Wellness
05.06.2017

Schule: 7-Jährige wird wegen "dicker Arme" gemobbt

Ein Mädchen wird in Deutschland wegen ihrer "dicken Arme" von Mitschülern gehänselt. Auf Facebook macht die Mutter ihrem Ärger über die Vorkommnisse Luft.

Gerade wird mal wieder die Figur einer weiblichen Prominenten in der Öffentlichkeit diskutiert. Zielscheibe der Körperkritik: Rihanna. Nachdem ein Sportjournalist die Sängerin als "fett" bezeichnete, gingen die Wogen auf Social Media hoch. Zwar zeigt der Shitstorm, dass die Mehrheit der Menschen nicht mit den Ansichten des Reporters konform geht – die Problematik des Body-Shamings wird durch die Situation jedoch einmal mehr evident.

Wegen "dicker Arme" gemobbt

Dass das Thema keinesfalls nur Personen des öffentlichen Interesses, sondern auch die ganz Kleinen betrifft, belegt ein aktueller Fall aus Deutschland. Wie Facebook-Userin Journelle auf ihrem Profil berichtet, wurde ihre siebenjährige Tochter in der Schule wegen ihrer "dicken Arme" gemobbt. Die Mutter, die im Netz auch einen kleinen Blog betreibt, wurde auf die Vorkommnisse aufmerksam, als ihre Tochter erzählte, "dass sie bei fast 30 Grad ihr langes Jäckchen in der Schule angelassen hat, weil sie ihre dicken Arme nicht zeigen möchte".

Auf Facebook schreibt die Mutter weiter: "Hintergrund ist, dass einige Kinder (unter ihnen Vorschulkinder) ihr öfter sagen, sie und insbesondere ihre Arme seien dick." Im Verlauf des Postings zeigt sich Journelle bestürzt darüber, dass "das Körpergewicht bereits in der Grundschule ein Thema ist".

"Ich bin fassungslos"

Ihre Tochter wisse jetzt schon, dass "Dicksein schlimm ist und dass sie es keinesfalls sein möchte". Sie selbst sei rasend vor Wut, für das Schicksal ihrer Tochter macht die Mutter in ihrem Posting unter anderem Heidi Klum verantwortlich. In ihrer Show "Gemany's Next Topmodel" würde sie "jungen Frauen erklären, dass alles an ihrem Körper defizitär ist und dass Dicksein die Höchststrafe einer Menschexistenz ist".

"Ich bin fassungslos, weil es offenbar Eltern gibt, die bereits Sechsjährigen vorleben, dass sich der Wert einer Person nur über ihre Optik und eine schmale Körperstatur definiert", schreibt sie weiter.

Auf Social Media findet die Kritik der Mutter an gesellschaftlichen Standards großen Anklang. Mit ihren Worten scheint sie einen Nerv getroffen zu haben, immerhin haben bisher über 2.000 Menschen ihren Beitrag gelikt. In den Kommentaren zeigen sich viele User erbost über die Geschehnisse. Viele Mütter berichten von ähnlichen Erfahrungen mit ihren Kindern. "Meine Tochter möchte keine Salami mehr aufs Brot haben, weil sie letztes Mal geärgert wurde. Das Mädchen meinte zu ihr, dass man fett von Salami wird", erzählt eine Nutzerin.

Andere haben Tipps parat: "Dagegen hilft nur Selbstvertrauen aufzubauen. Mir hat es als Kind sehr geholfen, dass ich mit Selbstverteidigung angefangen habe und es hilft mir bis heute", so eine Userin.