┬ę APA/ROBERT JAEGER

Wirtschaft
09/23/2019

Erste Runde der Metaller-Verhandlungen ohne Ergebnis

Positionen laut Arbeitgeberseite weit voneinander entfernt. Am Dienstag wird weiter verhandelt.

Die erste Verhandlungsrunde f├╝r einen neuen Kollektivvertrag in der Metalltechnischen Industrie ist am fr├╝hen Montagabend ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Morgen folgt bereits die zweite Runde.

Im Fokus der ersten Runde standen die Forderungen der Gewerkschaft. Die Arbeitgeber hatten zu Mittag nach der Forderungs├╝bergabe das von den Arbeitnehmervertretern angestrebte Lohn- und Gehaltsplus von 4,5 Prozent als "realit├Ątsfremd" zur├╝ckgewiesen und auf den Konjunkturabschwung verwiesen.

Arbeitnehmer verdienen "fairen Anteil"

"Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben die vergangenen zehn Rekordjahre erarbeitet. Jetzt verdienen sie ihren fairen Anteil", so die gewerkschaftlichen Chefverhandler Rainer Wimmer, PRO-GE, und Karl D├╝rtscher, GPA-djp, nach dem Ende der ersten Verhandlungsrunde in einer Aussendung.

Wimmer und D├╝rtscher sehen die wirtschaftliche Lage der Metallindustrie positiv: "Wenn die Arbeitgeber im gro├čen Stil Gewinne aussch├╝tten k├Ânnen, dann muss auch eine gute Erh├Âhung der L├Âhne und Geh├Ąlter drin sein."

Die Arbeitgebervertreter bezeichneten die erste Gespr├Ąchsrunde als "konstruktiv und faktenbasiert". F├╝r den Obmann des WK├ľ-Fachverbands Metalltechnische Industrie (FMTI), Christian Knill, liegen die Gewerkschaft und die Arbeitgeber allerdings "in der grunds├Ątzlichen Einsch├Ątzung der Lage sehr weit auseinander". Die letzten Jahre seien "durch sehr hohe Abschl├╝sse und eine gute Konjunktur gekennzeichnet" gewesen, so Knill in einem Statement gegen├╝ber der APA. Die Krise der Automobilindustrie und die globalen Handelskriege w├╝rden heuer aber die Metalltechnische Industrie direkt treffen.

Warnung vor zu hohen Abschl├╝ssen

Der FMTI-Obmann warnt vor den Folgen von zu hohen Gehalts- und Lohnabschl├╝ssen in Zeiten des Konjunkturabschwungs. "S├Ąmtliche Konjunkturanalysen sind als Warnsignale zu verstehen, ein unvern├╝nftig hoher Lohnabschluss w├Ąre sehr unverantwortlich und w├╝rde in Zukunft viele Arbeitspl├Ątze gef├Ąhrden", so Knill. Man m├╝sse "gemeinsam daran arbeiten, uns f├╝r die st├╝rmischen Zeiten zu wappnen und unsere Wettbewerbsf├Ąhigkeit zu erhalten."

Morgen, Dienstag um 10.30 Uhr, findet die zweite Runde der Metaller-KV-Verhandlungen in der Wirtschaftskammer in Wien statt. Die Mitgliedsunternehmen des WK├ľ-Fachverbands Metalltechnische Industrie haben rund 135.800 Besch├Ąftigte, darunter sind rund 7.500 Mitarbeiter aus der Gie├čereiindustrie, die ihren Kollektivvertrag getrennt verhandeln, aber Teil des Fachverbands sind.

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