Wellness
31.03.2017

Yoga auf Instagram: Am liebsten kopfüber

Beliebiges Posieren in Sportoutfits war gestern, heute zeigen sich Yogis auf Instagram akrobatisch. Beim Nachahmen ist Vorsicht geboten.

Yoga liegt im Trend - gefühlt sogar mehr denn je. Das kommt nicht von ungefähr. Die Erforschung der alten indischen Lehre, die körperliche Übungen sowie Entspannungs- und Atemübungen vereint, fördert immer mehr positive Wirkungsweisen zutage. So soll Yoga unter anderem bei Depressionen und erhöhtem Blutdruck helfen. Ruhe und Ausgeglichenheit werden gefördert.

Auch immer mehr Instagrammer und Blogger versuchen sich derzeit in der Praktik, die der hinduistischen Philosophie entstammt. Besonders beliebt (und fototauglich): der Handstand. Wer diesen schafft, feiert sich selbst meist ausgiebig auf Social Media. Informationen über die korrekte Ausführung bleibt man den Fans meist schuldig. Das ist nicht ungefährlich, wie Viktoria Ecker vom Wiener Yogastudio "Doktor Yoga" erklärt.

"Wenn man in seinem ganzen Leben überhaupt noch nie Yoga oder Gymnastik gemacht hat und keine Ahnung von den Übungen hat, sollte man in jedem Fall zuerst in Kurse gehen oder Privatstunden nehmen und nicht einfach Videoanleitungen folgen. Danach kann man selbstständig üben und sich immer wieder Hilfe und Unterstützung vom Yoga-Lehrer holen", betont Ecker.

Handstand als Herausforderung

Generell sei der Handstand, der neben dem Unterarmstand und Kopfstand zu den drei Umkehrhaltungen gehört, kein Muss beim Yoga. "Yoga kann einfache, fordernde und akrobatische Formen annehmen. In letztere kann auch der Handstand einfließen. Das hebt die Yoga-Praxis quasi auf das nächste Level", erklärt die Yogalehrerin, die in ihrem Studio selbst regelmäßig Handstandkurse anbietet.

Das Leben einer Yoga-Praxis bestimmt sich letztendlich nicht durch die äußerliche Schwierigkeit einer Übung, sondern eher "durch die Präzision der Technik". "Natürlich sucht jeder Yogi in seiner Praxis etwas anders. Manche suchen körperliches Workout, andere meditative Entspannung oder Konzentration."

Viel und geduldig üben

Da man Yoga sein ganzes Leben lang ausüben kann, wird die Praxis mitunter langweilig. Dann muss eine neue Herausforderung her, um den Reiz des Lernens aufrecht zu erhalten - zum Beispiel der Handstand.

Um diesen zu perfektionieren braucht es vor allem eines: Geduld. "Eine der wichtigsten Lektionen auf dem Weg zum Handstand ist die Geduld. Wenn man zu schnell zu viel will, dann tut man sich eher weh." Problematisch sind vor allem die Handgelenke, die Schultern, die Ellbogen und die Oberschenkelrückseiten. Hier kann es zu einer Überdehnung kommen.

Im Internet gibt es mittlerweile unzählige mit Tipps gespickte Youtube-Videos und Instagram-Tutorials, sowohl zum Handstand als auch zu anderen Übungen. "Je nach Körpertyp funktionieren gewisse Tipps besser und andere schlechter. Es gibt nicht den einen Tipp, der jeden zum Handstand bringt", meint Ecker.

Hilfsmittel bei Verletzungen

Zwischen den zahlreichen Yoga-Bildern auf Instagram kommen Interessierten immer wieder sogenannte Feet-up-Trainer unter. Diese Hilfsmittel können laut Ecker unter bestimmten Umständen hilfreich sein: "Wenn man Verletzungen im Schulter-, Handgelenks- und Ellbogenbereich hat, ist es eine gute Idee einen Feet-up-Trainer zu verwenden."

Viktoria Ecker ist Yogalehrerin und Betreiberin des Studios Doktor Yoga im 1. Wiener Gemeindebezirk. Ab dem 1. April steht Interessierten ein zweites Studio im 7. Bezirk zur Verfügung. Weitere Infos finden Sie hier.