Kind, medizin, medikamente

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Medizin-Mythen
06/05/2016

Lebensmittelallergien bei Babys vermeiden - geht das?

Besorgte Eltern wollen ihre Kinder vor späteren Allergien schützen.

Allergien gegen Lebensmittel sind bei Kindern häufig, in den USA sind rund fünf von 100 Kindern und Jugendlichen betroffen, Tendenz leicht steigend. In den meisten Fällen beginnt eine Lebensmittelallergie bereits vor dem zweiten Geburtstag des Kindes. Manche besorgten Eltern setzen daher darauf, bekannte Allergieauslöser wie Erdnüsse, Kuhmilch, Hühnerei oder Weizen möglichst spät zu Babys Speiseplan hinzuzufügen. Doch kann eine solche Verzögerung das Allergierisiko wirklich verringern? Die Public-Health-Experten des Info-Service-Portals "medizin transparent" an der Donau-Universität Krems haben die Faktenlage geprüft.

Frühe Gabe von Allergenen?

Über Jahrzehnte haben Fachleute genau das empfohlen. Den beobachteten Anstieg der Fälle von Lebensmittelallergien haben diese Empfehlungen aber nicht verhindern können. Mittlerweile zeigen Studien in die gegenteilige Richtung. Eine dieser Studien untersuchte Kinder mit erhöhtem Allergierisiko bis zu ihrem fünften Geburtstag. Bei ihnen schien das frühe Füttern von babygerecht zubereiteten Erdnüssen das Allergierisiko sogar zu verringern.

Was für Erdnüsse gilt, muss nicht unbedingt auf andere allergieauslösende Lebensmittel zutreffen. Weitere Studien zu Allergien gegen Kuhmilch und Hühnereiern zeigen aber zumindest, dass es nichts bringt, das Füttern von milch- und eihältigen Speisen hinauszuzögern. Das Allergierisiko sinkt dadurch wahrscheinlich nicht.

Darm lernt vermutlich durch Kontakt mit Allergenen

Über den Grund sind sich Wissenschaftler nicht klar. Sie vermuten jedoch, dass der kindliche Magen-Darm-Trakt im ersten Lebensjahr durch regelmäßigen Kontakt lernt, bestimmte Nahrungsmittel zu tolerieren, anstatt eine allergische Reaktion zu entwickeln.

Die meisten der Studien haben jedoch Kinder von Eltern untersucht, die selbst an einer Nahrungsmittelallergie leiden. Die Ergebnisse sind daher nur für solche Hochrisiko-Babys abgesichert, sie müssen aber nicht auf andere Kinder zutreffen. Unklar ist auch, ob ein möglichst früher Kontakt für alle theoretisch allergieauslösenden Lebensmittel unproblematisch ist.

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