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wirtschaft von innen
05/18/2020

Peinlicher Auftritt von Telekom-Vorstand Plater

Telekom-Vorstand hielt bei Videokonferenz mit Belegschaft sein Kaffeehäferl mit Frauenbrüsten in die Kamera.

von Andrea Hodoschek

Einmal wöchentlich pflegt Alejandro Plater, Vorstand der Telekom Austria Group, routinemäßig in einer Videokonferenz aus seinem Homeoffice mit der Belegschaft zu kommunizieren. Am vergangenen Freitag demonstrierte der Argentinier bei seiner Plauderstunde wieder mal den südamerikanischen Macho. Gut gelaunt gestikulierte er vor der Kamera, in der Hand sein Kaffeehäferl – darauf deutlich sichtbar gezeichnete Frauenbrüste.

Einige Hundert, möglicherweise aber auch einige Tausend Telekom-Mitarbeiter dürften ihrem Chief Operating Officer (COO) Plater dabei schon zugesehen haben. Der Videocall steht jedem der mehr als 18.000 Mitarbeitern des teilstaatlichen Konzerns offen.

Plater bemerkte den Fauxpas selbst noch am Anfang des Calls, entschuldigte sich sofort und ließ das Häferl aus dem Bereich der Kamera verschwinden. Zu spät. In der Belegschaft erhielt Plater zwar auch einige Lacher. Doch wie man hört, fanden viele Mitarbeiterinnen und Kollegen den Auftritt gar nicht lustig, sondern frauenfeindlich und geschmacklos. Tenor: Ein derartiger Auftritt ausgerechnet in MeToo-Zeiten darf einem Spitzenmanager nicht passieren.

Geschenk der Ehefrau

„Die Tasse war während des restlichen Calls nicht mehr im Bild“, ringt sich ein Telekom-Sprecher ein offizielles Statement dazu ab. Die private Tasse sei ein Familiengeschenk, „es sollte natürlich weder unhöflich noch anstößig wirken“.

Plater, Statthalter des mexikanischen Telekom-Mehrheitseigentümers America Movil, ist „Wiederholungstäter“. Gleich nach seinem Amtsantritt gab der mit einer Schwedin verheiratete Plater bei der Weihnachtsfeier für das Management vor versammelter Mannschaft einen widerlichen, frauenfeindlichen Witz zum Besten. Erst zwei Wochen später entschuldigte er sich in einem Mail mit dem Titel „My personal follow-up to TAG christmas party“.

Feminisierungskampagne

Nach einer langen Schrecksekunde erklärte Plater, das Häferl stamme von Urban Outfitters und sei Teil der Feminierungskampagne der BoobArt Aktion.Der Hintergrund, so die Telekom, sei "ja eine positive Initiative", das Ganze stelle sich dadurch "natürlich in einen anderen Kontext".