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Style
07/23/2019

Warum Sie die Finger von Jeans mit kleinen Nieten lassen sollten

Fast jedes Denim-Modell ist mit Metall-Details versehen. Ein Unternehmen fordert, dass damit endlich Schluss ist.

Widerstandsfähig und zu allem kombinierbar - diese Eigenschaften machten die Jeanshose nach ihrer Erfindung durch Levi Strauss im Jahr 1873 zum Kassenschlager. Strauss hatte damals eine clevere Idee: Um das Material noch reißfester zu machen, nahm er Nieten von Pferdekutschen - und setzte sie an Stellen ein, an denen das Denim besonders stark beansprucht wurde.

Auch heute noch versehen viele Marken ihre Modelle mit den kleinen Metall-Details. Notwendig ist dies jedoch nicht mehr.

Nieten sind unnötig

Die Nähte wurden im vergangenen Jahrhundert stetig weiterentwickelt und halten heute so gut, dass keine zusätzliche Verstärkung durch Nieten benötigt wird. Sie sind also nur reine Dekoration. Deshalb fordert die Ellen MacArthur Foundation, ein Charity-Unternehmen aus Großbritannien, dass künftig unter anderem auf den Einsatz von Nieten verzichtet wird.

Die Firma hat The Jeans Redesign vorgestellt – eine Reihe von Richtlinien, die sich auf die Haltbarkeit, die Materialbeschaffenheit, die Recyclingfähigkeit und die Rückverfolgbarkeit von Kleidungsstücken beziehen, um ein ethischeres Produkt zu gewährleisten. Diese wurden mithilfe von 40 Denim-Experten erarbeitet.

Jeans sollten demnach frei von gefährlichen Chemikalien sein und aus Cellulosefasern aus biologischen oder Übergangslandwirtschaften hergestellt werden. Zudem sollten sie mindestens 30 Haushaltswäschen überstehen.

Nieten sollen "aus dem Design-Prozess ausgeschlossen" werden, heißt es im The Jeans Redesign - oder "auf ein Minimum" reduziert werden.

Gap, H&M, Lee und Tommy Hilfiger sind einige der Marken, die sich bereits für die Initiative angemeldet haben.

"Was einst eines der langlebigsten Materialien in unserem Kleiderschrank war, ist nun etwas, das wir in verstörenden Mengen kaufen und produzieren", sagte Anika Koslowski, Assistenz-Professorin für Modedesign, Ethik und Nachhaltigkeit an der Ryerson University in Toronto im Interview mit CNN. "Das hat zu signifikanten Umweltauswirkungen geführt."

Um Kleidung aus Baumwolle herzustellen, sind weltweit durchschnittlich 10.000 Liter Wasser pro Kilogramm Kleidung erforderlich. Bei einer Jeans macht das satte 8.000 Liter. Vor dem Neukauf einer Jeans sollte also jeder abwiegen, ob diese wirklich benötigt wird. Und von Modellen mit Nieten die Finger lassen.

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