Youtuberin Ashley Nocera bei der "10K Calorie Challenge".

© Youtube/Screenshot/Ashley Nocera

Youtuber stopfen 10.000 Kalorien in sich hinein
10/21/2016

Youtuber stopfen 10.000 Kalorien in sich hinein

10.000 Kalorien pro Tag? Das ist eine ganze Menge. Youtuber führen das derzeit mit einer absurden Challenge vor Augen.

von Marlene Patsalidis

Es ist der Traum vieler Menschen: So viel essen, wie man will. Auf Youtube zeigen junge Frauen und Männer jedoch die Absurdität dieser Traumvorstellung. Bei der "10K Calorie Challenge" versuchen sie an einem Tag, 10.000 Kalorien durch Nahrung aufzunehmen. Zur Erinnerung: Die empfohlene Kalorienmenge pro Tag liegt in etwa bei 2.000 Kalorien für Frauen und 2.500 Kalorien für Männer. Die Werte variieren je nach Alter, Lebenssituation (Schwangerschaft) und Lebensstil (Extremsport) mitunter stark.

"10K Calorie Challenge" erobert Youtube

Sucht man auf Youtube derzeit nach dem Stichwort "10K Calorie Challenge", wird man mit einem Schwall von Videos überhäuft. Sieht man sich die Clips im Detail an, offenbart sich für den Seher eine Mischung aus Skurrilität, Faszination und Geschmacklosigkeit.

Youtuber Furious Pete – er hat auf der Videosharingplattform drei Millionen Follower – versucht beispielsweise, die 10.000 Kalorien mit einer einzelnen Mahlzeit zu sich zu nehmen. Dafür serviert er sich selbst French Toast in rauen Mengen. Dazu gibt's Milch, Butter, Schokolade und Erdnussbutter. Am Ende des Videos ist der junge Mann sichtlich mitgenommen.

Fitness-Vloggerin Ashley Nocera entscheidet sich dazu, die Challenge mit Fast Food zu bestreiten. Nach der Reihe wandern Donuts, Milkshakes, Pommes, Chicken Wings, Schoko-Snacks, Eiscreme und allerhand anderes Kalorienreiches in ihren Magen. Zum Schluss fällt Nocera in ein tiefes Fresskoma.

Fitness-Junkie Rob Lipsett (95.000 Abonnenten) lässt sich die Fress-Challenge ebenfalls nicht entgehen. Bei ihm kommen French Toast, Pancakes, Kekse, Burger, Pommes, Pizzen, Käse und Eiscreme auf den Tisch. Am Ende des Tages scheint er sich noch erstaunlich fit zu fühlen.

"Ich fühle mich gut. Ich könnte definitiv noch mehr Eis essen" sagt er und bietet seinen Fans im selben Atemzug an für 20.000 Likes 20.000 Kalorien an einem Tag zu vertilgen. Die Like-Zahl war nach einer Woche bereits überschritten. Ob Lipsett sich tatsächlich der "20.000 Calorie Challenge" stellt, ist unklar.

Wie gefährlich ist die "10.000 Calorie Challenge"?

Auffallend ist, dass es sich beim Großteil der Challenge-Teilnehmer um Sport-Blogger oder professionelle Sportler handelt. Das kommt nicht von ungefähr. Ob man eine derartige Challenge "besteht", hängt nämlich in erster Linie davon ab, wie viel man üblicherweise isst, erklärt Ernährungswissenschafterin Alexandra Hofer von der Österreichischen Gesellschaft für Ernährung (ÖGE).

"Ob man derartige Mengen an Nahrung verträgt oder nicht, hängt stark vom Essverhalten der Person ab", so Hofer. Dabei sei unter anderem das Magenvolumen entscheidend. Wer einen sehr hohen täglichen Energiebedarf hat und es daher gewohnt ist, viel Nahrung zur Deckung des Kalorienbedarfs zuzuführen, hat es leichter. So würden Triathleten im aktiven Training ihren Energiebedarf durch Nahrung allein gar nicht decken können. Hier müsse man Hofer zufolge mit ölangereicherter Flüssigkeit nachhelfen.

"Spitzensportler haben einen Energiebedarf zwischen 3.000 und 5.000 Kilokalorien. Der tägliche Energiebedarf unterliegt dabei erheblichen, multifaktoriell bedingten Schwankungen. Um sportlich erfolgreich zu sein, benötigt man jedoch den richtigen Ernährungsfahrplan." Auch bei Kraftsportlern und Schwerarbeitern sei der Bedarf erhöht.

Nimmt man tatsächlich an der "10.000 Calorie Challenge" teil, so wird sich Hofer zufolge "vom einem auf den anderen Tag im Stoffwechsel nicht viel ändern". "Ungewohnt hohe Mengen können natürlich zu extremem Völlegefühl, Verdauungsbeschwerden und im schlimmsten Fall zu Erbrechen führen." Letzteres sei ein natürlicher Schutzmechanismus des Körpers. "Langfristig ist eine derart übermäßige Ernährung bei durchschnittlichem Lebensstil jedoch natürlich problematisch." Die Sinnhaftigkeit sei bei einem derart skurrilen Trend ohnehin nicht evident.

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