Hitze kann gut fürs Herz sein.

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Wellness
02/02/2019

Saunieren: Wie oft Sie für ein längeres Leben schwitzen müssen

Wer in die Sauna geht, lebt länger – ergab eine Studie. Aber nur, wer es regelmäßig tut.

von Elisabeth Gerstendorfer

Gute Nachrichten für alle, die in den Semesterferien wieder einmal in die Sauna wollen: Regelmäßiges Saunieren reduziert deutlich das Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben. Beim kontrollierten Schwitzen kann die Herzfrequenz auf bis zu 150 Schläge pro Minute ansteigen – wie bei leichtem Training. So sinkt das Risiko für Bluthochdruck, weiters werden Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz oder ein Aortenaneurysma, bei dem es zu einer Aussackung der Hauptschlagader kommt, unwahrscheinlicher.

Zwar ist bekannt, dass Saunabesuche positive Effekte bringen, eine kürzlich veröffentlichte Studie der Universität Ostfinnland gemeinsam mit der Medizinischen Universität Innsbruck zeigt jedoch, wie groß diese Effekte sind. Dafür wurden rund 1700 regelmäßige Saunierer zwischen 53 und 74 Jahren seit den 1980ern zu ihrer Gesundheit und ihren Saunagängen befragt. Das Ergebnis: Wer vier bis sieben Mal pro Woche die Sauna besuchte, hatte ein um 70 Prozent geringeres Risiko, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. Bei jenen, die zwei bis drei Mal wöchentlich saunierten, war das Risiko immerhin um 29 Prozent reduziert.

Elastische Blutgefäße

Die Studienteilnehmer gingen in finnische Saunen mit hohen Temperaturen von 80 bis 100 Grad Celsius und niedriger Luftfeuchtigkeit. Studienautor Peter Willeit ist Epidemiologe an der Med-Uni Innsbruck und erläutert den Hintergrund: "Der günstige Effekt der Sauna zeigt sich in der Regulation des Blutdrucks. Beim Saunieren erweitern sich die Gefäße, nachher kommt es bei der Abkühlung zur Verengung. Das fördert die Elastizität der Gefäße.“ Die Ergebnisse galten auch, wenn Einflüsse wie Alter, Geschlecht, sportliche Aktivität, sozialer Status, Alkoholkonsum und ähnliche Faktoren berücksichtigt wurden. Im Schnitt schwitzten die Teilnehmer je Durchgang zehn bis zwölf Minuten und absolvierten meist ein bis zwei Aufgüsse.

Der Experte betont auch die Zusammenarbeit mit der Uni Ostfinnland: „In Finnland wird mehr sauniert als in Österreich. Fast jede Familie hat Zugang zu einer Privatsauna. Bei uns ist häufiger, dass man hin und wieder einen Wellnesstag einlegt und dort in die Sauna geht.“ Die Effekte würden aber klar durch das häufige Saunieren bewirkt.

Bekannt ist, dass Saunieren das Immunsystem stärkt und die Muskeln entspannt. Sauna-Neulinge müssen aber beachten, dass es auch eine gewisse Belastung für den Körper ist. Willeit rät daher zur „langsamen Steigerung“.

Wer niedrigen Blutdruck oder bestehende Herz-Kreislauf-Probleme hat, muss sehr vorsichtig sein: Durch die Hitze kann der Blutdruck weiter sinken und es kann zu Kreislaufproblemen kommen.

Die wichtigsten Saunaregeln

Worauf besonders Einsteiger achten sollten:

- Langsam angehen Anfänger sollten zunächst schauen, wie sie auf das Saunieren reagieren und mit milderen Temperaturen (50 bis 60 Grad) beginnen.

- Richtige Dauer Saunagänge sollten nur zwischen acht und fünfzehn Minuten dauern, wobei man erst liegen und sich die letzten zwei Minuten hinsetzen sollte, um den Kreislauf wieder zu aktivieren.

- Pausen einlegen Zwischen den Durchgängen sollte man sich genug Zeit für Erholung gönnen. Für einen Saunabesuch mit zwei bis drei Aufgüssen sollten inklusive Pausen und Ruhe danach insgesamt zwei Stunden eingeplant werden.

- Nicht gleich duschen Nach dem Aufguss sollte man sich zuerst an der frischen Luft bewegen, da der Körper erst einmal Sauerstoff benötigt. Dann kann man sich langsam kalt abduschen. Ein langsames Abkühlen schützt vor allem Saunaeinsteiger davor, dass der Kreislauf zu schnell beschleunigt.

- Viel trinken Beim Saunieren verliert man viel Flüssigkeit. Deshalb zwischen den Saunagängen viel Wasser oder gespritzte Fruchtsäfte trinken. Auf Alkohol verzichten (belastet den Kreislauf zusätzlich).

- Nicht mit Fieber in die Sauna Wer mit erhöhter Temperatur in die Sauna geht, bringt die körpereigene Temperaturregelung durcheinander. Dass man in der Sauna eine Erkältung ausschwitzen kann, ist ein Mythos.

- Badeschlapfen Um eine Ansteckung mit Fußpilz zu vermeiden, sollte man in der Sauna Schlapfen tragen.

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