Wellness
09.09.2017

Unwillkürlich: Wenn das Auge zuckt

Meist harmlos - und dennoch unangenehm: Wir klären auf, warum das Lid manchmal unwillkürlich zuckt.

Von außen sind die minimalen Muskelzuckungen oft kaum erkennbar, Betroffene empfinden die unkontrollierten Bewegungen des Lids aber meist als unangenehm. Welche – meist unbedenklichen – Ursachen das Lidzucken haben kann und wann ein Arztbesuch ratsam ist, haben wir für Sie zusammengefasst.

Stress bis Schlafmangel: Was Lidzucken auslöst

Wie bei vielen körperlichen Erscheinungen können auch die Muskelzuckungen am Auge auf Stress zurückzuführen sein. Stress bedingt, dass im Körper vermehrt Cortisol und Adrenalin, beides Stresshormone, ausgeschüttet werden. Das führt dazu, dass die Muskeln am und um das Auge sensibler reagieren und leichter reizbar sind, wie Augenarzt John Hovanesian im Interview mit dem Magazin Self schildert.

Neben psychischer Belastung kann auch Schlafmangel das Lidzucken hervorrufen. "Je müder man ist, desto schlimmer wird auch das Zucken", erklärt Amy Zimmerman, Expertin für Augenheilkunde gegenüber Self. Grund dafür ist, dass das sympathische Nervensystem, das jene Impulse steuert, die den Körper in erhöhte Leistungsbereitschaft versetzt und auch den Abbau von Energiereserven bewirkt, bei Schlafdefizit auf Hochtouren arbeitet. Abhilfe ist in diesem Fall schnell gefunden: Durch ausreichend Schlaf verschwindet das unwillkürliche Zucken.

Auch eine Entzündung der Bindehaut kann zu Lidzuckungen führen. Diese kann mit entsprechenden Medikamenten, die vom Facharzt verordnet werden, gut behandelt werden. Indiz für eine Augenentzündung sind neben den Zuckungen auch Rötungen und Schmerzen im Augenbereich.

In ganz seltenen Fällen kann das Lidzucken auf eine ernsthaftes medizinischen Problem hindeuten, wie der deutsche Augenarzt Gisbert Richard gegenüber der Apotheken Umschau erklärt: "In seltenen Fällen kommt es zu einem Krampf des ringförmig angelegten Muskels, der für den Lidschluss verantwortlich ist. Ein starker Krampf kann eine Sehbehinderung zur Folge haben."

Hält das Zucken über einen längeren Zeitraum an oder tritt häufig und besonders stark auf, gilt es jedenfalls den Rat eines Mediziners einzuholen.