Schuhe und Handschuhe von Adidas haben bei der Greenpeace-Untersuchung besonders schlecht abgeschnitten.

© REUTERS/STEFANIE LOOS

Greenpeace-Untersuchung
05/19/2014

Umweltgifte in Produkten von Adidas, Nike, Puma

Greenpeace warnt vor Giften - betroffen sind Fußballschuhe und Torwarthandschuhe von Adidas, Nike und Puma.

Rote Karte für die Sportartikel-Hersteller kurz vor der Fußball-WM in Brasilien: Fußballschuhe und Torwarthandschuhe der Markenartikel-Hersteller Adidas, Nike und Puma enthalten einer Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace zufolge giftige Chemikalien. Unabhängige Labore hätten in Proben aller Marken Schadstoffe wie perfluorierte Chemikalien (PFC), Nonylphenolethoxylate (NPE), Phthalate und Dimethylformamid (DMF) gefunden, teilte Greenpeace am Montag mit.

Einige dieser Stoffe störten das Hormonsystem, schädigten die Fruchtbarkeit oder könnten das Tumorwachstum fördern. Das Tragen der Kleidungsstücke oder Schuhe schädige zwar nicht unmittelbar die Gesundheit, hieß es. Die Chemikalien von Produkten und Fabriken landeten aber in Umwelt und Nahrungskette in den Herstellungsländern, kritisierte Greenpeace.

"Es ist Zeit für eine Rote Karte für Adidas - die Firma muss jetzt handeln"

Schuhe und Handschuhe von Adidas hätten besonders schlecht abgeschnitten, teilte die Umweltschutzorganisation mit. Adidas erwarte Rekordumsätze von zwei Milliarden Euro mit Produkten für die Fußball-Weltmeisterschaft in Brasilien, sage den Fans aber nicht, dass mit der Herstellung Gewässer in den Produktionsländern vergiftet würden, erklärte Chemie-Experte Manfred Santen von Greenpeace. "Es ist Zeit für eine Rote Karte für Adidas - die Firma muss jetzt handeln", verlangte er.

Adidas bleibt damit - kurz vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft - in den Negativ-Schlagzeilen: Ende Februar hatte Adidas den Verkauf von zwei T-Shirts nach Kritik aus Brasilien gestoppt. Das Fremdenverkehrsamt des Landes hatte das deutsche Unternehmen dazu aufgefordert, weil mit den Hemden Sextourismus gefördert werde - mehr dazu in Adidas zieht sexistische T-Shirts zurück.

"Detox"-Kampagne

Greenpeace versucht seit 2011 mit seiner sogenannten "Detox"-Kampagne, Firmen dazu zu bringen, bis 2020 Kleidung und Schuhe giftfrei zu produzieren. Auch die Sportartikel-Hersteller Adidas, Nike und Puma haben sich dazu bereit erklärt. Greenpeace kritisiert aber, die Firmen versteckten sich hinter "Papierversprechen" des Branchenverbandes - mehr dazu inDetox-Kampagne kommt bei Adidas und Nike nicht aus den Startlöchern.

Firmen wie H&M oder Mango dagegen hätten mit der Entgiftung ihrer Produktion begonnen. Santen forderte Adidas und Nike "im Namen der Fans und der betroffenen Menschen" auf, einen Ausstiegsplan aus der Produktion mit PFC festzulegen sowie alle gefährlichen Chemikalien offenzulegen.

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