"Sopranos"-Tochter packt über schwere Diagnose inmitten von Ehe-Hölle aus

In ihren frühen Zwanzigern wurde bei Jamie Lynn Sigler MS diagnostiziert - während sie in einer unglücklichen Ehe gefangen war.
Jamie Lynn Sigler mit ihrem ersten Mann

US-Schauspielerin und Sängerin Jamie Lynn Sigler blickt auf eine gescheiterte Ehe zurück - und hat diese eigenen Angaben zufolge in keiner guten Erinnerung. 

Sigler spielte von 1999 bis 2007  in der HBO-Erfolgsserie "Die Sopranos" die Rolle der Meadow Soprano, Tochter von Tony Soprano. Sie war von der ersten bis zur letzten Staffel als Hauptdarstellerin Teil des Ensembles.

In erster Ehe war sie mit Abraxas "A.J" DiScala verheiratet, wenn auch nur sehr kurz. Sigler hatte DiScala im Alter von 19 Jahren kennengelernt, er wurde zunächst ihr Manager. Die beiden begannen eine Beziehung, kurz bevor die heute 44-Jährige 21 Jahre alt wurde. 2003 folgte die Hochzeit. Zwei Jahre später kam es zur Trennung, bevor die Ehe 2006 geschieden wurde.

Jamie Lynn Sigler: Ehe "war toxisch und sehr kompliziert"

Im Interview mit Us Weekly blickt Sigler nun auf die Ehe zurück, die zu dem wohl dunkelsten Kapitel in ihrem Leben zählt, und gibt Einblicke in die schwierige Dynamik, welche die Beziehung prägte. "Ich brauchte ihn damals dringend, deshalb kann ich nicht fragen: 'Was hast du dir nur dabei gedacht?' Ich wusste, was ich brauchte, und er hat mir viel davon gegeben", verrät Sigler. Und weiter: "Als sich die Beziehung entwickelte, kann ich im Rückblick ein junges Mädchen sehen, das möglicherweise ausgenutzt wurde? Ja, aber ich glaube auch nicht, dass er das wirklich so empfunden hat.

"Ich denke, wir waren beide wie in einem Rausch, und ich glaube, unsere Beziehung war wirklich toxisch und sehr kompliziert. Sie begann ziemlich chaotisch", so Sigler.

Abhängigkeitsverhältnis und MS-Diagnose

DiScala sei damals in einer Beziehung gewesen und eng mit seiner Familie verbunden. Bei ihr wurde zu diesem Zeitpunkt Multiple Sklerose (MS) diagnostiziert, eine Krankheit, die sie über viele Jahre hinweg vor der Öffentlichkeit verborgen hielt. "Es war fast so, als ob ich all diese Dinge rechtfertigen musste … als ob diese Beziehung funktionieren musste", erinnerte sie sich. 

Neben ihren Beziehungsproblemen hatte Sigler damals mit ihrer Diagnose zu kämpfen. DiScala war zu diesem Zeitpunkt ihr einziger Vertrauter, aber keine Stütze. Im Gegenteil.

In ihren Memoiren "And So It Is…: A Memoir of Acceptance and Hope", die am 5. Mai erscheinen, schildert die Schauspielerin, wie sie während ihrer Ehe von ihrem eigenen Tod fantasierte, während sie sich selbst als vollkommen abhängig von ihrem Mann wahrnahm. "Ich glaube, ich habe diesen Moment erst wieder richtig erlebt, als ich darüber geschrieben habe", erzählt sie gegenüber Us Weekly. "Es ging gar nicht wirklich um Selbstmord. Es war wie ein Hilferuf. Ich musste jemandem sagen, wie sehr ich litt. Ich musste jemandem sagen, wie verängstigt und überfordert ich war, und er machte selbst etwas durch und konnte es nicht sehen. Ich konnte es mit niemandem teilen. Es war einfach ein verzweifelter Hilferuf, und ich hatte solche Angst."

Sie habe gewusst, dass sie nicht mit DiScala zusammen sein wollte, "aber ich hatte panische Angst davor, ohne ihn zu sein. Wer würde mich beschützen? Ich hatte keine Ahnung von meinen Finanzen. Ich hatte von gar nichts eine Ahnung".

"Hatte er damals Dinge gesagt, die mir das Gefühl gaben, ohne ihn nicht überleben zu können? Sicher. Aber ich glaube auch, dass ich dieses Gefühl hatte, ob er es nun gesagt hatte oder nicht, weil mein Überleben und mein Schutz so sehr von ihm abhängig waren", erzählt die Schauspielerin. 

Damals habe sie gedacht, dass DiScala der einzige Mensch sei, der sie beschützen könnte. "Ohne ihn wäre ich ins Leere gestürzt", erinnert sie sich. "Es war sehr kompliziert und sehr beängstigend, und ich glaube, das führte zu diesem unglaublich schmerzhaften und düsteren Moment, in dem ich einfach dachte: 'Ich kann diesen Schmerz nicht mehr ertragen.'"

Dass sie ihren Gesundheitszustand vor der Öffentlichkeit verbarg, und auch ihre Eheprobleme und ihre frühere Essstörung verschwieg, forderte seinen Tribut. "All diese Geheimnisse hatten sich angehäuft, sodass ich mich völlig erdrückt fühlte und buchstäblich nur noch ums Überleben kämpfte", sagt sie gegenüber Us Weekly. "Ich war ständig im Kampf-oder-Flucht-Modus. Ich befand mich permanent im Überlebensmodus, und das wurde für die nächsten fast zehn Jahre zu meinem neuen Normalzustand."

Scheidung aus Scham hinausgezögert

Es hat einiges gebraucht, bis Singer bereit war, sich zu trennen. "Es mussten einige Dinge passieren, die mir klar machten, dass es vorbei sein musste. Als ich sein Handy durchsuchte, wusste ich, dass da etwas nicht stimmte. So geht es allen Frauen. Ich wollte das nicht erzählen, um ihn schlecht zu machen, sondern für andere Frauen. So etwas passiert. So etwas machen wir alle durch", erzählt sie über den Moment, in dem sie entdeckte, dass ihr Mann mit anderen Frauen Kontakt hatte.

Aus Angst, einen Fehler zu machen, sei sie trotzdem weiter in der Ehe geblieben. Zu sehr habe sie sich dafür geschämt, dem "Klischee vom jungen Heiraten und der Scheidung" zu entsprechen. "Ich hatte das Gefühl, ständig andere und mich selbst zu enttäuschen, und die Scheidung mit 24 war dann einfach nur noch der Gipfel", so Sigler. "Ich musste den Punkt erreichen, an dem ich begriff, dass ich in dieser Ehe nicht mehr lange durchhalten würde, und ich glaube, er wusste das auch."

Im Jahr 2012 begann Sigler eine Beziehung mit dem Baseballspieler Cutter Dykstra. Die beiden verlobten sich 2013 und gaben in demselben Jahr bekannt, dass sie ihr erstes Kind erwarteten. Sigler brachte ihren ersten Sohn am 28. August 2013 zur Welt. Das Paar heirateten 2016 in Palm Springs, Kalifornien, und bekam 2018 seinen zweiten Sohn.

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