E-Control-Vorstände Wolfgang Urbantschitsch & Alfons Haber

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wirtschaft von innen
12/16/2021

Boni, Dienstwagen, Nebenjobs – der Poker um die Verträge der E-Control-Chefs

Aufsichtsratschefin Edith Hlawati hat nachgebessert und geht, aber Vorstände haben immer noch nicht unterschrieben

von Andrea Hodoschek

Das Tauziehen um die Gagen samt Nebenleistungen der nicht mehr ganz neuen Chefs der E-Control, Wolfgang Urbantschitsch und Alfons Haber, wird immer absurder. Es geht immerhin um eine der wichtigsten unabhängigen Behörden des Landes und die Energiepreise spielen verrückt. Seit März sind die Vorstände im Amt, haben aber immer noch nicht ihre Dienstverträge unterschrieben.

Am Mittwoch legte Edith Hlawati den Aufsichtsratsvorsitz der E-Control zurück. Die renommierte Wirtschaftsanwältin tritt Anfang Februar ihren neuen Job als Chefin der Staatsholding ÖBAG an. Zum Portfolio gehört die Mehrheit am Stromkonzern Verbund, der unter der Aufsicht der E-Control steht. Es war klar, dass die gestrenge Juristin Hlawati keine Unvereinbarkeiten riskieren würde.Vor ihrem Abgang hätte die ÖVP-nahe Hlawati noch die ziemlich lästige Causa Vorstandsverträge erledigen sollen, hoffte man im für die E-Control zuständigen Klimaministerium.

Der Aufsichtsrat besserte die Konditionen jetzt deutlich nach, doch Urbantschitsch (ÖVP) und der eher grüne Universitätsprofessor Haber haben bis dato wieder nicht unterschrieben.

Dürfte den Herren immer noch etwas zu wenig zu sein. Bisher erhielten die E-Control-Chefs laut dem Rechnungshof 272.300 Euro im Jahr. Eher üppig für Behördenchefs und mehr als die anderen Regulatoren erhalten, meint man in Aufsichtsrat und Ministerium. In der Ausschreibung für die Neubestellung im März war klar, dass die Gagen um etwa 25 bis 30 Prozent gekürzt werden.

Fragt sich, warum sich jemand bewirbt, wenn er mit dem Salär ohnehin nicht zufrieden ist. Der Headhunter hatte schließlich kein Geheimnis aus den Konditionen gemacht. Und warum werden zwei Vorstände ohne Verträge überhaupt bestellt? Urbantschitsch wurde verlängert, Haber ist neu an Bord.

Zu beachten sind auch noch die Feinheiten des E-Control-Gesetzes. Die Regierung bestellt (auf Vorschlag der Klimaministerin) die Chefs, erst dann darf der Aufsichtsrat mit ihnen die Verträge aushandeln.

Neun Monate schon konnte man sich nicht einigen. Der Aufsichtsrat hat jetzt nachgebessert, vor allem bei Boni, Nebenjobs und Dienstwagen. Alles allerdings penibel innerhalb der Ausschreibungskriterien und des Gesetzes. In Summe liegt das neue Angebot leicht unter den Alt-Gehältern. Laut einem Statement von Hlawati zum KURIER seien mit den Vorständen „attraktive Verträge nach den Parametern der Ausschreibung verhandelt worden und liegen nun unterschriftsreif am Tisch.“

Im Ministerium hofft man, dass sich das emotional aufgeladene Klima mit dem Wechsel im Aufsichtsrat entspannen könnte. Zur neuen Vorsitzenden rückt die Arbeiterkammer-Expertin Dorothee Herzele auf. Neu bestellt wird Nicolas Rathauscher, Büroleiter von ÖVP-Urgestein und Wirtschaftskammer-Generalsekretär Karlheinz Kopf .

andrea.hodoschek

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