Wellness
04.07.2017

Gemüsechips: Ungesünder als normale Kartoffelchips

Gemüsechips erobern die Regale vieler Supermärkte. Warum das problematisch ist, erklärt eine britische Ernährungswissenschafterin.

Rote Rübe, Süßkartoffel, Karotte, Pastinake – all diese Gemüsesorten lassen sich hervorragend zu Chips verarbeiten. Beworben werden sie als gesunde Alternative zu herkömmlichen Kartoffelchips. Die Realität sieht anders aus.

Ungesünder als herkömmliche Chips

Wie Ernährungswissenschafterin Charlotte Sitling-Reed im Gespräch mit dem Independent erklärt, ist die Gemüsevariante der frittierten Rohscheiben teilweise noch ungesünder als normale Kartoffelchips.

In einer Studie, die Sitling-Reed kürzlich durchführte, zeigte sich, dass derartige Produkte Unmengen an Salz und Fett enthalten. Der tatsächliche Gemüseanteil ist unterdessen relativ gering. So beinhaltete ein Produkt (Tyrells Mixed Root Vegetable Crisps) mit einer Füllmenge von 40 Gramm mit 14,3 Gramm nahezu doppelt so viel Fett wie ein Schokoriegel der Marke Mars (8,6 Gramm). Sogar ein Donut von Hersteller Krispy Kreme wies mit 8,3 Gramm weniger Fett auf als die Gemüsechips.

"Das Problem mit Produkten, die oft als 'gesündere Alternativen' gesehen werden ist, dass sie nicht immer so gut sind wie ihr Ruf", betont Sitling-Reed. "Chips sind Chips und selbst wenn sie aus Gemüse gemacht sind, ist es sehr wahrscheinlich, dass sie zu viel Fett, gesättigte Fettsäuren und Salz enthalten", erklärt die Expertin weiter. Tatsächlich würden manche Gemüsechips mehr gesättigte Fettsäuren und Salz enthalten als bekannte Chips-Produkte.

Die Gefahr sieht die Ernährungswissenschafterin vor allem darin, dass Konsumenten aufgrund der Vermarktung derartiger Produkte getäuscht werden und glauben, dem Körper etwas Gesundes zuzuführen - und in weiterer Folge auch entsprechend mehr konsumieren. "Ich weiß aus erster Hand, dass in Diätkliniken oft mehr als doppelt so große Portionen von den Klienten gegessen werden, wenn die Speise als gesund wahrgenommen wird."