Wirtschaft
03/03/2021

Blick ins Einkaufwagerl: Was die Österreicher 2020 gekauft haben

Gefragt war, was schnell gekocht ist. Sauerrahm war teilweise ausverkauft, Bio ein Verkaufsschlager und Aktionen gab es weniger

von Simone Hoepke

Dass die Lokale geschlossen haben, spiegelt sich auch in den Einkaufswägen im Supermarkt wider. Die Österreicher haben 2020 deutlich mehr in Supermärkten und Diskontern ausgegeben – im Schnitt um 14 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
„Am stärksten ist das Plus im zweiten Quartal, also im 1. Lockdown, mit 20 Prozent ausgefallen“, sagt Michael Blass, Chef der Agrarmarketing Austria (AMA) bei der Präsentation der alljährlichen Marktanalyse RollAma. Was aus Konsumentensicht noch aufgefallen ist: Es gab weniger Aktionen. „Offenbar war es für die Händler nicht nötig zu schleudern, um Frequenz in die Geschäft zu bringen“, meint Blass. Das werde aber eher ein kurzfristiges Phänomen als eine Trendumkehr sein.

Gekauft wurde im Vorjahr aber auch verstärkt abseits der großen Ketten, etwa bei Fleischern, Bäckern oder direkt ab Hof. Die sogenannten alternativen Anbieter verbuchen demnach ein Umsatzplus von 21 Prozent auf insgesamt 713 Millionen Euro.
Im Durchschnitt haben die Österreicher laut RollAMA im Vorjahr monatlich 170 Euro für frische Lebensmittel im Supermarkt ausgegeben, das waren um zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr.

Ein genauerer Blick in die Einkaufswägen zeigt, dass in den Haushalten deutlich mehr gekocht wurde. Und zwar vor allem Gerichte, die schnell gehen. Reibkäse, Butter oder Sauerrahm wurden zum Lockdown-Bestseller. „Sauerrahm war im ersten Lockdown sogar teilweise ausverkauft“, sagt Micaela Schantl von der AMA-Marktforschung. Gekauft wurde auch mehr Fleisch, „allen voran Huhn und Faschiertes, also alles, was man schnell zubereiten kann“. Weniger gefragt war dagegen Wild, ein Essen, das traditionell eher bei Feiern serviert wird.


Zugenommen hat – wie berichtet – die Nachfrage nach Bio. Der Anteil von Bio-Ware hat im Vorjahr erstmals die 10-Prozent-Marke überschritten.

Detail am Rande: Gekochte Eier waren 2020 weniger gefragt. Das Jausengeschäft ist weggebrochen, die großen Osterfeiern sind ins Wasser gefallen. Letzteres droht sich 2021 zu wiederholen.
 

 

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