Das war das Sport-Jahr 2014

Die deutsche Nationalmannschaft feiert mit der Weltmeisterschaft-Trophäe.
"Hitzespiele" in Sotschi, alpine Abräumer, deutsche Rückkehr auf den Thron, Begeisterung in Rot-Weiß-Rot.

Das Sportjahr 2014 war erst etwas mehr als ein Monat alt, als es schon das erste absolute Highlight zu bieten hatte - die 22. Olympischen Winterspiele in der russischen Küstenstadt Sotschi am Schwarzen Meer. T-Shirt statt Pelzhaube, Sonnencreme statt Schuhwärmer, Palmen statt Eiszapfen, Frühlingsgefühle statt Winterdepression, Heuschnupfen statt Grippe - das ungewöhnlich milde Klima bei diesen Winterspielen in den Subtropen war die wichtigste Zutat für den positiven Gesamteindruck von Sotschi 2014.

"Hitzebilder" aus Sotschi

Sonnenuntergang über dem Meer mit Palmen im Vordergrund.

Sun sets in the Black Sea at Adler during the 2014
Eine erschöpfte Skilangläuferin liegt neben dem Logo der Olympischen Spiele Sotschi 2014 im Schnee.

Caldwell of the U.S. lies on teh ground during wom
Eine Langläuferin beim Skilanglaufrennen in Sochi 2014.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: LANGLAUF 10K
Drei Frauen sitzen barfuß an einem sonnigen Strand und essen Gebäck.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Zwei Männer liegen am Strand in der Sonne, während andere sich im Hintergrund aufhalten.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Drei Männer posieren vor blauem Himmel, einer hält ein rotes T-Shirt.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Zwei Männer stehen an einem Kiesstrand im Wasser.

Men wade into the sea on a sunny day as the Olympi
Eine junge Frau mit Sonnenbrille auf dem Kopf steht vor dem Logo der Olympischen Spiele.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Eine Person in blauen Hosen und Sportschuhen steht im Schnee vor einer bunten Wand.

Member of satff enjoys sunshine before the start o
Zwei Frauen sitzen auf einer Bank und genießen die Sonne.

Women sun themselves on a warm day during the 2014
Eine Frau studiert eine Karte, während ein Mann ein Bier vor einem Kreuzfahrtschiff trinkt.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Eine Frau sitzt mit einem Sonnenschirm auf einer Bank mit Blick auf das Meer und zwei Schiffe.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Eine Frau mit roten Haaren schaufelt Schnee.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Eine Frau liegt in einem Schlafsack im Schnee, im Hintergrund sind schneebedeckte Berge zu sehen.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Ein Mann liegt im Schnee mit einer Bergkette im Hintergrund.

epaselect RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Die olympischen Ringe und die olympische Flamme in Sotschi im Abendlicht.

A person poses under a set of Olympic rings as the
Eine Frau macht ein Foto vom Sonnenuntergang über dem Meer.

Woman takes a picture outside the Bolshoy Ice Dome
Zuschauer stehen hinter einer roten Werbebande mit dem Wort „HOT“.

Woman uses an umbrella to shelter from the sun as

Die Sorge vor Chaos-Spielen war völlig unbegründet: Mit russischer Gründlichkeit wurde Olympia perfekt organisiert. Die größte Panne in Sotschi war noch das frühe Aus des russischen Eishockey-Teams im Viertelfinale – nicht zu verwechseln mit der Panne des österreichischen Eishockey-Teams.

Ein Jahr nach der Heim-WM in Schladming war Österreich bei Olympia in Sotschi wieder die erfolgreichste Alpinski-Nation. Mit insgesamt neun Medaillen (3 Gold, 4 Silber, 2 Bronze) lag man klar vor den USA, die in Schladming noch tonangebend gewesen waren. Damals waren die Amerikaner vor allem dank Ted Ligety mit 5 Medaillen (4/0/1) vor Österreich mit 8 (2/2/4) an der Spitze gelegen.

Tops der Olympischen Winterspiele

Zwei österreichische Skirennläuferinnen präsentieren stolz ihre Gold- und Silbermedaillen von Sotschi 2014.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: SUPER-G/DAME
Zwei Personen in roten Jacken öffnen Champagnerflaschen und feiern.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENFEI
Eine Frau mit einer Goldmedaille der Olympischen Spiele vor dem Hintergrund des olympischen Feuers.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENZER
Personen halten ein Schild mit der Aufschrift „Matthias-Mayer-Platz“.

