"Bad Boy" mit Drogenproblem: Hoiby belastet Norwegens Königshaus
Marius Borg Høiby
Zurückgegelte blonde Haare, Tattoos und viel Schmuck: Marius Borg Hoiby hat in den vergangenen Jahren sorgfältig seinen "Bad Boy"-Look gepflegt - und dieses Motto offenbar auch im wahren Leben verfolgt: Sein Lebensstil bringt den Sohn der norwegischen Kronprinzessin Mette-Marit in der kommenden Woche vor Gericht: Die Anklage wirft dem 29-Jährigen unter anderem Vergewaltigung und Gewalt gegen frühere Freundinnen sowie Drogendelikte vor.
Seit seiner Festnahme am 4. August 2024 kommt Hoiby nicht mehr aus den Schlagzeilen. Er war festgenommen worden, nachdem er gegen seine damalige Freundin gewalttätig geworden sein und in ihrer Wohnung randaliert haben soll. In einer öffentlichen Erklärung gab er damals zu, "nach einem Streit und unter dem Einfluss von Alkohol und Kokain" gehandelt zu haben. Zudem räumte er "psychische Probleme" und länger andauernden Drogenkonsum ein.
Im November 2024 wurde Hoiby dann wegen Vergewaltigungsverdachts erneut festgenommen und verbrachte eine Woche in Untersuchungshaft - ein noch nie dagewesener Skandal in der Geschichte der norwegischen Monarchie.
Hoiby soll Frauen im Schlaf vergewaltigt haben
Bei dem am kommenden Dienstag in Oslo beginnenden Prozess werden dem 29-Jährigen nun vier Fälle von Vergewaltigung vorgeworfen, wobei er die vierte noch nach Beginn der Ermittlungen verübt haben soll. In mindestens drei der Fälle soll er das mutmaßliche Opfer erst am selben Tag kennengelernt und zunächst einvernehmlichen Sex gehabt haben, bevor er die Frauen dann im Schlaf vergewaltigt haben soll, wie Staatsanwalt Sturla Henriksbo schilderte.
Den Ermittlern liegen nach eigenen Angaben Videos und Fotos vor, welche die Vorwürfe untermauern. Vorgeworfen wird Hoiby zudem Gewalt, Vandalismus sowie Verstöße gegen ein Kontaktverbot zu einer Ex-Partnerin. Erst vor wenigen Tagen kamen weitere Anklagepunkte wegen Drogen- und Verkehrsdelikten hinzu, welche die Staatsanwaltschaft in dem Vergewaltigungsprozess ebenfalls zur Sprache bringen will.
Ex-Partnerin wirft ihm körperliche und psychische Misshandlung vor
Nur eines der mutmaßlichen Opfer ist namentlich bekannt, Hoibys Ex-Freundin Nora Haukland. Sie soll er zwischen 2022 und 2023 körperlich und psychisch misshandelt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft Hoiby vor, seiner damaligen Partnerin unter anderem mit der Faust ins Gesicht geschlagen und sie gewürgt und getreten zu haben.
"Dies sind sehr schwere Taten, die bleibende Narben hinterlassen und Leben zerstören können", erklärte die Anklagebehörde. Staatsanwalt Henriksbo betont, Hoiby werde trotz seines Status als Mitglied der Königsfamilie von der Justiz "nicht sanfter oder strenger" behandelt werden als jeder andere unter ähnlichen Bedingungen.
Auch Vater ist vorbestraft
Zur Welt kam Marius Borg Hoiby am 13. Januar 1997 nach einer kurzen Beziehung zwischen Mette-Marit und Morten Borg, der ebenfalls wegen Gewalttaten und Drogenvergehen vorbestraft ist. Seine Mutter war damals in der norwegischen House-Musikszene unterwegs, in der Drogen wie Haschisch und Ecstasy weit verbreitet waren.
Im Alter von vier Jahren wurde Marius dann durch die Heirat seiner Mutter mit Kronprinz Haakon plötzlich ins Scheinwerferlicht katapultiert. Im Gegensatz zu seinen jüngeren Halbgeschwistern Prinzessin Ingrid Alexandra und Prinz Sverre Magnus, den leiblichen Kindern von Haakon und Mette-Marit, hat Marius Borg jedoch keine offizielle Funktion im norwegischen Königshaus.
"Er wurde in eine quasi unmögliche Position gebracht: Mit einem Fuß drinnen, mit einem Fuß draußen", urteilt die Royal-Expertin der norwegischen Zeitung "Dagbladet", Sigrid Hvidsten. Hoiby habe sein Leben "in einer Grauzone, einer Art goldenem Käfig" verbracht.
Wohl Verbindungen zu Gangs
Dieser Käfig hielt Hoiby nicht davon ab, in zweifelhafte Gesellschaft zu geraten. Medienberichten zufolge umgab er sich mit Gang-Mitgliedern, Bikern der Hells Angels und Mitgliedern der albanischen Mafia von Oslo. 2023 führte die Polizei ein klärendes Gespräch mit ihm, nachdem er in den gleichen Kreisen gesichtet wurde wie "berüchtigte Kriminelle". Gleichzeitig lebte er ein komfortables Leben, finanziert von seiner Mutter und seinem Stiefvater und ohne feste Beschäftigung.
Kommentare