Joanna Vargas in ihrem Salon auf der Fifth Avenue

© Markus Sonnleithner

Style
06/23/2019

Joanna Vargas: Warum die A-Prominenz diese Kosmetikerin liebt

Bei Joanna Vargas stehen Schauspieler und Model Schlange – weil sie Haut ganz ohne Botox glättet.

von Maria Zelenko

Werbegesichter für ihren Beauty-Salon braucht Joanna Vargas keine. Sie selbst ist ihr bestes Testimonial. Mit kaum Make-up und einer unfassbar glatten Haut begrüßt uns die 48-Jährige Kosmetikerin in ihren Räumlichkeiten mitten auf der Fifth Avenue. Erst als sie mit lebhafter Mimik beginnt, über ihren Werdegang zu einer der gefragtesten Hautpflege-Expertinnen Hollywoods zu erzählen, wird klar: Botox gehört nicht zu ihrem Erfolgskonzept.

"Prinzipiell habe ich kein Problem damit", sagt Vargas über das populäre Nervengift. "Aber meine Message ist, dass man es nicht verwenden muss." Seit sie vor 13 Jahren ihren ersten Salon eröffnete, setzt die Kosmetikerin auf non-invasive Gesichtsbehandlungen. Heute nehmen Promis wie Julianne Moore, Maggie Gyllenhaal und Rachel Brosnahan monatelange Wartelisten in Kauf, um in den Genuss einer ihrer Gesichtsbehandlungen zu kommen. Auch Rapper P. Diddy ruft regelmäßig bei ihr an. Vargas gibt sich bescheiden: "Ich denke, dass ich bei Stars so beliebt bin, weil ich nicht versuche, ihr Gesicht zu verändern."

Dass irgendwann hochkarätige Kundschaft bei ihr ein und aus gehen würde, hätte sie vor zwei Jahrzehnten nicht zu hoffen gewagt. Nach ihrem Uni-Abschluss arbeitete der heutige Haut-Guru zuerst als Fotografin, beschloss dann aber die Leidenschaft für Kosmetik zum Beruf zu machen. "Irgendwann habe ich jemanden getroffen, der Rachel Weisz kennt. Sie kam zu mir und empfahl mich danach weiter", erinnert sich die US-Amerikanerin an ihre Anfänge zurück.

Technik für den Teint

Im Gegensatz zu vielen anderen Kosmetikern setzt Vargas nicht nur auf gut duftende Cremes und entspannende Gesichtsmassagen. "Mir war immer wichtig, dass nicht jeder ein und dasselbe Treatment erhält. Ich arbeite mit sehr vielen Geräten", erklärt die Expertin. Mikrostrom, Lichttherapie und Radiofrequenz seien extrem effektiv für die Behandlung von Entzündungen, Pigmentflecken, Narben und Falten. Zusätzlich kommen Pflegeprodukte aus ihrer Kosmetiklinie, die sie vor einigen Jahren auf den Markt brachte, zum Einsatz.

Besonders häufig wird nach dem Super Nova Facial gefragt, welches die Haut dank einer Kombination aus einem Aqua Peel, Kryo- und Sauerstofftherapie und Kollagenmaske verjüngen soll. Kostenpunkt für solch einen persönlichen Termin bei Vargas: rund 500 Euro.

Letztere sind am Tag der Oscar-Verleihung ausschließlich für Nominierte reserviert, welche sie in ihrem zweiten Salon in Los Angeles behandelt. Vargas: "Spätestens zu Mittag wird mit dem Make-up und dem Haarstyling angefangen. Bis dahin müssen alle Gesichtsbehandlungen abgeschlossen sein. Ich versuche normalerweise keine Nachtschichten zu machen, aber es sind nun mal die Oscars“". Bei Schauspielern und Models seien die ständigen Flugreisen das Hauptproblem. "Entweder sie bekommen sehr trockene und gereizte Haut – oder Pickel werden zum Thema." Das Ziel: "Wenn sie den roten Teppich betreten, sollen sie über diese Dinge nicht mehr nachdenken müssen."

Kardinalfehler

Ob im Salon oder bei der Hautpflege Zuhause – für schnell sichtbare Effekte empfiehlt Vargas vor allem zwei Inhaltsstoffe: "Vitamin C ist großartig, weil es so eine heilende Wirkung hat. Und es lässt die Haut viel gleichmäßiger wirken. Retinol liebe ich auch." Jedoch nütze selbst das beste Kosmetikprodukt nichts, wenn die Haut abends nicht gründlich gereinigt wird. Vargas: "In der Nacht versucht sie sich zu regenerieren." Wer nicht abschminkt und wäscht, behindert diesen wichtigen Mechanismus. "Die Konsequenzen werden über kurz oder lang auf der Haut sichtbar sein."

Das Ziel der 48-Jährigen ist, mit fortschrittlicher Kosmetik nicht nur den Einsatz von Botox zu reduzieren: "Wir alle suchen nach der Technologie, die Plastische Chirurgie irgendwann überflüssig machen wird." Vielleicht wird Joanna Vargas diejenige sein, die sie erfindet.