EMPFANG FÜR ABFAHRTS-OLYMPIASIEGER MATTHIAS MAYER
Das Eispalast „Bolschoi“ Sportzentrum in Sotschi bei Nacht.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Ein Polizist untersucht einen Bus mit dem Logo der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014.

A Russian security officer inspects a bus as prepa
Eine Frau mit Fäustlingen im Olympiapark Sotschi 2014.

Volunteer gives out directions to spectators at th
Ein Skispringer in der Luft vor dem Hintergrund von Flutlichtern.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Medaillengewinnerinnen stehen bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi auf dem Siegerpodest.

Silver medalist Austria's Iraschko-Stolz celebrate
Eine Gruppe von Langläufern in Bewegung auf einer schneebedeckten Strecke.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Österreichische Athleten feiern mit Bier nach einem Wettbewerb.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENFEI
Ein deutscher Rennrodler rast auf einer Eisbahn entlang, im Hintergrund die olympischen Ringe.

Combo of Germany's Geisenberger, Loch, and Arlt an
Sandro Viletta feiert mit einer Rose in der Hand seinen Olympiasieg in Sotschi 2014.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENFEI
Ein Mann mit Mütze gibt vor dem Hintergrund der Olympischen Winterspiele in Sotschi 2014 einen Daumen nach oben.

Schuster gestures after his team won the men's ski
Österreichische Athleten feiern mit Medaillen und Bier bei den Olympischen Spielen in Sotschi 2014.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENFEI
Eine Snowboarderin springt vor einer verschneiten Bergkulisse.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Vier Skirennläufer springen während eines Wettbewerbs über eine schneebedeckte Piste.

France's David, Canada's Serwa, Canada's Thompson
Ein Shorttrack-Eisschnellläufer jubelt mit erhobenem Zeigefinger.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES

Kollektive Katerstimmung

Die Feier für die fünf Medaillen vom Super-Samstag, dem vorletzten Olympia-Tag, war noch im Gang, als das ÖOC kurz vor Mitternacht vom positiven Dopingtest von Langläufer Johannes Dürr erfahren hat.

Als der Langläufer mit dem Test konfrontiert wurde, verzichtete er auf das Öffnen der B-Probe und gab den Betrug zu. "Das ist das Schlimmste, was ich in meinem Leben gemacht habe. Ich kann mich nur entschuldigen", stammelte der Niederösterreicher ins ORF-Mikrofon.

Flops der Olympischen Winterspiele

Ein erschöpfter Skilangläufer liegt im Schnee.

ARCHIVBILD: LANGLAUF- DOPINGFALL JOHANNES DÜRR
Mehrere österreichische Eishockeyspieler stehen auf dem Eis.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: EISHOCKEY/ H
Ein Skispringer mit der finnischen Flagge auf dem Helm springt vor Flutlicht bei einem Wettbewerb.

Finland's Janne Ahonen soars through the air durin
Zwei Männer, einer mit roter Kappe, schauen lächelnd nach oben.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: MEDAILLENFEI
Eine Snowboarderin mit Startnummer steht im Schnee.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: SNOWBOARD-SL
Eine junge Frau mit dunklen Haaren und einer Medaille vor einem blauen Hintergrund.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Drei Eiskunstläuferinnen mit Nationalflaggen und Blumensträußen stehen auf dem Eis.

RUSSIA SOCHI 2014 OLYMPIC GAMES
Zwei Bauarbeiter arbeiten vor einer verschneiten Bergkulisse.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: THEMENBILD B
Ein Snowboarder fährt bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi auf einer Halfpipe.

