Wellness
14.04.2017

Schlafloses Baby: Ist das Smartphone schuld?

Eine Studie liefert erstmals Erkenntnisse dazu, wie sich die kindliche Smartphone-Nutzung auf das Schlafverhalten auswirkt.

Smartphones und Tablets sind omnipräsent. Auch Kinder und Säuglinge haben immer öfter Kontakt mit diversen Gadgets. Das wirkt sich negativ auf den Schlaf der Kinder aus, wie Psychologe Tim Smith von der Birkbeck Universität in London belegen konnte.

Die Kernerkenntnis seiner Studie, die laut seinen Angaben die erste Erhebung zu diesem Thema ist: Schon sechs Monate alte Babys schlafen kürzer, wenn sie auf Smartphones oder Tablets herumdrücken. Pro Stunde, die das Gerät vom Kind verwendet wird, verringert sich die Schlafzeit in der Nacht um 15 Minuten.

75 Prozent nutzen Gadgets

Für die Untersuchung wurden insgesamt 715 Eltern befragt, deren Kinder das dritte Lebensjahr noch nicht erreicht hatten. Dabei wurde erhoben, wie oft die Kinder mit einem Smartphone oder Tablet spielen und wie das Schlafverhalten der Kleinen aussieht. Es zeigte sich, dass 75 Prozent der Kleinkinder und Säuglinge täglich digitale Geräte verwenden. Bei Babys zwischen sechs und elf Monaten sinkt der Wert auf 51 Prozent, unter den älteren Kleinkindern (25-26 Monate alt) nutzen 92 Prozent diverse Gerätschaften.

Nicht in Panik ausbrechen

Von voreiligen Schlüssen rät Smith ab. Zum einen sei lediglich ein Zusammenhang und keine Wirkung nachgewiesen worden. Demnach ist es auch möglich, dass Eltern Babys, die nicht schlafen können oder wollen, mit Smartphones beruhigen und beschäftigen. Zum anderen sei ausreichend Schlaf und die dabei ablaufende Regeneration fürs Kind zwar enorm wichtig, gänzlich verwehren sollte man ihnen die Geräte dennoch nicht. Seine Untersuchung belegt beispielsweise, dass Smartphones sich positiv auf die Entwicklung der Feinmotorik auswirken.

Dennoch: "Es ist zwar keine beträchtliche Dauer, wenn man zehn bis zwölf Stunden pro Tag schläft, aber jede Minute spielt aufgrund der Vorteile des Schlafs bei der Entwicklung eine Rolle", betont Smith im Interview mit der BBC. Klare Empfehlungen für Eltern könne man derzeit noch nicht aussprechen, da "die Wissenschaft der Technologie noch hinterherhinkt und es zu früh für klare Aussagen ist".