Bittere Pleite eines bekannten Reinigungsunternehmens

Spülmittel eignet sich auch für Küchenoberflächen, Fenster und Spiegel
Das Unternehmen wurde bereits geschlossen, 142 Jobs betroffen.

„Um in der heutigen Geschäftswelt erfolgreich und nachhaltig zu bestehen, müssen Sie in der Lage sein, sich auf Ihr Kerngeschäft zu fokussieren. Ablenkungen und Nebensächlichkeiten verlangsamen Ihre Geschäftsprozesse und können Gründe für eine geminderte Wettbewerbsfähigkeit sein. Unser professionelles Reinigungsunternehmen hilft Ihnen dabei, sich voll auf Ihr eigentliches Geschäft zu fokussieren“, heißt es auf der Firmen-Homepage. “Die KFMS bietet eine breite Palette von Reinigungsdienstleistungen an. Wir kümmern uns um Büroreinigung, Gebäudereinigung, Teppichreinigung, Fensterreinigung, Baureinigung, Hygiene und Desinfektion, Spezialreinigung, umweltfreundliche Reinigung, Grünanlagenpflege, Winterdienst und Schädlingsbekämpfung.“ Nachsatz: „Unsere Fachleute verwenden modernste Ausrüstung und umweltfreundliche Produkte, um sicherzustellen, dass Ihre Räumlichkeiten sauber, gesund und einladend sind. Ihr Wohl und die Zufriedenheit Ihrer Kunden und Mitarbeiter stehen im Mittelpunkt unserer Dienstleistungen.“

Die Rede ist von der KFMS GmbH mit Sitz in Linz. Über ihr Vermögen wurde bereits am 14. März ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Das Unternehmen ist in der Gebäude-, Fassaden- und Denkmalreinigung tätig. Laut Creditreform wurde das Verfahren mittlerweile in einen Konkurs umgewandelt und das Unternehmen wird nun liquidiert.

Schließung war unumgänglich

„Laut Auskunft der ÖGK waren bei Insolvenzeröffnung 139 Dienstnehmer in Oberösterreich beschäftigt. In Wien schienen noch 3 Dienstnehmer aufrecht auf, wobei diese 3 Ende Februar vom Steuerberater abgemeldet wurden und die Abmeldung noch nicht durchgeführt wurde“, heißt es im ersten Bericht des renommierten Insolvenzverwalters Wilhelm Deutschmann. 

Und weiter heißt es: „Am 19. März 2024 wurde eine Erstbesprechung mit dem Geschaftsführer der Schuldnerin, Herrn Dragan A. und dessen Rechtsvertretung, dem Steuerberater und Herrn Mag. K. durchgeführt, um eine mögliche Fortführung zu besprechen. Es hat sich in dieser Besprechung herausgestellt, dass die Teilbetriebe defizitär sind und wurde der Schließungsantrag eingebracht und die insolvenzgerichtliche Schließung bewilligt.“

Am 22. März hat der Insolvenzverwalter mit der Arbeiterkammer eine Betriebsversammlung mit allen Mitarbeitern abgehalten. „Der Insolvenzverwalter hat am 20. März 2024 somit unmittelbar nach der Entscheidung über die Schließung das Frühwarnsystem des AMS ausgelöst“, heißt es weiter.

 

Der Hintergrund

Die Antragstellerin KFMS GmbH teilt am 27. Februar 2024 dem Gericht mit, dass das Unternehmen überschuldet ist. „Der gegenwärtige Geschäftsführer Dejan A. vertritt die Gesellschaft erst seit 18.09.2023 und wurde weder von den vorhergehenden Geschäftsführern noch der Gesellschafterin in Kenntnis darüber gesetzt, dass es Altschulden bei Finanzamt Österreich und der ÖGK gibt“, heißt es im Antrag. Der vorhergehende Geschäftsführer soll angeblich verpflichtend abzuführende Beiträge in beiden Fällen nicht abgeführt haben.

Bei der Finanz steht das Unternehmen mit 218.600 Euro in der Kreide, bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) sogar mit 467.400 Euro.

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