White of the U.S. crashes during the men's snowboa

Neben sportlichen Höchstleistungen, wahr gewordenen und zerplatzten Träumen, großem Jubel und tiefer Enttäuschung sind es freilich auch sie, die Großereignisse zu dem Spektakel werden lassen, das sie sind: die Fans. Deshalb zum Abschluss:

Die schönsten Olympia-Grüße aus Sotschi

Sieg im Damen-Riesentorlauf, Sieg im Herren-Slalom, Sieg in der Damen-Riesentorlauf-Saisonwertung, Sieg in der Herren-Slalom-Saisonwertung, Sieg im Damen-Gesamtweltcup, Sieg im Herren-Gesamtweltcup, bestes Damen-Team, bestes Herren-Team, Platz 1 im Nationencup! Beim Saisonfinale der Alpinen im schweizerischen Lenzerheide präsentierten sich die Österreicher als die großen Abräumer. Vor allem dank Anna Fenninger und Marcel Hirscher. Die beiden 89er-Jahrgangskollegen kennen einander schon, seit sie Kinderrennen dominiert haben. Mittlerweile servieren die ehemaligen Gasteiner Hotelfachschüler dem ÖSV die Triumphe auf dem Silbertablett.

Als viertes Duo nach den St. Antoner Skilegenden Gertrud Gabl/Karl Schranz sowie Renate Götschl/Hermann Maier sowie Michaela Dorfmeister/Stephan Eberharter holten die beiden den Gesamtweltcup in derselben Saison nach Österreich. Dass Fenninger und Hirscher den Finalort Lenzerheide mit den zwei großen Kristallkugeln verlassen würden, stand schon vor den letzten beiden Rennen fest. Umso beeindruckender, dass sie als Tüpferl auf dem i auch die Kraft besaßen, um sich mit Siegen die zwei kleinen Kristallkugeln für die Disziplinenwertung zu sichern. Hirscher meinte danach euphorisch: „Der Jubel über die kleine Kugel war riesig. Viel größer als am Samstag über die große.“

Zwei Champions aus einer Schulklasse

Lange hatten die Fans von Marlies Schild auf eine Entscheidung der "Slalomkönigin" warten müssen. Im September gab die 33-Jährige schließlich bekannt, ihre aktive Karriere im Ski-Weltcup beenden zu wollen. "Ich habe meinen Traum, den ich als kleines Mädchen hatte, gelebt. Ich denke, es ist an der Zeit, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen", sagte die Skirennläuferin aus Salzburg.

20 Jahre Skirennsport, 13 davon im Weltcup, waren für die Lebensgefährtin von Benjamin Raich genug. Reiflich überlegt sei ihr Schritt gewesen, zudem hätte der Wunsch nach der Gründung einer Familie eine entscheidende Rolle gespielt. "Die Prioritäten haben sich verschoben und im richtigen Alter wäre ich ja. Ich habe mir für die Entscheidung gründlich Zeit genommen und nachgedacht", so die 33-Jährige.

Eine Frau mit blonden Haaren und ein Mann im Anzug stehen einander gegenüber.
APA20091568-2_02092014 - WIEN - ÖSTERREICH: (v.l.) Skirennläuferin Marlies Schild und ihr Lebensgefährte Skirennläufer Benjamin Raich am Dienstag, 2. September 2014, während einer Pressekonferenz über Schilds Zukunftspläne im Uniqa Tower in Wien. Marlies Schild hat ihre aktive Karriere beendet. Die 33-jährige Salzburgerin hat vier Olympia- und sieben WM-Medaillen gewonnen, sowie 37 Weltcupsiege gefeiert. FOTO: APA/GEORG HOCHMUTH
Schild hatte vor allem die vergangenen zwei Saisonen der Jagd auf den von der Schweizerin Vreni Schneider mit 34 Slalomsiegen gehaltenen Rekord untergeordnet. Eine erneut schwere - und wie ihr fast karrierebeendender Sturz von 2008 erneut im Training passierte - Knieverletzung im Dezember 2012 hätte das Unternehmen fast noch verhindert. Letztlich schaffte die zusammen mit Doppel-Olympiasieger Benjamin Raich in Tirol lebende Saalfeldenerin aber noch zwei entscheidende Erfolge. Schilds nun bei 35 stehender Rekord wird wohl ziemlich lange bestehen bleiben.
Nahaufnahme einer lächelnden Frau mit Stirnband und Sportbekleidung.

SCHILD MARLIES…
Eine Skirennläuferin fährt einen Slalomkurs hinunter.

AUSTRIA'S SCHILD CLEARS A GATE ON HER WAY TO WIN T
Eine Skirennläuferin fährt einen Hang hinunter.

