Corona: Italiens Tourismus feierte positiven "Ferragosto"

Ferragosto in Italy
54 Prozent der Italiener verbrachten den Feiertag außer Haus. Es sind auch wieder mehr Österreicher in Italien.

Der wegen des Coronavirus stark belastete Fremdenverkehr in Italien hat sich mit einem regen "Ferragosto" am Samstag, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt, zugleich Höhepunkt der Sommersaison getröstet. 54 Prozent der Italiener verbrachten den Tag außer Haus. Trotz des massiven Ausfalls ausländischer Touristen meldeten Hotels und Restaurants einen Zuwachs bei der Zahl italienischer Urlauber.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Coldiretti/Ixe verließ jeder zweite Italiener den Heimatort, um einen Urlaub am Meer oder im Gebirge zu verbringen. Viele verbrachten den Feiertag mit Freunden oder Angehörigen.

Eine zunehmende Zahl österreichischer Urlauber wurde am Gardasee sowie in den Adria-Badeorten in Friaul oder Venetien gemeldet. Einige heimische Touristen wagten sich auch bis in den Süden. Ein Wiener Paar verzichtete auf eine Reise nach Thailand und entschloss sich zu einer Autoreise bis zur idyllischen Meeresortschaft Minori an der Amalfi-Küste südlich von Neapel.

"Wir hatten schon die Tickets nach Thailand. Wir haben alles abgesagt und beschlossen, an die Amalfi-Küste zu reisen, weil wir Positano besichtigen wollten. Die Gegend ist sicher, alle Urlauber tragen Mundschutz. Die Restaurants sind bei der Einhaltung der Anti-Covid-Sicherheitsvorkehrungen besonders rigoros. Die Gegend ist idyllisch, wir werden bestimmt wieder zurückkehren", sagten Barbara und Alexander Kratochwil.

Wieder mehr Touristen in Neapel

Viele Ausländer sind inzwischen auch wieder nach Neapel zurückgekehrt. Die Fähren, die in Richtung Capri und Ischia verkehren, sind in diesen Tagen voll ausgebucht. "Touristen aus Österreich, Deutschland, Spanien, Frankreich und Großbritannien sind wieder in Neapel und Umgebung unterwegs. Das ist ein Signal der Hoffnung für unseren Fremdenverkehr, der in den vergangenen Monaten stark gelitten hat", berichtet Giuseppe Ragosta, Sprecher des touristischen Verbands der Amalfi-Küste im Gespräch mit der APA.

Wegen steigender Zahlen an Corona-Neuinfektionen bei italienischen Touristen, die aus dem Ausland zurückkehren, rief Gesundheitsminister Roberto Speranza am Wochenende die Jugendlichen zu Umsicht auf. "Ich begreife, dass Jugendliche nach Monaten des Lockdowns Spaß haben wollen, doch sollten sie bedenken, dass sie so ihre Eltern und Großeltern anstecken könnten ", sagte Speranza. Er rief zur Einhaltung der Abstandsregeln und zum Tragen von Mundschutz auf.

In Italien müssen sich Einreisende und Urlaubs-Rückkehrer aus Kroatien, Griechenland, Malta und Spanien seit Donnerstag verpflichtend auf das Coronavirus testen lassen. Die Regelung gilt vorerst bis 7. September in allen Regionen. Zuletzt waren viele positive Corona-Fälle bei Italienern aufgetreten, die aus dem Urlaub in den entsprechenden Ländern heimgekehrt waren. Auf den italienischen Flughäfen kam es infolge von Kontrollen zu chaotischen Zuständen.

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