Prinz George 13 geworden: Der sorgfältig geplante Aufstieg eines zukünftigen Königs
Prinz George
Der britische Prinz George feierte am 22. Juni seinen 13. Geburtstag. Der Palast veröffentlichte aus diesem Anlass ein neues Foto von Prinz Williams und Prinzessin Kates Sohn auf Instagram, das einen neuen Meilenstein des Teenagers einzuläuten schien.
Für George beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt
Es handelt sich um ein offizielles Porträt, auf dem George mit Anzug zu sehen ist - das erste dieser Art. Der Zweite in der Thronfolge lächelt souverän in die Kamera, mit den Händen in den Hosentaschen, und erinnert mit dieser Haltung sehr an seinen Vater William. Tatsächlich beginnt für Williams und Kates ältesten Sohn schon bald ein neuer, ernsterer Lebensabschnitt. George wird ab September das Elite-Internat Eton in Windsor besuchen. Zuletzt besuchte er gemeinsam mit seinen Geschwistern Prinzessin Charlotte (11) und Prinz Louis (8) die Lambrook School westlich von London.
Eines Tages wird Prinz George König. Das Porträt des 13-jährigen Prinzen biete einen Vorgeschmack auf den Mann, der eines Tages den Thron besteigen wird, sind sich Adelsexperten sicher.
Und auch wenn sich seine Vorbereitung auf das Amt von der seines Vaters und Großvaters unterscheidet, wird bei seinem Aufstieg zum zukünftigen Monarchen nichts dem Zufall überlassen.
Adelsexpertin: George soll ein moderner König werden
Obwohl alle drei ein Aufwachsen hinter Palastmauern gemeinsam haben, erlebt George dabei eine ganz andere Kindheit als sein Opa und sein Papa. Sowohl König Charles III. als auch Prinz William wurden gemäß königlicher Tradition hauptsächlich von Kindermädchen großgezogen. Der Prinz und die Prinzessin von Wales hingegen gelten als engagierte Eltern, die ihren drei Kindern möglichst viel Normalität ermöglichen wollen. Sie schrecken auch beide nicht davor zurück, den Kindern Vorrang vor der Pflicht zu geben.
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Auf seine Zukunft als König wird aber auch George bereits in jungen Jahren vorbereitet. Das Königshaus vollführt dabei einen heiklen Balanceakt, Georges Kindheit zu schützen und ihn gleichzeitig auf die immense Last der Krone vorzubereiten.
Königliche Kommentatoren, darunter Rebecca English von der Daily Mail, heben den beispiellosen Ansatz von Prinz William und Kate bei der Erziehung ihres Sohnes George hervor. Anders als frühere Generationen von Royals, die von Geburt an strengen institutionellen Protokollen unterworfen waren, haben sie bewusst öffentliche Kritik riskiert, um das emotionale Wohlbefinden und die Privatsphäre ihres ältesten Sohnes zu priorisieren.
George wird vom Medienrummel noch weitgehend abgeschirmt. Das ermöglicht dem Teenager, abseits des Blitzlichtgewitters persönliche Interessen zu entdecken. Dieser schützende Rahmen zeige sich etwa deutlich in seiner Schulausbildung. Zudem darf George auch bestimmten Hobbys nachgehen. Diese würden von Palastmitarbeitern jedoch sorgsam gelenkt, um sicherzustellen, dass er eine realistische Sichtweise entwickele.
Ziel sei es, einen vielseitig gebildeten Menschen großzuziehen, der die Monarchie modernisieren kann, und nicht eine zeremonielle Symbolfigur, welche an veraltete Traditionen gebunden ist.
Prinz George wird eines Tages den Thron besteigen.
Neue Medienstrategie - von Kate beeinflusst
Auch sonst machen William und Kate einiges anders als ihre Vorgänger. Das zeige sich auch in ihrer streng kontrollierten Medienstrategie in Form eines direkten Kommunikationsmodells. Dieses minimiert aufdringliche Paparazzi-Begegnungen, während es gleichzeitig das weltweite Interesse der Öffentlichkeit am Königshaus befriedigt.
Die Familie Wales zeigt sich auf Social Media wesentlich nahbarer und privater, als es etwa bei Charles und Camilla der Fall ist. Und die Veröffentlichung von Geburtstagsporträts folgt der von Kate entwickelten Strategie, die Meilensteine ihrer Kinder selbst zu fotografieren. So umgeht Löwenmama Kate immer wieder traditionelle Pressefotografen und behält die Kontrolle über die Darstellung und die Ästhetik des öffentlichen Bildes ihrer Familie.