Schild of Austria clears a gate during a women's W
Ein Mann und eine Frau mit Kappen der Marke UNIQA lächeln in die Kamera.

Austrian alpine skiers Raich and Schild pose durin
Eine Frau mit blauen Augen und einer Mütze hält eine Goldmedaille der Olympischen Spiele in der Hand.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE 2006: SLALOM DAMEN / SIEGE
Die drei besten Skirennläuferinnen stehen bei der Ski-WM 2007 in Åre auf dem Siegerpodest.

SKI WM AARE : SLALOM DAMEN / PODIUM
Ein Skirennfahrer stürzt während eines Rennens im Schnee.

Schild of Austria crashes in first run of women's
Eine Frau liegt mit bandagiertem Bein in einem Krankenhausbett.

MARLIES SCHILD IM SPITAL
Eine Skirennläuferin mit Helm und Skibrille fährt einen Hang hinunter.

Olympische Winterspiele, Vancouver, Kanada,
Eine Frau mit blonden Haaren vor einem Hintergrund mit der Aufschrift „Sanatorium Kettenbrücke“.

PK MARLIES SCHILD IN INNSBRUCK
Ein Skifahrer fährt einen schneebedeckten Hang hinunter.

SKI ALPIN: TRAINING VON MARLIES SCHILD IN DIENTEN
Eine Skifahrerin fährt bei einem Nachtslalom an Stangen vorbei.

AUSTRIA ALPINE SKIING WORLD CUP
Eine Frau mit Blazer wischt sich eine Träne aus dem Auge.

PK ÖSV "ZUKUNFTSPLÄNE MARLIES SCHILD": SCHILD

Marlies Schild weinte, als sie ihren Rücktritt bekannt gab. Selbst bei Hermann Maier bröckelte im Augenblick des Abgangs die Fassade des Herminators, und die Tränen kullerten ihm über die Wangen. Als Thomas Morgenstern an der Reihe war, die Karriere zu beenden, blieben die Taschentücher trocken.

Erleichterung

Da war einer augenscheinlich erleichtert, dass er noch rechtzeitig den Absprung geschafft hat. Dass er seine beiden schweren Stürze in der letzten Saison ohne Folgen überstanden hat und sogar noch mit einer olympischen Silbermedaille (Teambewerb) abdanken konnte, war auch für den 27-Jährigen keineswegs selbstverständlich. "Mir ist bewusst, dass ich mehrere Schutzengel hatte."

Dieses Glück wollte und konnte er nicht mehr strapazieren. Die letzten Trainingswochen waren für Morgenstern eine mentale Extrembelastung, jeder Sprung wurde zur Qual. "Wenn du oben auf dem Balken sitzt und dir nur durch den Kopf schießt ,hoffentlich geht die Bindung nicht auf‘, dann kann etwas nicht stimmen."

Ein Skispringer stürzt kopfüber im Schnee.

SKI JUMPING K120 WORLD CUP
Ein Skispringer mit Helm und Brille jubelt mit erhobenen Händen.

GERMANY SKI JUMPING FOUR HILLS
Ein Skirennläufer mit einer Goldmedaille im Mund und einer Red Bull-Mütze.

NORWAY NORDIC SKIING WORLD CHAMPIONSHIPS 2011
Ein Paar küsst sich; der Mann trägt einen blauen Helm mit Flügelmuster, die Frau eine bunte Mütze.

SKISPRINGEN: THOMAS MORGENSTERN WURDE ERSTMALS VAT
Ein Skispringer jubelt mit erhobenen Armen über seinen Erfolg.

GERMANY SKI JUMPING WORLD CUP
Ein verletzter Skispringer wird von Sanitätern auf einer schneebedeckten Fläche versorgt.

GERMANY SKI JUMPING WORLD CUP
Skispringer Thomas Morgenstern jubelt mit erhobenen Armen und Skiern.

VIERSCHANZENTOURNEE 2014 BISCHOFSHOFEN - FLOWER CE
Ein Skispringer stürzt bei einem Wettbewerb im Schnee.

WELTCUP SKIFLIEGEN AM KULM: STURZ MORGENSTERN (AUT
Sanitäter tragen eine verletzte Person auf einer Trage durch den Schnee.

WELTCUP SKIFLIEGEN AM KULM: MORGENSTERN (AUT)
Ein Skispringer ist in der Luft über einer verschneiten Landschaft zu sehen.

