Style
15.11.2017

Wann Parfum im Büro zum Fettnäpfchen wird

Karriere-Coach Sonja Rieder verrät, worauf bei der eigenen Beduftung zu achten ist – und wie man andere auf die Geruchsbelästigung anspricht.

Die Kollegin aus der Abteilung nebenan hat ein neues Lieblingsparfum und trägt es derzeit besonders großzügig auf? Und der Kollege badet seit Jahren förmlich in seinem After Shave? Solche Situationen sind vielen Büroangestellten allzu gut bekannt und gehören neben hoher Lautstärke und Essensgerüchen zu den größten Nervfaktoren im Arbeitsalltag.

"Parfumgeruch kann unsachlich wirken"

Das Problem: Die eigene Nase gewöhnt sich so schnell an den Duft, dass man ihn nach kurzer Zeit bereits nicht mehr wahrnimmt – selbst wenn bereits zu viel aufgetragen wurde. "Wer kein Gefühl für einen sparsamen Umgang mit Parfum hat, sollte lieber ganz die Finger davon lassen", sagt Karriere-Coach Sonja Rieder im Interview mit dem KURIER. Eine gepflegte Erscheinung steigere zwar den Eindruck von Seriösität, jedoch würde sie nicht von einer Parfum-Pflicht sprechen – ganz im Gegensatz zu Deo. "Intensiver Parfumgeruch hat nichts mit Kompetenz zu tun, sondern kann diese sogar konterkarieren", so die Expertin. "Ähnlich wie auffallender Schmuck lenkt er ab und kann unsachlich wirken."

Wer nicht auf die eigene Beduftung verzichten möchte, sollte nicht nur auf die richtige Dosierung (ein bis maximal zwei Spritzer) achten. Auf manche Kreation sollte laut Rieder gänzlich verzichtet werden: "Anzuraten sind kühle, frische Noten. Schwere, würzige, sinnliche Gerüche sind nicht fürs Büro geeignet!"

Und wie soll mit duftvernarrten Kollegen umgegangen werden? "Wenn der Parfumgeruch als lästig empfunden wird, muss man das Gespräch suchen, da dies ja eine Einschränkung des Gesamt-Wohlbefindens darstellt, die sich auf die Arbeitsleistung auswirken kann", weiß Sonja Rieder. Hier sei vor allem Fingerspitzengefühl gefragt – und ein Vier-Augen-Gespräch.