Schutzbrillen ausverkauft? So kann man die Sonnenfinsternis trotzdem sehen
Die Sonnenfinsternis ist heute vielerorts zu sehen, doch Schutzbrillen sind fast ausverkauft. Mit einer einfachen Methode lässt sich das Spektakel trotzdem sicher beobachten.
Am 12. August lässt sich eine Sonnenfinsternis in großen Teilen Europas beobachten. Hierzulande ist das Spektakel partiell sichtbar. In Österreich wird der Mond in den Abendstunden fast 90 Prozent der Sonne bedecken. In Wien beginnt die Finsternis um 19.22 Uhr und erreicht gegen 20.13 Uhr ihren Höhepunkt. Kurz danach geht die Sonne unter, das Ereignis endet in Wien also gegen 20.14 Uhr. Den exakten Verlauf des Naturphänomens kann man auf der Website Time and Date für den jeweiligen Ort nachvollziehen.
Sonnenfinsternis: Schutzbrillen fast überall ausverkauft
Das Besondere: Es handelt sich um die stärkste Verfinsterung seit der totalen Finsternis am 11. August 1999. Kein Wunder also, dass möglichst viele das Himmelsschauspiel erleben wollen und die Nachfrage nach speziellen Sonnenfinsternisbrillen hoch ist. Denn die Augen müssen unbedingt geschützt werden, um bleibende Schäden an der Netzhaut zu vermeiden. Bereits ein kurzer direkter Blick in die Sonne ohne geeigneten Schutz kann die Augen schädigen.
Videos in den sozialen Medien zeigen meterlange Schlangen – unter anderem vor Optiker-Filialen. Doch bei vielen Anlaufstellen sind die Schutzbrillen bereits ausverkauft.
Auf TikTok heißt es in den Kommentarspalten etwa:
- „Überall ausverkauft :(“
- „Ich, Optikerin die um 00:10 Uhr vom Afterworkdrinking heimkommt, weil sie den Tag der ausverkauften Sonnenfinsternisbrillen verarbeiten musste!“
- „Ich musste heute am Telefon schon bestimmt 30-mal sagen, dass sie ausverkauft sind.“
Kann man die Sonnenfinsternis ohne Schutzbrille schauen?
Was also tun, wenn man die Sonnenfinsternis unbedingt ansehen möchte, aber keine geeignete ISO-zertifizierte Sonnenfinsternisbrille mehr ergattern konnte? Auf keinen Fall sollte man auf herkömmliche Sonnenbrillen, verrußtes Glas, einen Fotofilm oder CDs zurückgreifen, denn diese bieten keinen zuverlässigen Augenschutz.
Eine Alternative bietet eine indirekte Beobachtung mithilfe einer Lochkamera-Projektion, wie sie unter anderem die NASA empfiehlt. Diese lässt sich ganz einfach selbst basteln und ist daher auch für Kinder eine gute Möglichkeit, das Himmelsschauspiel sicher zu verfolgen.
Lochkamera selber basteln
Durch diese indirekte Beobachtungsmethode, die ein Bild der Sonne auf eine nahegelegene Oberfläche projiziert, kann man die partielle Sonnenfinsternis sicher beobachten. Bei solch einem Lochprojektor fällt das Sonnenlicht durch eine winzige Öffnung auf eine Projektionsfläche.
- Das kann beispielsweise ein kleines Loch in einem Blatt Papier sein, das man zwischen Sonne und Boden hält.
- Auch die leicht gespreizten und gekreuzten Finger eignen sich dafür: Ihre kleinen Zwischenräume projizieren mehrere Bilder der Sonne auf den Boden (hier gibt es Fotos zur Veranschaulichung)
Dabei steht man mit dem Rücken zur Sonne und blickt ausschließlich auf die projizierten Bilder.
Lochprojektor mit Chipsdose oder Pappschachtel
Möglich ist auch, einen einfachen Lochprojektor mithilfe einer leeren Chipsdose, einer dünnen Pappschachtel oder einem Schuhkarton herzustellen (siehe Video). Je nach Konstruktion wird das Sonnenlicht dabei durch eine kleine Öffnung auf eine gegenüberliegende helle Projektionsfläche gelenkt.
Wichtig ist nur, dass man niemals direkt durch das Loch in die Sonne schaut, sondern ausschließlich auf die Projektionsfläche beziehungsweise die darauf entstehenden Sonnenbilder blickt.
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