Austrias Thomas Morgenstern soars through the air during a trial jump for the Ski-Flying World Championships in Vikersund February 26, 2012.
Vier österreichische Skispringer mit ihren Silbermedaillen bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014.

OLYMPISCHE WINTERSPIELE SOTSCHI 2014: SKISPRINGEN/

Neben Thomas Morgenstern sagte auch Alexander Pointner dem österreichischen Adlerhorst adé. In seinen zehn Jahren als ÖSV-Cheftrainer der Skispringer wurde er zum erfolgreichsten Coach überhaupt, unter seiner Ägide wurden u.a. drei Olympia-Goldmedaillen, zehn Goldene bei Nordischen Weltmeisterschaften und vier Weltmeister-Titel im Skifliegen errungen. Weiters wurden vier Gesamt-Weltcupsiege, sechs Vierschanzen-Tournee-Triumphe en suite und neun Nationencup-Titel eingefahren.

Am Ende nahmen sie alle ein Vollbad im Tränenmeer. Routinier Bastian Schweinsteiger heulte Rotz und Wasser; Manuel Neuer, der Tormann, der sonst jeden Ball und jede knifflige Situation so cool beherrscht, hatte plötzlich seine Emotionen nicht mehr im Griff; und Joachim Löw, der während des Turniers noch umstrittene und viel kritisierte Bundestrainer, fiel Lukas Podolski um den Hals – und dabei hatte auch er Freudentränen in den Augen.

Die Deutschen haben endlich ihren lang ersehnten vierten Stern nach 1954, 1974 und 1990. Ein spätes Tor von Joker Mario Götze in der Verlängerung sicherte der deutschen Fußballnationalmannschaft im Finale gegen Argentinien den vierten WM-Titel der Geschichte. Ein Titel mit historischem Wert: Zum ersten Mal konnte sich eine Mannschaft aus Europa auf einem der amerikanischen Kontinente zum Fußballweltmeister küren.

Es war alles in allem ein verdienter Titelgewinn, denn mit neuen Idealen und neuem Personal hat der ehemalige Trainer des FC Tirol und der Wiener Austria, Joachim Löw, den Deutschen den Rumpelfußball ausgetrieben und eine moderne Spielweise beigebracht. Und dabei soll es nicht bleiben. Die Einschätzung von Löw hört sich jedenfalls für die Konkurrenz bedrohlich an: "Uns wird dieser Titel einen Schub geben. Und wir haben noch Spieler, die größtenteils sehr jung sind".

Fünf Vorzugsschüler in Löws Weltmeister-Elf

Manuel Neuer versucht, einen Ball im Tor zu halten.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein argentinischer und ein deutscher Fußballspieler kämpfen um den Ball.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Mats Hummels im Zweikampf mit einem argentinischen Spieler während eines Fußballspiels.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Thomas Müller hält den goldenen FIFA-Weltpokal in seinen Händen.

Germany's Thomas Mueller holds up the trophy after
Zwei Fußballspieler während eines Spiels, einer im Deutschland-Trikot, der andere in Argentinien.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein argentinischer Spieler zieht am Trikot eines deutschen Spielers während eines Fußballspiels.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Zwei deutsche Fußballspieler jubeln auf dem Spielfeld.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein deutscher Fußballspieler schießt den Ball in Richtung des argentinischen Tors.

Germany's Goetze shoots to score a goal past Argen
Ein deutscher Fußballspieler hält die FIFA-Weltmeisterschaft-Trophäe in der Hand und zeigt darauf.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein deutscher Fußballspieler kämpft um den Ball gegen einen argentinischen Gegenspieler.

Germany's Kramer and Argentina's Mascherano fight
Mesut Özil im Zweikampf mit einem argentinischen Spieler während eines Fußballspiels.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Drei deutsche Fußballspieler applaudieren am Spielfeldrand.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein erschöpfter deutscher Fußballspieler wird von einem Mannschaftskollegen getröstet.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Miroslav Klose und ein weiterer deutscher Fußballspieler feiern mit der Weltmeisterschaft-Trophäe.

