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G-20-Treffen in Moskau
02/15/2013

ESM-Chef sagt größeren Euro-Raum voraus

"Euro-Raum wird wachsen", so Regling. Deutscher Finanzminister Schäuble optimistisch für gemeinsame Linie zu Währungspolitik.

Bei einem zweitägigen Treffen in der russischen Hauptstadt Moskau beraten ab heute die Finanzminister und Notenbankchefs der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) über die Lage der Weltwirtschaft. Dabei geht es unter anderem um die Finanzmarktregulierung und Maßnahmen gegen die Manipulation von Wechselkursen.

"Der Euro-Raum wird wachsen"

Der Direktor des Euro-Rettungsfonds ESM, Klaus Regling, glaubt im Vorfeld an eine Erweiterung der Eurozone. "Der Euro-Raum wird wachsen", sagte er dem RadiosenderHR-Info. So wolle etwa die Mehrzahl der osteuropäischen EU-Staaten der Gemeinschaftswährung beitreten. Diese Länder warteten allerdings ab, bis die Krise vorbei sei. Zudem müssten sie die Konvergenzkriterien erfüllen, sagte Regling.

Der Höhepunkt der Krise sei inzwischen überschritten, sagte der ESM-Chef. In den vergangenen zwölf Monaten habe sich die Lage verbessert. Die Reformen und Sparanstrengungen in den angeschlagenen Staaten seien deutlich vorangekommen. "Die Länder sind auf dem richtigen Weg", urteilte Regling. "Griechenland steht sicherlich weiter am schlechtesten da, hat aber auch großen Erfolg." Er mahnte, die Anstrengungen in den Krisenländern müssten aufrechterhalten werden: "Es wäre ein Jammer, wenn man jetzt abbrechen würde, nachdem durchaus mehr als die Hälfte erreicht ist."

"Marktorientierte Wechselkurse ohne Interventionen des Staates"

Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble ist zuversichtlich, dass sich nach den G-7 auch die G-20-Länder auf eine gemeinsame Linie in der Währungspolitik verständigen können. Es gehe um marktorientierte Wechselkurse ohne Interventionen des Staates, sagte Schäuble am Freitag imDeutschlandfunk. "Ich bin ganz zuversichtlich, dass dies auch die gemeinsame Position in Moskau aller G-20-Staaten sein wird."

Zugleich betonte der deutsche Finanzminister, dass die Reduzierung der Staatsfinanzierung fortgesetzt werden müsse. Dies sei in Toronto vereinbart worden. Zu den Zielen, auf die man sich damals verständigt hatte, gehört eine Halbierung der Staatsdefizite bis 2013 und eine Schuldenstand-Stabilisierung bis 2016.