Style
25.05.2017

Asos deklariert Größe 38 bereits als "Large"

"Davon auszugehen, dass derartige Maße der Norm entsprechen, führt dazu, dass Frauen aufhören zu essen", sagt eine Psychologin.

Der britische Online-Modeversand ASOS sorgt derzeit für Diskussionsstoff, da dieser Shorts in UK-Größe 10 als "Large" deklariert. Diese Größe entspricht laut ASOS-Größentabelle der europäischen Konfektionsgröße 38. Die Shorts wurden von der Textilkette Pull & Bear hergestellt. "Kein Wunder, dass Mädchen sich fett finden, wenn Größe 10 als 'Large' bezeichnet wird", schreibt eine Twitter-Userin. "Meint ihr das ernst ASOS?", postete eine andere.

Fahrlässigkeit

"Für mich handelt es sich hierbei entweder um reine Fahrlässigkeit oder eine bewusste Verbiegung des Frauenbildes. Was durch Models und derartige Größenangaben gezeigt wird, entspricht nicht dem natürlichen Körper der Frau", sagt Psychologin Gerti Senger. Ein derartiges Vorgehen sei unethisch, da es in einer Gesellschaft, die von Maßangaben lebt, zu Minderwertigkeitsgefühlen führe.

"Ich halte diese Angabe für eine unrealistische Einstufung, da keine Frau, die Größe 38 trägt, als 'Large' klassifiziert werden kann", fügt Senger hinzu. Dies vorzugeben, schüre Selbstzweifel in weiblichen Kunden. "Davon auszugehen, dass derartige Maße der Norm entsprechen, führt dazu, dass Frauen aufhören zu essen, um diesem Idealbild zu entsprechen und sich Gewichtsziele setzen, die nicht erreicht werden können", warnt die Psychologin.

In den sozialen Medien tun zahlreiche Mitglieder ihren Unmut kund. Die Online-Größentabelle von Pull & Bear hat die Größen XS bis XL nur in europäischen Größen angegeben, ohne dabei das britische Äquivalent anzuführen. Hier wird davon ausgegangen, dass die europäische Konfektionsgröße 40 'Large' entspricht. Dies wäre in Großbritannien jedoch Größe 14 und nicht 10. Bis dato ist noch unklar, ob ASOS oder Pull & Bear für diese Größenangabe verantwortlich sind.