Neue Studie: Social-Media-Konsum verschlechtert schulische Leistung

Zu viel Social Media kann laut einer aktuellen Untersuchung die Schulleistungen deutlich verschlechtern.
Person hält Smartphone mit geöffneten Social-Media-Apps vor einem Laptop auf einem Tisch.

Digitalisierungsstaatssekretär Alexander Pröll (ÖVP) greift im Zusammenhang mit dem von der Bundesregierung kürzlich im Ministerrat beschlossenen Social-Media-Verbot gerne auf ein anschauliches Bild zurück: "Ziel ist eine Art Türsteher wie im Club", der die Ausweise der Besucher kontrolliert und somit die Einhaltung der Altersgrenzen sicherstellt (KURIER berichtete). 

Negative Auswirkungen sozialer Medien

Denn unter 14-Jährige sollen Plattformen wie TikTok, Instagram oder Snapchat künftig nicht mehr nutzen dürfen. Hintergrund sind die negativen Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, die bereits durch zahlreiche Studien belegt sind, ebenso wie die Risiken für demokratische Strukturen durch die Verbreitung von Fake News. 

Auch in Deutschland wird über ein mögliches Social-Media-Verbot diskutiert. Eine aktuelle Untersuchung legt zudem nahe, dass sich schulische Leistungen verschlechtern, je mehr Zeit Schülerinnen und Schüler in sozialen Netzwerken verbringen. 

Der stern berichtet über eine Analyse des Instituts der Deutschen Wirtschaft in Köln (IW), die auf einer Auswertung der PISA-Daten von 2022 basiert und für die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) erstellt wurde. Demnach werden die Ergebnisse des PISA-Tests "signifikant negativ" beeinflusst, "je höher die Zeit ist, die die Jugendlichen am Tag mit digitalen Medien wie Videospielen oder sozialen Netzwerken verbringen."

Weniger Lernzeit, schlechtere schulische Leistungen

Je mehr Zeit junge Menschen mit digitalen Medien verbringen, desto schlechter fallen ihre Leistungen in der Schule aus. Denn für Hausaufgaben, Lesen oder sportliche Aktivitäten bleibt entsprechend weniger Zeit, was laut den Forschenden zu einem Kompetenzrückgang und in der Folge zu schlechteren Noten führen kann. 

Gefahr für Bildungserfolg und mentale Gesundheit 

Die Autoren der Untersuchung weisen jedoch auch darauf hin, dass sich nicht nur ein verringerter Social-Media-Konsum, sondern auch andere Faktoren wie ein hoher soziökonomischer Status der Eltern, viele Bücher im Haushalt oder wenn zu Hause Deutsch gesprochen wird, positiv auf die schulischen Leistungen auswirken können. Doch selbst unter Berücksichtigung dieser Aspekte bleibt der negative Zusammenhang zwischen Social-Media-Nutzung und Schulleistungen bestehen.

Thorsten Alsleben, Geschäftsführer der INSM, betont: "Der massive Anstieg des Social-Media-Konsums ist kein harmloser Zeitvertreib mehr, sondern eine handfeste Gefahr für den Bildungserfolg und die mentale Gesundheit unserer Kinder." 

Kommentare