Wellness
05.09.2017

Bloggerin will Stoma-Patienten Mut machen

Die Australierin Krystal Miller will Frauen mit Stomabeutel zeigen, dass sie ein erfülltes Leben und Kinder haben können.

Die Australierin Krystal Miller hat im Februar vergangenes Jahr die Facebook-Seite "Bag Lady Mama" gegründet. Dort bekam sie innerhalb kürzester Zeit Tausende Likes (kurier.at berichtete). Miller will laut eigenen Aussagen "eine Fürsprecherin für Frauen mit einem künstlichen Darmausgang sein". Denn bei ihr wurde im Teenageralter Morbus Crohn, eine nicht heilbare Darmkrankheit, diagnostiziert. Bauchkrämpfe und extreme Schmerzen gehören für die meisten von dieser Krankheit Betroffenen zum Alltag. Miller entschied sich im Alter von 22 Jahren dazu, den erkrankten Teil ihres Dick- und Dünndarms sowie ihres Anus entfernen zu lassen. Seitdem hat sie einen künstlichen Darmausgang. Ihre Ausscheidungen werden in einem Stomabeutel aufgefangen.

Für viele Betroffene ist das Leben mit Stoma tabu- und schambehaftet. Miller will zeigen, dass Frauen auch mit einem Stomabeutel ein erfülltes Leben und Kinder haben können. Miller hat einen Mann und zwei Kinder.

"Habe meinen Körper angesehen und ihn gehasst"

Auf Facebook postet Miller immer wieder Bilder von sich, auf denen sie sich stolz präsentiert und auch ihren Stomabeutel zeigt. So wie auf einem kürzlich veröffentlichten Foto, das sie in Unterwäsche zeigt. Über dem Bild beschreibt sie, wie sie sich zeitweise in ihrem Körper gefühlt hat: "Ich habe meinen Körper angesehen und ihn gehasst. Ich habe die Tatsache, dass die Operation notwendig ist, verachtet. Mir hat vor meinen Narben und dem Beutel geekelt und ich hatte Angst, dass mich niemand begehrenswert finden könnte."

Doch dann habe sie realisiert, dass sie mit dem Beutel alle Leute in ihrem Leben, die es nicht ernst mit ihr meinen, los wird. "Ich brauche keine giftigen Menschen in meinem Leben und jene, die sich von mir abgeschreckt oder angeekelt gefühlt haben, sind jene, die ein Problem haben."

Selbstvertrauen ist sexy

Obwohl Miller mit ihrem Schicksal und ihrem Körper gehadert hat, empfindet sie diesem gegenüber auch Anerkennung. "Ich sehe meinen Beutel und meine Narben und meinen ramponierten Körper und fühle Liebe und Wertschätzung. Ich bin dankbar, wie weit ich gekommen bin und dass ich dem Tod nicht mehr nahe bin." Sie sei über die Maße geliebt worden, wegen ihres Stomabeutels aber auch abgewiesen worden.

"Aber wen interessiert das?!! Mich nicht! Wisst ihr warum?! Weil mich diese Idioten nicht verdienen und ich bin niemandem etwas schuldig! Und ihr seid das ebenfalls nicht! Ganz ehrlich! Selbstvertrauen ist die sexieste Eigenschaft, die man haben kann."