Billa-Chef wirft Regierung Rufschädigung vor

Billa-Chef wirft Regierung Rufschädigung vor
Die angedachte Transparenzmaßnahme hält Rewe-Vorstand Marcel Haraszti für "Schattenboxen".

Nach dem Lebensmittelgipfel kritisiert der Rewe-Vorstand Marcel Haraszti in einem Interview im Wirtschaftsmagazin "trend" das Vorgehen der Bundesregierung. Die Regierung hätte den Lebensmittelhandel als einen der Preistreiber in eine Reihe mit den Energieunternehmen gestellt.

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"Wir sind sehr ernüchtert, dass so ein politischer Populismus in Österreich möglich ist. Er ist rufschädigend und inhaltlich schlicht falsch. Wir sind weder raffgierig noch Abzocker, im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) arbeiten wir mit Margen von 0,5 bis 2 Prozent – man muss im Handel zwischen Umsatz und Gewinn unterscheiden", so Haraszti. 

Hält nichts von Transparenzmaßnahme

Die von der Regierung angedachte Transparenzmaßnahme, ähnlich wie in Frankreich Einkaufspreise zu veröffentlichen, hält er für "Schattenboxen, eine aktionistische Maßnahme, die genau nichts bringen wird". Den Vorwurf eines besonderen Oligopols im Lebensmittelhandel bezeichnet er als "Unsinn". Schweiz oder Norwegen, Finnland, Belgien, Schweden oder Dänemark seien bezüglich der Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel durchaus mit Österreich vergleichbar.

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Grundsätzlich sei der Preisunterschied zu Deutschland durch die Rahmenbedingungen fixiert, sagt der Vorstand: "Deutschland etwa hat nur sieben Prozent Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel, Österreich zehn.

Der Aktionsanteil liegt in Deutschland bei 10 bis 15 Prozent, in Österreich durchschnittlich bei 30 bis 40 Prozent. Wir haben eine viel ländlichere Filialstruktur als in Deutschland, wo es mehr Ballungszentren gibt. Unsere Lohnkosten sind hier bei einem flächendeckenden Kollektivvertrag viel höher. In Deutschland gilt gerade einmal für ein Viertel der Mitarbeiter im Handel ein freiwilliger Tarifvertrag."

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