Colop-Geschäftsführer Ernst Faber mit seinem mobilen Drucker

© Christoph Hilger/Colop

Digitales Österreich
11/18/2019

Colop: Mit Kombi aus Stempel und Drucker ins digitale Zeitalter

Welser Stempel-Hersteller sucht mit Innovation neue Geschäftsfelder. Der klassische Stempel ist aber noch lange nicht tot.

von Anita Staudacher

Er sieht aus wie eine Computer-Maus, ist aber ein kleiner, mobiler Drucker, der quasi jede beliebige Unterlage beschriften kann. Stempel 4.0 wird die Innovation des Welser Familienunternehmens Colop auch bezeichnet. Das neue Markierungsgerät e-mark basiert auf der Inkjet-Drucktechnologie und funktioniert in Kombination mit einer App, die auf Smartphones oder Tablets heruntergeladen wird. Dort können unterschiedlichste Texte, Bilder oder Logos etc. farbig gestaltet und anschließend via WLAN an den e-mark gesendet werden. Dieser druckt die Motive dann mit einer einfachen Seitwärtsbewegung auf unterschiedliche Materialien wie Papier, Bücher, Servietten oder Holz. Die Batterie lässt sich auf einer Dockingstation wieder aufladen.

„Mithilfe der Gratis-App, die in App-Stores verfügbar ist, können Abdrucke innerhalb kürzester Zeit individuell gestaltet, geändert und gespeichert werden“, erläutert Colop-Geschäftsführer Ernst Faber beim Firmenbesuch des KURIER. Im Gegensatz zu herkömmlichen, analogen Stempeln könne ein einzelner Abdruck bis zu 150 Millimeter lang sein.

Mit einer Spezialfunktion lasse sich dieser mit nur einer Seitwärtsbewegung beliebig oft wiederholen. Für Colop, einer der weltweit führenden Hersteller von Selbstfärbestempeln, ist der e-mark ein wichtiger Brückenschlag ins digitale Zeitalter und soll neue Märkte erschließen. Bei Erfolg soll sich dadurch der Firmenumsatz mittelfristig verdoppeln. Die Fachwelt scheint angetan. Die Neuheit erhielt heuer den oberösterreichischen Landespreis für Innovation.

Schwedische Erfindung

Erfunden wurde der e-Mark vom schwedischen Entwickler Alex Breton, bei der Druckertechnologie kooperiert Colop mit dem US-Konzern HP. Für den Vertrieb und um das Markierungsprodukt weiterzuentwickeln, wurde gemeinsam mit Breton eine eigene Firma, die Colop Digital GmbH, gegründet. Der Preis des e-mark beträgt rund 300 Euro, Zielgruppe sind sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden. Der Verkaufsstart in Österreich, Deutschland und anderen europäischen Ländern erfolgte diesen Sommer, als nächstes ist die USA an der Reihe. Die weltweite Einführung soll im Laufe des Jahres 2020 erfolgen. Hergestellt wird der digitale Stempel übrigens in Malaysia.

Nr. 2 am Weltmarkt

Colop wurde 1981 vom ehemaligen Trodat-Mitarbeiter Karl Skopek gegründet und ist mit 500 Mitarbeitern die Nummer 2 am weltweiten Stempelmarkt hinter Nachbar Trodat, der ebenfalls in Wels beheimatet ist. Bis heute wird ein Großteil der Stempel am Stammsitz produziert, wo alle 3,7 Sekunden ein fertiger Stempel vom Band läuft. Der zweite Standort befindet sich in Borovany/Tschechien.

Auch wenn der globale Stempelmarkt schrumpft und daher die Zahl an Herstellern sinkt, tot sei er noch lange nicht, meint Faber: „Schon seit 20 Jahren höre ich, dass es den Stempel nicht mehr lange geben wird. Bis jetzt waren die Prognosen falsch.“ Besonders China sei ein riesiger Markt. „In China wird noch extrem viel gestempelt“, so Faber.

Wenn die Chinesen Stempel bestellen, etwa für Schuluniformen oder Behörden, sind Stückmengen von 100.000 keine Seltenheit. „Für einen gültigen Vertrag in China braucht es bis zu fünf verschiedene Stempel“, erzählt Vertriebschef Franz Ratzenberger. In den USA habe jede Familie ihren eigenen Familienstempel. Colop bietet neben klassischen Selbstfärbestempeln auch Datumsstempel, Geschenk-Stempel für den Kreativbereich sowie Stempelkugelschreiber an.

Die beiden Welser Stempelproduzenten Trodat (1.600 Mitarbeiter) und Colop (500)  sind führend am Weltmarkt. Die Wurzeln reichen bis in die Nachkriegszeit zurück. Colop ist eine Abspaltung von Trodat, hat Niederlassungen in 15 Ländern, zuletzt wurden Standorte in Guangzhou (China) und Mumbai (Indien) eröffnet. Die Exportquote beträgt 98 Prozent, die  Stempel werden in 120 Länder geliefert. Marktführer Trodat beliefert 150 Länder und hat mit der Lasertechnologie (Laserscanner) unter der Marke „Trotec“ ein zweites Standbein geschaffen.

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