Von Andrew bis Sofia: Epstein und die Königshäuser Europas

Sarah "Fergie" Ferguson und Ex-Prinz Andrew Mountbatten-Windsor  im schwarzen Anzug stehen nebeneinander und blicken ernst nach vorne.
Andrew und Fergie sind nicht die einzigen Royals, die im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal immer wieder genannt werden. Ein Überblick.

Neue Veröffentlichungen im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal um Jeffrey Epstein zeigen immer mehr Verbindungen zu mehreren europäischen Königshäusern auf – im Detail geht es um die britischen, schwedischen, belgischen und norwegischen Royals.

Während Intensität und Art der Kontakte stark variieren, geraten einzelne Mitglieder der Königsfamilien zunehmend in den Fokus. Ein handfester Skandal ist es allemal und immer mehr zwängt sich die Frage auf: Welche Geheimnisse kursieren hinter verschlossenen Türen? Wer weiß seit langem Bescheid, beschloss aber, zu schweigen? 

Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen und Verbindungen internationaler Royals zum verurteilten Sexualstraftäter Epstein.

Andrew Mountbatten-Windsor und Sarah Ferguson: Im Fokus des Skandals

Der britische Ex-Prinz Andrew, zweitältester Sohn von Königin Elizabeth II. und Bruder von König Charles III., steht seit Jahren im Zentrum der Epstein-Enthüllungen. Andrews enge Freundschaft zu Epstein ist dokumentiert, ebenso wie gemeinsame Aufenthalte an verschiedenen Orten. Gegen den in Ungnade gefallenen Royal wurden schwere Missbrauchsvorwürfe erhoben, die er jedoch bis heute vehement bestreitet. Ein Zivilverfahren in den USA wurde außergerichtlich geregelt. 

Aufgrund des öffentlichen Drucks verlor Andrew im Zuge des Skandals sämtliche royalen Titel und Aufgaben. Zudem musste er die Royal Lodge, eine Residenz auf dem Gelände von Windsor Castle, verlassen. Die britische Königsfamilie distanziert sich von ihm. 

Auch Andrews Ex-Frau Sarah Ferguson, ehemalige Herzogin von York, wird in den jüngst enthüllten Ermittlungsakten öfter erwähnt. Immer mehr Details aus der Email-Korrespondenz zwischen Ferguson und Epstein gelangen an die Öffentlichkeit. Laut diesen Dokumenten bezeichnete sie Epstein noch zwei Jahre nach seiner Verurteilung als "Legende", obwohl sie damals bereits betonte, jeglichen Kontakt zu ihm abgebrochen zu haben. Auch ist bekannt, dass Epstein Fergie lange Zeit finanziell unterstützte.

Der Skandal um Andrew und Ferguson hat das Ansehen des britischen Königshauses erheblich belastet. 

Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit: Über 1000 Nennungen in den Akten

"Die Kronprinzessin hat selbst erklärt, ein schlechtes Urteilsvermögen bewiesen zu haben - dem stimme ich zu", sagte der norwegische Regierungschef Jonas Gahr Støre laut einer Stellungnahme. 

Veröffentlicht wurde diese, weil Mette-Marits Name in den freigegebenen Epstein-Akten mehr als tausendmal auftaucht. Das norwegische Fernsehen veröffentlichte Auszüge aus E-Mails, die Epstein und die Kronprinzessin geschrieben haben sollen. In einem Austausch im Herbst 2012 geht es um die Jagd nach einer Frau. "Paris ist interessant, aber ich bevorzuge Skandinavien", steht in einer Mail, die Epstein zugeschrieben wird. Die Antwort: "Paris ist gut für Ehebruch. Skandinavierinnen sind die besseren Ehefrauen. Aber wer bin ich schon, dass ich das beurteilen kann." Der Kontakt endete Anfang 2014, da Mette-Marit den Eindruck gewann, Epstein wolle die Beziehung für eigene Zwecke nutzen.

Mette-Marit erklärte am Wochenende, sie bedauere, "Epsteins Hintergrund nicht besser geprüft" und überhaupt Kontakt zu ihm gehabt zu haben. "Es ist einfach peinlich", heißt es in der Stellungnahme. Den Opfern des Sexualstraftäters sprach sie ihr "tiefes Mitgefühl" und ihre Solidarität aus. 

Die jetzt bekanntgewordenen Details und der Fakt, dass die künftige norwegische Königin zumindest über einige von Epsteins Verbrechen Bescheid gewusst haben musste, schockieren aber die norwegische Bevölkerung. Ein Experte über die norwegische Monarchie, die derzeit auch mit dem Skandal rund um Mette-Marits Sohn zu kämpfen hat: "Es ist ein freier Fall, ein Zusammenbruch, wie es ihn nie zuvor gab."

Belgien: Prinz Laurent traf Epstein zweimal

Prinz Laurent, der Bruder von König Philippe, bestätigte selbst, Epstein zweimal persönlich getroffen zu haben – das berichtet Ostbelgiendirect.be. Die Treffen sollen kurz gewesen sein. Dabei soll Epstein versucht haben, Kontakte zum belgischen Königshaus zu knüpfen – ein Vorhaben, das bei Laurent jedoch von Beginn an auf taube Ohren stieß. "Meine Familie ist nicht käuflich", stellte der Prinz angeblich klar und distanzierte sich somit von jeglichen weiteren Verbindungen.

Schwedisches Königshaus: Prinzessin Sofia und die frühen Kontakte

Auch das schwedische Königshaus sieht sich mit einer Verbindung zu Epstein konfrontiert. Prinzessin Sofia, die Ehefrau von Prinz Carl Philip, soll laut den freigegebenen Dokumenten in früheren Jahren mehrfach in gesellschaftlichem Rahmen auf Epstein getroffen sein. Die Treffen fanden vor ihrer Ehe mit Carl Philip statt, damals war Sofia in ihren Zwanzigern.

Das schwedische Königshaus bestätigte diese Kontakte, betonte jedoch, dass Sofia in keinem Abhängigkeitsverhältnis zu Epstein stand. Der Palast erklärte zudem, dass sie seit 20 Jahren keinen Kontakt mehr zu ihm habe.

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