Sojaanbau in OÖ

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Wirtschaft
02/10/2020

Erstmals mehr als 200.000 Tonnen Soja in Österreich geerntet

Den stärksten prozentuellen Flächenzuwachs konnte Wien verzeichnen, wo die Sojaanbaufläche von 92 auf 140 Hektar gestiegen ist.

von Kid Möchel

Der Sojaanbau in Österreich ist eine Erfolgsgeschichte. Im Vorjahr sind sowohl Anbauflächen als auch Erntemengen für Soja erneut deutlich gestiegen. "Auf rund 70.000 ha haben die heimischen Soja-Landwirte erstmals über 200.000 t Soja geerntet. Damit hat sich die heimische Soja-Produktion in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Über ein Drittel der heimischen Soja-Ernte stammt aus biologischem Anbau. Österreichische Soja-Verarbeiter sind mittlerweile Markführer in Europa, Start-ups in der Soja-Branche boomen", heißt es in einer Aussendung des Vereins Soja aus Österreich.

Sojabohnen sind nach Mais, Weizen und Gerste mit 69.160 Hektar flächenmäßig die viertwichtigste Ackerfrucht auf Österreichs Feldern. Damit hat Soja längst den Weg aus der Nische geschafft.

„Während die Weizenflächen 2019 auf dem niedrigsten Stand seit AMA-Aufzeichnungen sind und auch die Gerstenflächen abgenommen haben, konnten Sojabohnen durch neuerlichen Flächenzuwachs von über 1.500 Hektar Platz vier im Flächenranking weiter ausbauen“, sagt Karl Fischer, Obmann des Vereins Soja aus Österreich. „Auch Sonnenblume, Körnererbse und Ackerbohne können der Sojabohne den Rang als wichtigste Alternativkultur in Österreich nicht einmal ansatzweise streitig machen.“ Den stärksten prozentuellen Flächenzuwachs konnte Wien verzeichnen, wo die Sojaanbaufläche im Vergleich zu 2018 von 92 auf 140 Hektar gestiegen ist. „Es gibt wohl wenige europäische Hauptstädte, in denen Soja mit vier Prozent Anteil in der Fruchtfolge auf den Feldern steht“, sagt Fischer. Die klare Nummer eins im heimischen Sojaanbau ist das Burgenland. Mit 23.438 ha liegen hier rund ein Drittel der heimischen Sojaflächen

Flächenzuwachs durch Biolandwirtschaft

 

Die Steigerung der Sojaflächen 2019 geht alleine auf Bio-Flächen zurück. Insgesamt kultivierten Bio-Landwirte 2019 auf 24.435 ha Sojabohnen. Im Vergleich zu 2018 ist der Bioflächen-Anteil somit von 29 auf 35 % gestiegen. Dieser Wert ist einzigartig in Europa. Auch hier ist das Burgenland Spitzenreiter: Mehr als 50 % der Sojaflächen werden dort nach Kriterien des biologischen Landbaus bewirtschaftet.

Der Anbau von Sojabohnen spielt für Österreichs Landwirtschaft und die heimischen Landwirte eine immer wichtigere Rolle. Die positive Entwicklung ermöglicht Landwirten zusätzliche Produktionsmöglichkeiten und eine attraktivere Wertschöpfung. Zudem ist keine andere Eiweißpflanze am Feld so effizient. Die Sojapflanze ist ein Stickstoffsammler. Dank sogenannter Knöllchenbakterien im Wurzelgeflecht kann die Pflanze Stickstoff aus der Luft direkt für den Eiweißaufbau nutzen und benötigt keine zusätzliche Düngung. Durch diese Eigenschaft zeichnet sich Soja am Feld als Extensivkultur aus. Soja ist eine zielführende Abwechslung zu Getreide und Mais auf den Äckern und unterstützt Landwirte dabei, eine gesunde Fruchtfolge einzuhalten.

Als wärmeliebende Pflanze profitiert Soja fraglos von den geänderten Klimabedingungen der letzten Jahre. Im Zusammenhang damit ist die Ertragssicherheit moderner Sojasorten ein wichtiges Entscheidungsmerkmal. Österreichische Saatgutzüchter wie die Saatzucht Donau oder die Saatzucht Gleisdorf entwickeln mittels klassischer Züchtungsmethoden standortangepasste Sojasorten. Einer der wenigen Pflanzenzüchter in Europa, der sich ausschließlich mit der Züchtung von Sojasaatgut befasst, ist Bernhard Mayr von der Saatzucht Donau am Standort im oberösterreichischen Reichersberg.

2019 wurden in Österreich 215.143 t Soja geerntet – so viel wie noch nie. Damit hat sich die Sojaernte in den letzten zehn Jahren mehr als verdoppelt. Fischer, der im Hauptberuf Geschäftsführer der Saatbau Linz ist und die Sojabranche wie seine Westentasche kennt, schätzt das Potenzial der Sojabohne in Österreich bis zum Jahr 2030 auf 100.000 ha Anbaufläche mit einer Erntemenge bis 350.000 t jährlich ein. Damit würde Österreich weitestgehend Eiweißautarkie erreichen.

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