Wellness
04.10.2017

Body-Positivity-Bilder im Netz: Amerikanerin entlassen

Weil körperbejahende Pärchen-Fotos einer US-Amerikanerin im Internet geteilt wurden, wurde sie US-Medien zufolge von ihrem Arbeitgeber entlassen.

Um ihre Verlobung offiziell zu machen, ließen Stephanie und Arynn vor knapp zwei Wochen von einer Fotografin erotisch angehauchte Bilder schießen. Das Paar, das im US-Bundesstaat Texas lebt, begab sich dafür in die Natur und entledigte sich einiger Kleidungsstücke. Während Stephanie oben ohne und im Slip posierte, zeigte sich ihr Verlobter in Jeans vor der Kamera.

Fotografin Bria Terry (Wolf & Rose Photography) setzte die beiden in Szene und zeichnete hinter der Kamera für die Umsetzung verantwortlich. Nach dem Shooting postete Terry, die sich mit der Fotografie neben dem Studium etwas Geld dazuverdient, die Strecke auf Facebook.

"Habe mich nie attraktiver gefühlt"

Binnen kürzester Zeit reagierten tausende Menschen auf das Posting - derzeit steht die Like-Zahl bei 68.000. In den Kommentaren zeigte sich die Community begeistert von den Aufnahmen. Begeistert war auch Stephanie, als sie die Fotostrecke zum ersten Mal sah: "Ich habe mich ehrlich gesagt noch nie attraktiver gefühlt. Ich war so nervös, bevor ich das Endergebnis sah. Ich wusste nicht, was ich erwarten sollte. Als ich das Album sah, war ich schockiert. Ich sehe so verliebt und selbstsicher aus. Jeder Mensch sollte die Möglichkeit haben, sich in diesem Licht zu sehen. Das ist wirklich augenöffnend", sagte sie im Gespräch mit der Huffington Post.

Schnelle Kündigung

Obwohl die Reaktionen auf die Bilder im Netz größtenteils positiv waren, war Stephanies Arbeitgeber, die Austin Bank Texas, ganz und gar nicht erfreut über die Freizügigkeit der Bankangestellten.

"Sie sagten, dass ich oben ohne gewesen sei und, dass das unangemessen sei, weil wir ein familienorientiertes Unternehmen sind", sagte Stephanie, die schlussendlich entlassen wurde, zu Buzzfeed. "Ich habe diesem Unternehmen über ein Jahr meines Lebens geschenkt und wirklich hart gearbeitet und dann wenden sie sich von mir ab, weil ich etwas Positives gemacht habe, etwas auf das ich stolz bin - um mir als Frau zu helfen. Das war schmerzhaft."

Nachdem zahlreiche Medien über den Fall berichtet hatten, meldete sich auch Bria Terry via Facebook zu Wort: "Ich verstehe, dass es das Recht eines Unternehmens ist, jemanden zu kündigen. (...) Aber ich kann mir nicht helfen, ich wundere mich, wie ein Unternehmen, das angibt Familienwerte hochzuhalten, eine vorbildliche Mitarbeiterin guten Gewissens kündigen kann, die in der 20. Woche mit ihrem ersten Kind schwanger ist."

Die Bilder bereue ihr Kundin übrigens nicht, sagte Terry gegenüber Yahoo Lifestyle. "Sie sagte, dass wenn es nur einer Person geholfen hätte, selbstbewusster zu sein, wäre es das wert gewesen."