Generell wird versucht, ein positives Image zu wahren und die Familie als verlässlichen Anker der Stabilität zu positionieren - selbst inmitten von Skandalen, wie jenen um den in Ungnade gefallenen Ex-Prinz Andrew oder Prinz Harrys Ausstieg aus dem Königshaus. Auch das soll George eines Tages zugute kommen, da die Strategie seiner Eltern Pflichtbewusstsein und Kontinuität symbolisiert. In einer Zeit, in der die Monarchie mit komplexen Herausforderungen konfrontiert ist.
Die Ausbildung eines zukünftigen Monarchen
Mit Beginn des Teenageralters soll Georges Ausbildung indes um spezifische verfassungsrechtliche Inhalte erweitert werden. Die kommenden Jahre sollen ihm Berichten zufolge unter anderem die Mechanismen der Staatskunst näherbringen, was voraussichtlich auch die Teilnahme an Staatsveranstaltungen mit sich bringen wird. George soll zudem eine Ausbildung erhalten, die sich mit Militärgeschichte beschäftigt und ein Verständnis der geopolitischen Landschaft des Commonwealth umfasst.
Sein Aufstieg zum König wird von George einmal verlangen, sich in postkolonialen Narrativen und internationalen Beziehungen zurechtzufinden. Dies erfordere ein hohes Maß an kultureller Intelligenz und diplomatischem Geschick. Auch das wollen ihm seine Eltern laut English aktiv vermitteln.
Ein Fehler, die William vermeiden will
In einer Folge der Reise-Serie „Urlaub wider Willen mit Eugene Levy“ kam Prinz William im Gespräch mit Hollywood-Star Levy unter anderem darauf zu sprechen, wie er und seine Frau ihre drei Kinder erziehen. William sprach in der Serie auch erstmals über die besondere Rolle seines ältesten Sohnes. Er selbst denke daher viel über das zukünftige Erbe nach, das er als Monarch seinem Sohn eines Tages überlassen wird, betonte William. „Authentisch zu sein, ist mein Antrieb“, erzählte er damals unter anderem. „Und dann kann man alle möglichen Etiketten und Rollen anheften, aber wenn ich mir selbst nicht treu bin und nicht dem, wofür ich stehe und woran ich glaube, dann ist es egal, wer ich bin, und es geht verloren“, lautet die Devise des Thronfolgers.
William betonte, seine Rollen und seine Verantwortung ernst zu nehmen, „aber es ist wichtig, wie ich schon sagte, dass man nicht das Gefühl hat, von anderen beherrscht zu werden – man muss sie beherrschen“.
Gefragt, ob er dasselbe Gefühl hätte, wenn sein ältester Sohn König würde, entgegnete William: „Das ist eine interessante und wichtige Frage. Denn es gibt viel zu bedenken. Aber natürlich möchte ich eine Welt schaffen, in der mein Sohn stolz auf das ist, was wir tun – eine Welt und einen Beruf, der das Leben der Menschen tatsächlich positiv beeinflusst.“
Dabei betonte William allerdings, dass er aus Fehler lernen will. „Ich hoffe, dass wir nicht zu den Praktiken der Vergangenheit zurückkehren, in denen Harry und ich aufgewachsen sind – und ich werde alles tun, um sicherzustellen, dass wir in diese Situation nicht zurückfallen“, so Prinz William.
In Summe macht William tatsächlich einiges bemerkenswert anders als seine Vorgänger.
So mussten sich Queen Elizabeth II., damals noch Prinzessin, und ihre jüngere Schwester Margaret (1930 bis 2002) von ihrem Großvater, König George V. (1865 bis 1936), jeden Abend rückwärts schreitend und unter ständigem Knicksen vor ihm mit den Worten „Wir wünschen Eurer Majestät eine friedliche Nachtruhe“ verabschieden.
Ein Satz von König George V. macht dabei nachdenklich: „Mein Vater, Edward VII. (1901 bis 1910), hatte Angst vor seiner Mutter, Queen Victoria (1819 bis 1901). Ich hatte Angst vor meinem Vater, und ich werde verdammt noch mal dafür sorgen, dass auch meine Kinder Angst vor mir haben.“
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