Die AUA-Maschine war auf dem Weg von Bangkok nach Wien.

© /Austrian Airlines Group

Wirtschaft
05/28/2020

AUA startet wieder am 15. Juni

Die AUA hebt vorerst zu 37 Destinationen ab, Tickepreise sollen anfangs niedriger sein. Der Vorstand ist bei der Staatshilfe zuversichtlich.

von Andrea Hodoschek

Gute Nachrichten von der AUA: Die Lufthansa-Tochter hebt nach fast 90 Tagen Grounding ab dem 15. Juni wieder ab. Begonnen wird mit 37 Destinationen. Auf dem Flugplan stehen 17 Strecken in Deutschland sowie Zürich, London,Paris, Amsterdam, Brüssel, Tel Aviv und Ziele in Osteuropa und Griechenland. Zum Einsatz kommen 12 der insgesamt 80 Flugzeuge, vor allem kleinere Maschinen wie Embraer 195 und Dash 8, kündigte der Vorstand am Donnerstag an. Der Erstflug wird am 15. Juni um 6:30 Uhr nach München abheben.

München, Frankfurt und Zürich sollen täglich angeflogen werden, als Zubringerverkehr zu den Lufthansa-Drehkreuzen.

In der ersten Woche will die AUA 128 Flüge durchführen, das sind vier Prozent der Kapazität vor Corona. In der darauf folgenden Woche ist eine Steigerung auf sechs Prozent geplant.Sobald auf der Kurz- und Mittelstrecke wieder genügend Zubringerverkehr aufgebaut sei, werde die AUA auch wieder Langstreckenflüge anbieten, sagte Vorstand Andreas Otto.

Die Ticketpreise würden anfangs "eher günstig" sein, da die Nachfrage noch nicht groß sei.

Vorschriften für Passagiere

Die Fluggäste müssen an Bord eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen und werden ersucht, ihre Masken selbst mitzubringen. Auch am Flughafen Wien herrscht Maskenpflicht. Während der gesamten Reise kann es wegen der verschärften Hygenie- und Sicherheitsvorschriften zu längeren Wartezeiten kommen, auch an den Sicherheitskontrollen der Flughäfen. Fluggäste, die nicht im selben  Haushalt leben, sollen möglichst weiträumig im Flugzeug verteilt werden.

Die Maschinen werden innen öfters gereinigt. Spezielle Filter sorgen für eine permanente Reinigung der Bord-Luft. Der Standard dieser Geräte entspricht  laut AUA jenen in klinischen Operationssälen. Die Luftströmung finde von oben nach unten statt, eine Verteilung  zwischen den Sitzreihen sei unwahrscheinlich.

Die Passagiere werden ersucht, bei der Planung ihrer Reise die aktuellen Einreise- und Quarantänevorschriften zu beachten. Einzusehen auf der Website des Außenministeriums und der IATA (Weltluftfahrt-Organisation).

Gebührenfreie Umbuchung

Die AUA erweitert den Zeitraum für die gebührenfreie Umbuchung. Tickets, die bis 30. Juni 2020 gebucht wurden und ein Reisedatum bis inkusive 30. April 2021 haben, können nun bis 31. Dezember 2021 umgebucht werden. Bis dahin können die Passagiere ein neues Flugdatum bekannt geben.

Cash-Situation

AUA-Chef Alexis von Hoensbroech ist zuversichtlich, dass die AUA wirtschaftlich überleben wird. "Der Gipfel ist in Sicht, aber wir sind noch nicht oben", sagte Hoensbroech auf einer virtuellen Mitarbeiter-Veranstaltung. Die Gespräche für die Staatshilfe würden konstruktiv verlaufen, man spüre einen "starken Lösungswillen".

Es könne aber immer noch etwas schief gehen, schränkte Hoensbroech ein. Entweder bei den Verhandlungen mit der Regierung oder bei den Verhandlungen der Lufthansa. Hoensbroech rechnet mit einer Einigung über die Staatshilfe in Österreich, sprich einen Eigenkapital-Zuschuss der Republik, in den  nächsten Tagen bis maximal ein, zwei Wochen.

Nach intensiven Verhandlungen konnten jetzt Stundungsvereinbarungen über 25 bis 30 Millionen Euro erreicht werden. Die Zahlungsfähigkeit sei nach wie vor noch bis Mitte Juni gegeben. Ein Faktor dabei seien die Ticket-Rückerstattungen.

Das Paket mit Erster und RBI über die Garantie-Kredite steht, die Institute werden nächste Woche mit dem 20 Seiten starken Term Sheet  in ihre eigenen Gremien für das OK gehen. Darüber hinaus werde noch mit zwei weiteren Banken verhandelt. Als Besicherung dient, wie der KURIER bereits berichtete, die Flotte.

Bei der letzten Sitzung am 26. Mai der Wirtschaftsprüfer von PwC mit dem Vorstand über die Fortbestandsprognose wurden die bisherigen Verhandlungsergebnisse mit der Belegschaft, die ein drastisches Sparpaket akzeptiert, und den Lieferanten als positiver Fortschritt anerkannt. Endgültig beurteilt werden kann der Business-Plan allerdings erst, wenn die Standortvereinbarung und der Eigenkapitalzuschuss festgezurrt sind.