Wifo-Chef Christoph Badelt

© APA - Austria Presse Agentur

Interaktiv
04/23/2020

Wifo: "Das Bild ist recht düster, aber es gibt Lichtblicke"

Forscher prognostizieren nun heuer -5,25 bis -7,5 Prozent Minus. "Leichte Belebung", ab Mitte 2020 wird die Wirtschaft stärker.

Es gibt zarte Anzeichen von Hoffnung für die heimische Wirtschaft. Dass Österreich gemeinsam mit Dänemark zu den ersten Ländern in Europa zählt, die die Beschränkungen nach vier Wochen Sperre in Teilbereichen etwas lockern konnten, haucht der Unternehmenslandschaft etwas Leben ein.

Bereits von April bis Juni sollte die wirtschaftliche Aktivität somit "wieder etwas an Fahrt aufnehmen", prognostizierte das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) am Donnerstag in seinem jüngsten Konjunktur-Update.

Ab Sommer stärker

Anfangs werde das durch die weiter bestehenden Beschränkungen auf niedrigem Niveau stattfinden. Abgesehen von Großveranstaltungen und dem Reiseverkehr (vor allem Flügen) sollten die meisten Beschränkungen ab Sommer aber deutlich gelockert werden. 

Immer freilich unter der Prämisse, dass die Neuansteckungen unter Kontrolle bleiben. Dann ist ab Jahresmitte (dem dritten Quartal) mit einer stärkeren Zunahme der wirtschaftlichen Aktivitäten zu rechnen.

Minus: Fünfeinviertel Prozent

Unterm Strich heißt das: In ihrem Basisszenario gehen Wifo-Chef Christoph Badelt und Konjunkturexperte Josef Baumgartner nun von einem Minus im Bruttoinlandsprodukt (BIP) für 2020 von -5,25 Prozent aus.

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Die Beschäftigung schrumpft dank der breiten Inanspruchnahme von Kurzarbeit "nur" um 1,75 Prozent. Gäbe es dieses Instrument nicht, wäre der Rückgang sogar 4,25 Prozent, so Badelt. Die Arbeitslosenquote wird trotz der staatlichen Jobsubventionen von 7,4 Prozent im Vorjahr auf 8,7 Prozent im Jahr 2020 steigen.

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Das geht kräftig ins Geld: Wegen Kurzarbeit, Härtefallfonds (die rund 12,5 Milliarden Euro kosten) und Steuerausfällen explodiert Österreichs Budgetdefizit 2020 förmlich auf 7,5 Prozent des BIP. 

Badelts Fazit: "Das bisher gezeichnete Bild ist recht düster, aber es gibt durchaus Lichtblicke."

Pessimistisches Szenario

Weil alles im Moment in der Schwebe ist, rechnen die Ökonomen momentan mit Wahrscheinlichkeiten und denken in Szenarien. Dass es glimpflicher kommen könnte, sei zum jetzigen Zeitpunkt "noch nicht vollkommen ausgeschlossen". 

Allerdings: Wahrscheinlicher als das ist ein noch schlechteres Ergebnis als in der Hauptvariante. Und zwar dann, wenn die Wirtschaft bei unseren Haupthandelspartnern - Deutschland, USA, Italien!, China  - stärker einbrechen sollte als erwartet.

Dann würde die Wirtschaftsleistung um 7,5 Prozent schrumpfen, die Arbeitslosenquote auf 9,1 Prozent klettern und die Lücke im staatlichen Finanzhaushalt "auf gut zehn Prozent ansteigen".

Innovative Berechnung

Jede Krise bringt auch einen Innovationsschub. Üblicherweise sind Umfragen bei den Firmen ein wichtiger Baustein der Konjunkturprognosen. Jetzt sind diese, angesichts der großen Unsicherheit und wechselhaften Lage durch die Corona-Pandemie und Covid-19-Erkrankungen, praktisch nutzlos.

Die Wirtschaftsforscher haben darauf reagiert und haben einen wöchentlichen Wifo-BIP-Indikator entwickelt. Daten, die auf Tages-, Wochen- und Monatsbasis zeitnah verfügbar sind, fließen dabei ein.

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