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Sich bei ChatGPT bedanken? Warum das laut Studie ganz normal ist

Warum bedanken sich Menschen bei ChatGPT und anderen KI-Chatbots? Eine neue Studie liefert überraschende Antworten.
Startseite von ChatGPT auf dem Screen eines Smartphones.

Jede Woche unterhalten sich Österreicherinnen und Österreicher laut einer repräsentativen NordVPN-Umfrage durchschnittlich 45 Minuten mit einem KI-Chatbot wie ChatGPT oder Google Gemini. Aus Höflichkeit und/oder Gewohnheit bedanken sich viele davon bei der Künstlichen Intelligenz. Die Dankesfloskeln und Schmeicheleien bedeuten laut OpenAI-CEO Sam Altman einen hohen Verarbeitungsaufwand, der dem Unternehmen „zig Millionen Dollar“ kostet (KURIER berichtete). Während die einen dem Chatbot gerne ein „Danke“ hinterlassen, halten andere das für überflüssig, unangebracht oder gar lächerlich.

Doch gemäß einer aktuellen Studie kann Dankbarkeit gegenüber nicht-menschlichen Dingen wie einer KI ähnliche psychologische Effekte auslösen wie Wertschätzung gegenüber Menschen. 

Untersuchung mit fünf Studien: Dankbarkeit gegenüber Nichtmenschlichem

Im Rahmen der Untersuchung werteten die Forschenden fünf Studien mit insgesamt 2.019 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus. Die Wissenschafter wollten herausfinden, weshalb Menschen Dankbarkeit gegenüber nichtmenschlichen Entitäten wie Computern, Künstlicher Intelligenz, Wäldern und sogar Meeresströmungen empfinden. 

Die zentralen Ergebnisse der Forschung:

  • Menschen empfanden umso mehr Dankbarkeit, je stärker Dingen menschliche Eigenschaften zugeschrieben wurden (Anthropomorphisierung). Sprich, je hilfreicher, absichtsvoller oder menschenähnlicher etwa Wälder, Computer oder KI-Systeme dargestellt wurden, umso größer war die Dankbarkeit der Probandinnen und Probanden. 
  • Die Studie liefert zudem Hinweise darauf, dass Dankbarkeit und Wertschätzung gegenüber nichtmenschlichen Entitäten ähnliche psychologische Effekte auslösen können wie Dankbarkeit gegenüber Menschen. So führte stärkere Dankbarkeit gegenüber dem Amazonas-Regenwald zu einer höheren Bereitschaft, umweltfreundlich zu handeln. Wurde ein KI-Chatbot mit menschlich konnotierten Beschreibungen wie „kümmert sich“ beschrieben, so erhöhte das sowohl das Vertrauen in die Technologie als auch die positive Einstellung gegenüber Künstlichen Intelligenz.

Dankbar gegenüber ChatGPT sein, ist ganz „normal“

Demnach sind Höflichkeitsfloskeln und ein „Dankeschön“ einer KI gegenüber keineswegs irrational, sondern psychologisch gesehen gut nachvollziehbar. Menschen wenden im Umgang mit ChatGPT ähnliche soziale Mechanismen an wie auch im Umgang mit ihren Mitmenschen. Sobald uns etwas hilfreich oder fürsorglich erscheint und dabei menschlich wirkt, neigt das Gehirn dazu, mit Wertschätzung und Dankbarkeit zu reagieren.

Die Studien zeigen einen klaren Zusammenhang: Personen, die zu einer höheren Personifizierungstendenz gegenüber künstlichen Objekten tendieren, empfinden ihnen gegenüber auch häufiger Dankbarkeit. Auf ChatGPT übertragen bedeutet das, wer den Chatbot als besonders sozial und menschlich wahrnimmt, bedankt sich eher bei ihm.

Positive Effekte von Dankbarkeit

Ob die Dankbarkeit gegenüber einer KI selbst positive Effekte hat, wurde in dieser Studie nicht untersucht. Allerdings ist gut belegt, dass Dankbarkeit das psychische Wohlbefinden fördern kann. Zahlreiche Studien verweisen auf die Zusammenhänge mit höherer Lebenszufriedenheit, mehr Positivität und einer besseren Stressbewältigung. Daher ist es denkbar, dass auch das Empfinden von Dankbarkeit gegenüber einer Künstlichen Intelligenz ähnliche Auswirkungen haben könnte. Wissenschaftliche Belege hierfür stehen jedoch noch aus. 

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