Wellness
19.04.2017

Liefern Rotkraut & Heidelbeeren dieselben Nährstoffe?

Ein Leser fragte die Gesundheitsredaktion der New York Times, ob Rotkraut und Heidelbeeren aufgrund ihrer ähnlichen Farbe auch ähnlich gesund sind.

Die dunkelrote, nahezu violette Pigmentierung ist Kohl und Beeren gemein. Beim Nährstoffgehalt unterscheiden sich Heidelbeeren und das wesentlich preiswertere Rotkraut jedoch.

Rotkraut, auch Rotkohl genannt, ist in erster Linie kalorienarm und vitaminreich. Will man dem Körper die in der Heidelbeere enthaltenen Antioxidantien zuführen, ist das violette Kohlgemüse aber nicht sehr hilfreich, wie Amy Howell, Forscherin an der Rutgers University, erklärt. Howell hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eingehend mit den Inhaltsstoffen unterschiedlicher Beeren und deren Wirkungsweisen befasst.

Die Heidelbeere enthält Howell zufolge nicht nur insgesamt einen höheren Gehalt an Antioxidantien (sekundäre Pflanzenstoffe), sie liefert auch unterschiedliche

Anthocyane

, jene wasserlöslichen Pflanzenfarbstoffe, die Blüten und Früchten eine intensive rote, violette oder blaue Färbung verleihen und zu den antioxidativ wirkenden sekundären Pflanzenstoffen gezählt werden. Diese Bandbreite an Nährstoffen sei auch für das größere gesundheitliche Potenzial der Beeren verantwortlich, so Howell.

Heidelbeeren fürs Hirn

Doch damit nicht genug: Heidelbeeren enthalten eine ganze Reihe weiterer gesundheitsfördernder Substanzen, mit denen das Rotkraut nicht aufwarten kann. Dabei handelt es sich um Bioaktive Substanzen, Stoffe in Lebensmitteln, die zwar keinen Nährstoffcharakter aber eine gesundheitsfördernde Wirkung besitzen. Studien hätten gezeigt, dass Heidelbeeren beispielsweise die Hirnleistung unterstützen, weiß Mary Ann Lila von der North Carolina State University. In einer Studie an übergewichtigen Diabetes-Risikokandidaten erhöhte der tägliche Verzehr von Heidelbeeren die Insulinsensibilität der Teilnehmer und verbesserte ihre Blutzuckerwerte. Gefährliche Entzündungshormone, die vom Fettgewebe produziert werden und eine Insulinresistenz begünstigen, gingen zurück.

Rotkrautliebhaber müssen nicht verzagen. Die Kohlart enthält viel gesundes Vitamin C (eine Portion deckt 85 Prozent des Tagesbedarfs), Vitamin A, K und B6. Auch mit den Mineralstoffen Kalium, Selen sowie Magnesium kann es punkten. Damit die gesunden Inhaltsstoffe beim Kochen erhalten bleiben, sollte das Kraut möglichst kurz und schonend gegart werden.