Germany's Miroslav Klose and teammate Erik Durm ce
Deutsche Fußballspieler stehen mit verschränkten Armen da und singen die Nationalhymne.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014

Superlative

Bedrohlich war die Stimmung in Brasilien im Vorfeld der WM. 8,5 Milliarden Euro investierte das Gastgeberland in die Ausrichtung des WM-Turniers, was dem Volk gar nicht schmeckte. Trotz der Unruhen im Vorfeld und den lange nicht fertigen Stadien wird das Turnier in positiver Erinnerung bleiben - wegen vieler Tore und spannender Spiele. Insgesamt 171 Tore fielen. So viele wie zuletzt bei der WM 1998. Das ergibt einen Schnitt von 2,67 pro Spiel.

54.592 Zuschauer verfolgten die Spiele im Schnitt in den Stadien. Das ist der zweithöchste Wert der Geschichte nach der WM 1994 in den USA (68.991 Fans). Damals wurden aber nur 52 Spiele ausgetragen, zudem waren die Stadien viel größer.

35,6 Millionen Kurznachrichten wurden bei Twitter während des denkwürdigen Halbfinales zwischen Brasilien und Deutschland versandt. 34,65 Millionen TV-Zuschauer hatte ARD beim Finale. In Österreich sahen 2,37 Millionen das Spiel in ORF und ARD.

Die besten WM-Zitate

Joachim Löw jongliert mit einem Fußball auf einem Trainingsplatz.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein Fußballspieler im roten Trikot klatscht in die Hände.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Luiz Felipe Scolari, Trainer der brasilianischen Nationalmannschaft, gestikuliert während einer Pressekonferenz.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Wayne Rooney verdeckt sein Gesicht während eines Fußballspiels.

England's Rooney reacts next to his teammate Jones
Gary Lineker mit verschränkten Armen in einem dunklen Mantel.

Britain's Prime Minister Cameron and sports broadc
Ein Mann sitzt mit verdecktem Gesicht auf der Bank vor einem „Brazil“-Schild.

Brazil's coach Luiz Felipe Scolari reacts during h
Thomas Müller im Trikot der deutschen Nationalmannschaft während eines Fußballspiels.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein deutscher Fußballspieler klatscht Beifall.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein Fußballspieler im roten Trikot und blauen Shorts blickt lächelnd nach oben.

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Ein Mann mit kurzen, braunen Haaren lächelt leicht.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Thomas Müller steigt aus einem Bus der deutschen Nationalmannschaft.

Germany's national soccer player Thomas Mueller ge
Ein Fußballspieler zieht an dem Trikot eines anderen Spielers.

Brazil's Fred and Ramires attend a training sessio
Miroslav Klose im Trikot der deutschen Nationalmannschaft mit erhobenen Händen.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Cristiano Ronaldo und Jérôme Boateng während eines Fußballspiels.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Neymar wird von einem Mann in den Armen gehalten, während er weint.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Louis van Gaal bei einer Pressekonferenz mit Kopfhörern um den Hals.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein Mann mit Brille und Anzug lächelt vor einer Wand mit Logos.

NETHERLANDS-DUTCH SOCCER COACH
Manuel Neuer jubelt mit erhobenen Armen.

Germany's goalkeeper Neuer celebrates after the te
Fernando Santos, der Trainer der portugiesischen Nationalmannschaft, gestikuliert während eines Spiels.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Ein belgischer Fußballspieler mit der Nummer 15 im Zweikampf mit Lionel Messi.

Argentina's Lionel Messi fights for the ball with
Ein lächelnder Mann in einem gestreiften Hemd steht an einem Fluss mit Booten und Häusern im Hintergrund.

BRAZIL SOCCER FIFA WORLD CUP 2014
Jean-Claude Juncker lacht bei einer Rede vor Mikrofonen.

Eurogroup Chairman Juncker laughs with European Ec
Brasiliens Trainer spricht mit Neymar während eines Fußballspiels.

Brazil's coach Luiz Felipe Scolari gives instructi

Mit viel Biss

In Erinnerung werden uns neben dem 1:7-Debakel Brasiliens im Semifinale, dem bösen Foul des Kolumbianers Juan Zuniga an Superstar Neymar, für den damit die WM vorbei war, die Auftritte des James Rodríguez bleiben. Nach dem Viertelfinal-Aus weinte der 23-Jährige zwar bitterlich, aber seine sechs Volltreffer im Laufe des Turniers sowie der nach der WM zustande gekommene Transfer zu Real Madrid dürften Trost genug sein.

