden 32,6 Millionen Flugpassagiere und 313.763 Tonnen Frachtaufkommen gezählt - ein neuer Rekordwert.

Beliebte Flugreisen sorgen für enormes Wachstum

"Der Trend zu Flugreisen ist nach wie vor sehr stark", meint Jäger. Vor allem bei Flügen nach Ostasien hat es ein kräftiges Plus von 21 Prozent gegeben. Bei einzelnen Destinationen erzielten Türkei, Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate die höchsten Zuwächse bei den Passagierzahlen. Gegenüber 2024 sind die Passagierzahlen insgesamt um 2,6 Prozent gewachsen. Noch stärker stiegen die Zahlen auf den Flughäfen Malta (plus 12,3 Prozent) und Kosice (plus 12,2 Prozent), die zur Flughafen Wien Gruppe zählen.

In Malta wurden erstmals über 10 Millionen Passagiere gezählt. Jäger zeigt sich begeistert über ein "unglaubliches Wachstum": "2011 hatten wir dort noch 3,5 Millionen Passagiere." Der Anstieg sei mit dem starken Wirtschaftswachstum von Malta zu erklären, aber auch mit einer engen Zusammenarbeit von Regierung, Tourismusbehörde und Flughafen. "Viele andere Standorte könnten sich da ein Scheibchen abschneiden", so Jäger.

Regionalflughäfen machen bis zu 45,2 Prozent Plus

Am Flughafen Graz gab es 2025 einen Anstieg um 1,4 Prozent auf 831.095 Fluggäste, am Flughafen Innsbruck verreisten um 2,4 Prozent mehr (882.876), der Flughafen Klagenfurt verzeichnete um 27,2 Prozent mehr Passagiere (175.347), der Flughafen Linz meldet ein Plus von 45,2 Prozent (262.347). Einzig am Flughafen Salzburg, dem zweitgrößten Österreichs, gab es 2025 ein Minus von 0,7 Prozent auf 1.774.154 Passagiere.

Die fünf Regionalflughäfen, die zusammen auf 3.925.819 Passagiere und damit um 140.000 mehr als 2024 kommen, sprechen von guten Ergebnissen angesichts eines herausfordernden Umfelds.

Wegfall von Wizz Air wird man spüren

Das kommende Jahr sollte schwieriger werden, ist Jäger überzeugt. In Wien erwartet man für 2026 einen Rückgang der Passagierzahlen auf 30 Millionen. Hauptgrund dafür ist die Abwanderung von Wizz Air nach Bratislava und die Reduktion von Ryanair. "Viele andere Airlines verdichten zwar ihre Verbindungen nach Wien, aber die Einbußen durch die 'Low Cost Carrier' werden nicht zur Gänze wettgemacht."

In Linz wird 2026 die im November weggefallene Austrian-Airlines-Verbindung nach Frankfurt fehlen. Graz und Klagenfurt erwarten sich heuer erneut ein Gästeplus.

Ticketpreise sollen durch EU-Regeln steigen

Die Gelegenheit der Verkehrszahlenpräsentation nutzte Flughafen-Wien-Vorstand Günter Ofner, um auf ungünstige Rahmenbedingungen hinzuweisen. Die hohe Ticketsteuer sei eine davon: "Die EU-Überregulierung bringt Kosten und Probleme. Sie ist zu einer Wachstumsbremse geworden." Höhere Kosten, etwa durch Emissionshandel oder die Pflicht, dem Kerosin nachhaltige Treibstoffe (SAF) beizumengen, seien eine massive Benachteiligung von Flughafen-Standorten in der EU.

"Ticketpreise werden in den nächsten zwei bis drei Jahren wahrscheinlich um 20 bis 30 Prozent teurer werden", prognostiziert Ofner. Dazu kämen lange Genehmigungsverfahren, die Projekte wesentlich verteuern, sowie die Flugabgabe, welche die Regierung demnächst evaluieren will.

Die Flughafen Wien Vorstände Günter Ofner und Julian Jäger bei der Bekanntgabe der Verkehrsergebnisse 2025.

Die Flughafen Wien Vorstände Günter Ofner und Julian Jäger bei der Bekanntgabe der Verkehrsergebnisse 2025.

Rekordinvestitionen und Personalabbau am Flughafen Wien

Dennoch plant der Flughafen Wien für 2026 Rekordinvestitionen von 330 Millionen Euro, u.a. für die Süderweiterung des Terminal 3 und eine Erweiterung des Flughafengeländes um 47 Hektar. Auch der "Space Cluster", in dem Raumfahrtunternehmen am Flughafen angesiedelt werden, wird 2026 wachsen. Fünf neue Unternehmen werden laut Ofner einziehen, bestehende werden maßgeblich expandieren.

Um die Investitionen rein aus Eigenmitteln stemmen zu können, wird an anderen Stellen rigoros eingespart, z.b. beim Personal. Hauptsächlich durch natürliche Abgänge sollen 200 Arbeitsplätze wegfallen.

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