Wellness
23.04.2017

Immer hungrig? Diese Zutat könnte der Grund dafür sein

Salziges Essen macht durstig, so weit, so klar. Eine neue Studie legt jedoch nahe, dass erhöhter Salzkonsum langfristig die Flüssigkeitsaufnahme reduziert und stattdessen den Appetit steigert.

Mit ihren Erkenntnissen stellt die deutsch-amerikanische Forschergruppe bisher gültige Annahmen über die Auswirkungen einer besonders salzigen Ernährung quasi auf den Kopf.

Veröffentlicht wurde die zweiteilige Studie im Journal of Clinical Investigation, finanziert unter anderem von den National Institutes of Health (NIH), einer Unterorganisation der US-Gesundheitsbehörde.

In der ersten Publikation berichten die Wissenschafter von einem Experiment mit russischen Kosmonauten, die zwischen 2009 und 2011 an einem Flugsimulationsprogamm teilnahmen und während dieses Zeitraums in einer vollkommen kontrollierten Umgebung lebten – optimale Bedingungen, um eine Erhebung zu den Auswirkungen bestimmter Ernährungsweisen durchzuführen. In der zweiten Studie wurde das Experiment mit Mäusen wiederholt.

Durstig? Fehlanzeige!

Die Studienautoren wollten wissen, was passiert, wenn man den Salzkonsum der Probanden von zwölf Gramm Salz pro Tag auf sechs Gramm pro Tag reduziert. Bisherigen Studien zufolge würde dies weniger Durst und damit weniger Flüssigkeitsaufnahme nach sich ziehen.

Doch das Gegenteil war der Fall: Die Männer tranken weniger Wasser, wenn sie mehr Salz zu sich nahmen. Daraus folgern die Forscher, dass der Körper bei hohem Salzkonsum Wasser speichert oder mehr Wasser produziert, anstatt es mit dem Salz über den Urin auszuscheiden.

Für Jens Titze, Studienleiter und Professor für Medizin an der Vanderbilt University, sind die Erkenntnisse nicht allzu überraschend: "Es macht Sinn, dass der Körper bei einem hohen Salzkonsum Wasserverlust verhindern will. Also müssen die Nieren einen Weg finden, um den Wassergehalt im Körper zu erhöhen – und wenn man mehr Wasser im Körper gespeichert hat, ist man auch weniger durstig."

Macht Salz fett?

Nicht nur auf das Durstgefühl hatte der Salzgehalt der verabreichten Nahrung einen Einfluss: Die Männer berichteten bei erhöhtem Salzkonsum auch von einem gesteigerten Hungergefühl, obwohl sich die Ernährung in puncto Kalorien und Nährstoffgehalt nicht geändert hatte. Für Titze ein Anzeichen dafür, dass der Körper mehr Energie braucht, um Wasser zu speichern – was wiederum zu mehr Appetit und in weiterer Folge "sogar zu einer Gewichtszunahme führt", so Titze.

Der kurzzeitige Effekt salzigen Essens, also Durst

, sei zwar dennoch wissenschaftlich haltbar, über einen längeren Zeitraum verändere sich die physische Reaktion jedoch ins Gegenteil, fassen die Forscher zusammen.