Einen großen Minuspunkt sammelte Luis Suárez. Stets hungrig nach Erfolg, holte sich der bissigste Stürmer der Welt mit seinen Vorderzähnen ein Schulterscherzerl von Italiens Chiellini. Der FIFA schmeckte das gar nicht, Suárez bekam eine viermonatige Strafe aufgebrummt. Das hinderte Barcelona nicht daran, ihn vom FC Liverpool zu verpflichten.

Die denkwürdigsten Szenen der WM

Österreichs Nationalteam ist den Österreichern wieder ans Herz gewachsen. Und wie: ausverkaufte Häuser gegen Schweden, Russland und Brasilien und über 40.000 Fans gegen Montenegro. Begeisterung mit magnetischer Wirkung.

Erst im achten und letzten Spiel des Jahres 2014 gab es die erste Niederlage. Eine knappe, verursacht durch ein irreguläres brasilianisches Tor. Und man glaubt es Marcel Koller sogar, obwohl er so viel Emotion mitschwingen lässt wie die Bahnhofsdurchsage einer Fahrplanänderung: "Die Statistik schaut positiv aus und macht viel Mut." Tatsache ist, dass sich Österreichs Teamspieler gut verkauft haben. In einer großen internationalen Auslage, zumindest in Ausschnitten war das Spiel gegen Brasilien in 160 Ländern der Welt zu sehen. Bis zu 1,229 Millionen hatten am Samstag davor das Russland-Spiel im ORF gesehen, bis zu 1,254 waren es bei der Brasilien-Partie.

Ansturm

224.500 Zuschauer sind 2014 zu den sechs Heimspielen gekommen, das macht einen Schnitt von 37.416 – der höchste Wert seit 1968. Damals gab es allerdings nur drei Heimspiele, eines davon gegen die BRD (70.000).

Ein Mann in einer Jacke mit der Aufschrift „Österreich“ ballt die Fäuste und freut sich.
15.11.2014 Fussball , Wien , Ernst Happel Stadion , Europa Qualifikation Oesterreich - Russland Marcel Koller. Copyright Agentur DIENER / Philipp Schalber
In der FIFA-Weltrangliste fand seit Kollers Amtsantritt im November 2011 eine Steigerung von Rang 72 auf 23 statt. 1999, also fast in der fußballerischen Steinzeit, lag man auf Platz 17. 1998 war Österreich bei der WM, es war die letzte Qualifikation für ein Großereignis. Ludwig erinnert sich: "Nur damals war die Euphorie ähnlich."

Unter Koller hatte man das Ticket für die WM 2014 nicht lösen können. Die nächsten neun Länderspiele verloren die Österreicher aber nicht (Brasilien war das zehnte), weshalb man in Gruppe G die Tabelle anführt. Österreichs Team hat 2015 aber noch die "Chance", auf Rang vier zurückzufallen.

Am 30. Dezember 2013 wurde Dominic Thiem in der Tennis-Weltrangliste auf Rang 139 gereiht. Fast ein Jahr später, nach seiner ersten vollen Saison auf der Tour, liegt der Niederösterreicher exakt 100 Plätze weiter vorne.

Ein lächelnder Mann im roten Hemd mit einem Tennisball vor seinem Gesicht.
APA20804262-2_17102014 - WIEN - ÖSTERREICH: Dominic Thiem (AUT) während der Ö3-Challenge anl. der Erste Bank Open am Freitag, 17. Oktober 2014, in der Wiener Stadthalle. FOTO: APA/HELMUT FOHRINGER
„Langsam realisiere ich wirklich, was für ein extrem geiles Jahr das war. Das fühlt sich fast an wie ein Traum“, berichtete der 21-Jährige.

„Der tollste Moment war die Stimmung in Kitzbühel im Stadion nach dem Matchball im Semifinale gegen Juan Monaco. So was vergisst man sein ganzes Leben nicht. Der schönste Sieg war gegen Stan Wawrinka in Madrid. Da hab' ich zum ersten Mal gesehen, dass auch die Besten nur Tennis spielen.“

Die fünf größten Außenseitersiege 2014 (mit Thiem)

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