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Was in Kokosnuss-Produkten steckt
06/22/2016

Was in Kokosnuss-Produkten steckt

Produkte aus der exotischen Frucht sollen besonders gesund sein. Doch was steckt dahinter?

von Ingrid Teufl

Model Miranda Kerr isst täglich mehrere Löffel Kokosöl, ihre Kollegin Alessandra Ambrosio und Superstar Madonna werden mit Kokoswasser abgelichtet: Wenn Stars bestimmte Lebensmittel propagieren, dauert es nicht lange, bis der Trend auch den gemeinen Konsumenten erreicht. Schließlich will jeder seinem Körper Gutes tun.

Die Kokosnuss verfügt über viele wertvolle Inhaltsstoffe wie etwa Mineralien und Vitamine, zweifellos. Aktuell greifen Ernährungsbewusste also zu Kokosprodukten. In den entlegenen Reform-Laden muss dafür niemand mehr, längst haben heimische Supermarktketten auf die Kundennachfrage reagiert.

Hype um Mehr-Wert

Lebensmittel mit hohem Exotikfaktor wie etwa Kokosöl, Kokosmehl oder das fast geschmacklose Kokoswasser füllen die Regale. Auch echte oder vermutete Allergien und Intoleranzen (etwa auf Laktose oder Gluten) spielen eine Rolle bei der steigenden Nachfrage. "Heute entsteht schnell ein Hype – alles muss Wunderkräfte haben," sagt Ernährungswissenschaftlerin Claudia Nichterl. "Doch im Grunde findet man in jedem Lebensmittel einen Mehr-Wert, wenn man es näher betrachtet."

Kokoswasser, Kokosmilch

Ähnlich argumentiert Ernährungsmediziner Christian Matthai: "Wir sind gerne auf der Suche nach einer Lösung für alle Probleme." Zum Prädikat "gesund" sei es dann nicht mehr weit. Kokoswasser etwa punktet ernährungsphysiologisch durch seine Nährstoffzusammensetzung, die es zu einem kalorienarmen, isotonischen Durstlöscher macht. Doch diesen Effekt erfüllt gespritzter Apfelsaft genauso gut. "Gerade im pseudo-gesundheitlichen Bereich ist Kokos derzeit ein großes Thema, allerdings werden manche Aspekte zu wenig beachtet." Oft heiße es etwa, Kokos mache nicht dick. Bei Problemen mit dem Fettstoffwechsel lassen sich wohl Kalorien einsparen, wenn man etwa Schlagobers durch Kokosmilch ersetzt. Aber jeden Tag in größeren Mengen konsumiert, schlägt sich auch das vermeintlich gesunde Produkt in der Kalorienbilanz nieder. Nichterl resümiert: "Kokosprodukte sind sicher nicht der Schlankmacher, als der sie verkauft werden."

Mehl, Öl: niedriger glykämischer Index

Durch die derzeit beliebte Low Carb- und Paleo-Ernährung, die auf wenige Kohlenhydrate setzt, boomen wiederum Kokosmehle. "Sie besitzen mehr Faseranteile, daher sind die Kalorien und die glykämische Last gesenkt", erklärt Nichterl. Dazu kommen mittelkettige gesättigte Fettsäuren, die durch ihre Struktur bekömmlicher sind und schneller verwertbar sind. Doch dies erfüllen auch heimische Produkte. "Man kann genauso gut Kürbiskern- oder Hanfmehl verwenden, auch sie haben einen hohen Fettanteil." Sogar die Verdauung lässt sich mit heimischen Ölen – die im übrigen nicht so weit transportiert werden müssen – gut ankurbeln. "Jedes Öl schmiert und wirkt anregend."

Kokoszucker mit Karamellgeschmack

Der niedrigere glykämische Index von Kokosnussprodukten bringt viele auf den Geschmack von Kokoszucker – aber er unterscheidet sich gar nicht so sehr vom heimischen Rübenzucker. "Man muss sich schon bewusst sein, dass Zucker Zucker bleibt", betont Matthai. Nichterl ergänzt: "Der karamellig-malzige Geschmack ist durchaus als Abwechslung interessant. Ähnlich wie normaler Haushaltszucker besteht Kokoszucker genauso aus Saccharose und Fruktose."

Bei der Summe weiterer Inhaltsstoffe kann Matthai dem exotischen Zucker allerdings auch etwas abgewinnen. "Er hat sicher mehr wertvolle Inhaltsstoffe als Haushaltszucker. Aber die hat Honig ebenfalls – und der ist nicht so extrem teuer."

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Model Alessandra Ambrosio presents a creation duri

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An Ivorian man cuts coconuts in a plantation near

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Seit zwei Jahren werden die gesundheitsfördernden Eigenschaften von Kokosöl bzw. Kokosfett thematisiert. „Heute spricht man eher von Kokosöl,“ sagt Ernährungswissenschaftlerin Claudia Nichterl. Naturbelassenes Kokosöl ist das einzige pflanzliche Öl, das sich bereits bei Körpertemperatur verflüssigt (im Gegensatz zum schon lange erhältlichen gehärteten und raffinierten Kokosfett). Kokosöl besitzt ein besonderes Fettsäuremuster, durch das es hoch erhitzbar ist. Der Ansatz, tierische Fette zugunsten pflanzlicher Alternativen einzusparen, wäre ernährungsphysiologisch von Vorteil. Experten wie Ernährungsmediziner Christian Matthai raten bei Kokosfett wegen des hohen Anteils gesättigter Fettsäuren zu Vorsicht. Vor allem der Laurinsäure werden positive Eigenschaften zugeschrieben, sie wirkt etwa entzündungshemmend. „Die Datenlage ist noch wenig aussagekräftig.“ Den größten Nutzen habe man ohnehin, wenn man Öle so facettenreich wie möglich einsetzt.

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