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11.10.2018

Tina Turner verbrachte "Hochzeitsnacht mit Ike im Bordell"

Offen wie nie beschreibt Turner Vergewaltigungen durch ihren Ex-Mann und spricht auch über schwere gesundheitliche Krisen.

Die Misshandlungen, die sie durch ihren Ex Ike Turner erfuhr, hat Tina Turner schon in ihrem Buch "I,Tina" (1986) beschrieben. Nun enthüllt die Musikerin in ihren neu erschienenen Memoiren "My Love Story", dass sie von ihrem Ex-Mann über Jahre hinweg auch brutalst vergewaltigt wurde.

Tina Turners Ehe-Hölle

Schon die Hochzeitsnacht mit Ike, den die Sängerin 1962 in Mexiko geheiratet hatte, war ein Alptraum. Ike zwang die damals 23-Jährige, ihre Hochzeitsnacht in einem Bordell in Tijuana zu verbringen.

"Welcher Bräutigam nimmt seine frisch verheiratete Frau zu einer Porno-Sex-Show mit, gleich nach ihrer Hochzeitszeremonie?", schreibt Turner. "Es war so ekelhaft."

Sie habe sich schrecklich gefühlt. "Ich war den Tränen nahe, aber es gab kein Entkommen. Wir konnten nicht gehen, bevor Ike fertig war – und er amüsierte sich prächtig."

Ihr Ex-Mann sei ein Sexsüchtiger gewesen, der Kokain konsumierte, "weil jemand ihm erzählt hatte, dass es seine sexuelle Ausdauer steigern würde. Sex zu haben war sozusagen ein Fulltime-Job für Ike", schreibt die Musikikone weiter.

Für sie selbst grenzte das eheliche Liebesleben aber an Missbrauch, wie sie nun gestand.

"Sex mit Ike wurde für mich zu einem Ausdruck von Hass, eine Art Vergewaltigung – vor allem wenn es damit anfing oder damit endete, dass er mich schlug", beschreibt Turner ihr Ehe-Martyrium.

Ikes Kokainsucht habe die Sache nur noch schlimmer gemacht.

"Was davor schon ekelhaft und hasserfüllt war, wurde mit jeder Line Koks schlimmer. Er goss heißen Kaffee über mein Gesicht, verursachte so Verbrennungen dritten Grades. Er benutzte meine Nase so viele Male als Boxsack, dass ich beim Singen fühlen konnte, wie Blut meinen Rachen hinunterrann. Und ich kann mich nicht daran erinnern, jemals kein blaues Auge gehabt zu haben."

Erst nach 14 Jahren Ehe-Hölle gelang es Tina, sich von Ike zu trennen als er sie nach einem Drogen-Ausraster halbtot schlug. Bei der Scheidung verzichtete sie auf jegliche finanzielle Unterstützung, nur den Künstlernamen Tina Turner wollte die als Anna Mae Bullock geborene Sängerin behalten. Eine fulminante Karriere ganze ohne Ike sollte folgen.

Tina Turner: Offene Worte über schwere Krankheiten

Ihre wahre Liebe fand die heute 78-Jährige in dem deutschen Musik-Manager Erwin Bach. 2013 traute sich die Sängerin mit ihrem 16 Jahre jüngeren Lebensgefährten nach fast 28 gemeinsamen Jahren.

Doch bald danach folgte der nächste Schicksalsschlag für Turner, die vor Kurzem auch den Selbstmord ihres Sohnes Craig Raymond Turner verkraften musste (dazu mehr). Die vergangenen fünf Jahre waren für die Sängerin nicht einfach. Turner erlitt einen Schlaganfall und Nierenversagen. Schließlich wurde Darmkrebs im Frühstadion diagnostiziert. Ein Teil ihres Darmes wurde entfernt. 2016 war sie unfähig zu essen. Ihre Nieren funktionierten nur noch zu 20 Prozent.

In einem emotionalen Interview mit dem Magazin You gestand Turner nun, dass sie zu dieser Zeit sogar über Sterbehilfe nachdachte. Sie wurde ein Mitglied von Exit – einem in der Schweiz legalen Sterbehilfe-Verein, der Mitgliedern Ärzte vermittelt, die bei der Selbsttötung assistieren. "Für alle Fälle", so Turner. Sie sei Buddhistin und akzeptiere den Tod: "Wenn mein Körper sich verabschiedet, denke ich, hat er seinen Job getan."

Doch ihr Mann wollte sie nicht verlieren. Bach ließ die Sängerin nicht aufgeben, kämpfte um sie und spendete ihr schließlich sogar eine seiner Nieren - was der Musikerin schließlich das Leben rettete. "Die ungeheure Tragweite seines Angebots überwältigte mich."